Review

Man kann zu Zombie-Filmen und Parodien à la „Scary Movie“ stehen, wie man will – dass beides, auch in Kombination, immer wieder erfolgreich ist, hat seinen Grund. Zuschauer gruseln sich gerne, und wenn man direkt in der Szene mit und über die Protagonisten lachen kann, umso besser! In dieses illustre Genre, das seit den 90ern Klassiker hervorbringt, möchte sich nun auch der neuseeländische Streifen „I Survived A Zombie Holocaust“ einreihen, doch gelingt hier der schmale Grat zwischen schrecklich lustig und schrecklich?

Überflüssiger Sexismus und/oder unglücklich verpackte Genrekritik? (Copyright: Mad Dimension)

Überflüssiger Sexismus und/oder unglücklich verpackte Genrekritik? (Copyright: Mad Dimension)

Zunächst darf man sich wohl nicht am bestenfalls unreflektierten Filmnamen stoßen, der Regisseur und Drehbuchautor Guy Pigden wollte den Zuschauer damit vermutlich nur wissen lassen: Hier wird gestorben, und zwar viel. Ob man dafür den Begriff „Holocaust“ nehmen muss, nun ja. Klar ist jedoch: Hier wird weniger Gehirn zum Platzen gebracht als ein Splattermovie vertragen könnte.

Bevor erste Menschenopfer ihr Blut über die Kameralinsen verspritzen können, fängt alles aber ein bisschen anders und vor allem gemächlich an: Garniert mit viel überflüssigem Sexismus (ebenfalls unglücklich verpackte Genrekritik?) muss sich ein Schauspielertrio nicht nur Zombies, sondern – viel schlimmer! – auch seinem Regisseur stellen. In den ersten Szenen bekommt der Zuschauer nämlich den Eindruck eines Zombiefilms, an dessen Set der Protagonist Wesley Pennington nach seinem Filmschulabschluss auf den großen Durchbruch hofft. Stattdessen gibt es erst mal nur jede Menge unangenehmer Aufgaben und noch unangenehmere Klischees, denen sich der Neuling gegenübersieht. Mit großen Träumen und schütterem Haar stolpert Wesley schließlich blind in eine echte Katastrophe: Echte Zombies!

Sieht man von dieser eher platten Story ab, die aufgrund der Verwechslungsgefahr von Filmzombies und „realen“ Untoten immerhin den einen oder anderen Lacher bietet, und widmet sich den übrigen Leistungen, wird schnell klar, warum es sich um ein trashiges B-Movie handelt. Maximal mittelmäßige Schauspieler in einfachen Sets mit ebenso einfachen Dia- oder Monologen. Nichts, das irgendwie besonders im Gedächtnis bleibt. Begeisterungsstürme gibt es hier höchstens für die Arbeit der Maskenbildner; Gedärme, Hirne und der matschige Rest sind wirklich ansehnlich. Davon hätte es ruhig mehr geben können.

Der Zombieanteil ist also insgesamt in Ordnung, die Story eher sowieso Nebensache. Kann man denn wenigstens herzlich lachen?

In "I Survived A Zombie Holocaust" waren gute Maskenbildner am Start: Gedärme, Hirne und der matschige Rest sind wirklich ansehnlich. (Copyright: Mad Dimension)

In „I Survived A Zombie Holocaust“ waren gute Maskenbildner am Start: Gedärme, Hirne und der matschige Rest sind wirklich ansehnlich. (Copyright: Mad Dimension)

Das Kernelement der Parodie ist der Wiedererkennungswert. Wer nun fürchtet, von neuseeländischer Komik nichts zu verstehen, dem sei versichert: Es geht auch ohne, denn selbst wenn viel versteckter Kiwi-Humor zu verpassen wäre, gibt es immer noch genug andere Stereotypen, die uns das Leben zur Hölle machen können. Hier liefert Guy Pigden leider auf unterstem Niveau ab: Uninspiriert und flach sorgen die wenig überraschenden Charakterzüge höchstens für ein lautloses Grunzen oder ein schmales Schmunzeln.

Was den Witz dieser „Horr-edy“ angeht, besteht also dringend Nachholbedarf. Bleibt am Ende nicht nur das unbefriedigende Gefühl, dass dem Streifen – bis auf Zombies – irgendetwas fehlt, sondern auch die Frage: Wer ist eigentlich der Typ auf dem Cover?

Trailer

Handlung

Das Glück scheint Wesley wohlgesonnen zu sein: Nach langer Suche hat er endlich einen Job beim Film erhalten – er darf als Assistent bei der Produktion eines neuen Zombiefilms mitarbeiten. Und als ob das nicht genug wäre, trifft er am Filmset auch noch auf Susan, dem Mädchen seiner Träume. Nichts scheint Wesleys Glück trüben zu können, wäre da nicht jene Zombie-Epidemie, der immer mehr Mitglieder der Filmcrew zum Opfer fallen. Bevor Wesley sich versieht, wird er zum unfreiwilligen Helden in einer blutig-komischen Schlachterei.

(Quelle: Mad Dimension)

Details

Format: Dolby, Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Mad Dimension / AL!VE
Erscheinungstermin: 28.08.2015
Produktionsjahr: 2014
Land: Neuseeland
Spieldauer: 109 Minuten

Copyright Artikelbild: Mad Dimension



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer