Review

Manche Leute sagen, es gibt Gespenster. Manche Leute sagen, es gibt keine Gespenster. Ich aber sage, Hui Buh IST ein Gespenst.

Wie schon in den Hörspielen von Eberhard Alexander-Burgh spricht Hans Paetsch diesen Einleitungssatz auch in der darauf basierenden Verfilmung unter Regie von Sebastian Niemann.

Sein Film „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ – eine Mischung aus Realverfilmung und Animation – kam bereits 2006 auf den Markt und ist ab sofort auch als Blu-ray inklusive 3-stündigem Bonusmaterial erhältlich.

Darum geht es

Es ist das Jahr 1399. Ritter Balduin befindet sich auf Schloss Burgeck, um dort sein Vermögen durch Glücksspiel zu vergrößern. Als sein Gegenspieler Adolar bemerkt, dass Balduin falschspielt, kommt es zu einem Kampf zwischen den Rittern, in dessen Verlauf Balduin von Ritter Adolar derart in die Mangel genommen wird, dass er laut ruft: „Verflucht soll ich sein, wenn ich betrogen habe! Der Blitz soll mich auf der Stelle treffen!“
Diese Worte erfüllen sich sofort: Balduin wird plötzlich von einem Blitz getroffen – er wird zum Gespenst Hui Buh.

500 Jahre später spukt Hui Buh immer noch durch die Gemäuer von Schloss Burgeck, doch dann kommt plötzlich König Julius der 111. hereingeschneit und erklärt das staubige Erbstück zu seinem neuen Domizil. Hui Buh ist allerdings nicht bereit, seine geliebte Spinnweben-Sammlung für irgendeinen blaublütigen Wichtigtuer aufzugeben. Doch was tun, wenn der neue Schlossherr die Spuklizenz verbrennt?

Hui Buh hat zwei Nächte Zeit, um seine Spukprüfung zu erneuern, sonst landet er in der gefürchteten Seelensuppe.
Auch für Julius brechen ungemütliche Zeiten an. Er muss feststellen, dass er völlig pleite ist.
Die beiden Widersacher beschließen, das Kriegsbeil zu begraben und sich gegenseitig zu helfen. Gemeinsam stürzen sie sich von einem Abenteuer ins nächste …

Die Abenteuer, welche die beiden erleben, sind – trotz Freigabe ohne Altersbeschränkungjedoch nichts für kleinste Grusel-Fans. Wer hier zu zartbesaitet ist, sollte an entsprechenden Stellen lieber wegschauen, auch wenn diese Sequenzen stets mit reichlich Humor untermalt sind.

Der Humor

Apropos Humor: Natürlich gehört es sich für eine Komödie, und so eine möchte der Film mitunter sein, dass für ausreichend Lacher gesorgt ist.

Bereits an der Besetzung, allen voran Michael „Bully“ Herbig als Ritter Balduin und animiertes Gespenst Hui Buh, Christoph Maria Herbst als König Julius CXI. und Rick Kavanian als Charles, sieht man, dass der Film in diese Richtung abzielt. Deutlich trägt „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ dabei die Handschrift von Michael „Bully“ Herbig. Seine Mimik, Gestik und allseits bekannte Komik tritt stets unverkennbar zutage. Ein Für, aber auch Wider, denn wer den Allrounder (Komiker, Schauspieler, Unternehmer, Drehbuchautor, Regisseur, Synchronsprecher und Produzent) nicht mag, der wird hier über eine Länge von 102 Minuten keine wahre Freude an seinem spukigen Treiben haben.

Christoph Maria Herbst als König Julius CXI., Martin Kurz als Tommy und Michael „Bully“ Herbig als animiertes Gespenst in „Hui Buh – Das Schlossgespenst“. (Copyright: Constantin Film)

Mit ihm als Hauptrolle ist zudem schnell klar, welche Art von Humor hier zum Einsatz kommt. Dabei ist es interessant zu sehen, wie sich Humor im Laufe der Jahre entwickeln bzw. verändern kann. Was 2006 noch für volle Kassen gesorgt hat (mit über zwei Millionen Zuschauern war „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ immerhin der fünfterfolgreichste inländische Film 2006 in den deutschen Kinos), könnte heutzutage schon gar nicht mehr so lustig, sogar albern wirken. Dieses Schicksal teilen vermutlich auch Veröffentlichungen wie die „Otto“-Filme oder „Zwei Nasen tanken Super“, die bei älteren Zuschauern aber immerhin noch Kult-Potenzial besitzen können.

Humor ist aber, wenn man trotzdem lacht, und das wird vor allem das jüngere Publikum.

Alle, darunter auch die älteren, können sich wiederum über die damals schon gut gemachten Spezialeffekte und Animationen erfreuen.

Fazit

Insbesondere das 3-stündige Bonusmaterial rundet die Blu-ray Veröffentlichung von „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ final ab und bietet weitere Möglichkeiten einer humorvollen Unterhaltung – auch wenn sich einige Szenen und Materialien wiederholen.

Auch 14 Jahre nach der Erstveröffentlichung besitzt der Film noch seinen Charme und taugt als Futter für einen netten Fernsehabend für die ganze Familie.

Trailer

Handlung

Buh, … Hui Buh – mit der Lizenz zum Spuken!

Das haut ja wohl die dicksten Zinnen vom Turm! Seit mehr als 500 Jahren spukt Hui Buh schaurig durch die Gemäuer von Schloss Burgeck, und dann kommt plötzlich König Julius der 111. hereingeschneit und erklärt das staubige Erbstück zu seinem neuen Domizil. Seine Durchlaucht gedenkt nämlich zu heiraten. Und zwar keine Geringere als Leonora Gräfin zu Etepetete. Hui Buh ist allerdings nicht bereit, seine geliebte Spinnweben-Sammlung für irgendeinen blaublütigen Wichtigtuer aufzugeben. Als einzig behördlich zugelassenes Gespenst hat man schließlich Rechte! Doch was tun, wenn der neue Schlossherr die Spuklizenz verbrennt? Hui Buh hat zwei Nächte Zeit, um seine Spukprüfung zu erneuern, sonst landet er in der gefürchteten Seelensuppe! Leider ist er alles andere als eine Spukkanone. Auch für Julius brechen ungemütliche Zeiten an. Er muss feststellen, dass er völlig pleite ist. Die beiden Widersacher beschließen, das Kriegsbeil zu begraben und sich gegenseitig zu helfen. Gemeinsam stürzen sie sich von einem Abenteuer ins nächste…

(Quelle: Constantin Film)

Details

Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 2.21:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Constantin Film
Erscheinungstermin: 06.08.2020
Produktionsjahr: 2006
Spieldauer: 102 Minuten
Extras: Making-ofs / Gag-Reel / CGI-Funstuff-Reel / Musikvideos / Deleted Scenes (mit optionalen Audiokommentar von Regisseur Sebastian Niemann) / Interviews / Die Film-Premiere 2006 / TV-Shows + TV-Ausschnitte / Teaser, Trailer und Promos / Audiokommentar (Satelliten-Konferenzschaltung/Darsteller & Team)

Copyright Cover: Constantin Film



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde