Review

Im Film „Hotel Artemis“ lässt Regisseur und Drehbuchautor Drew Pearce Elemente der Genres Dystopie, Action und Thriller mit jenen der Science-Fiction verschmelzen. Ein Mix, der die Zuschauer in ein Los Angeles des Jahres 2028 führt.

Hotel Artemis

Inmitten eines außer Kontrolle geratenen Bürgeraufstands sorgt sich Jodie Foster in ihrer Rolle als Krankenschwester im „Hotel Artemis“, einem geheimen Krankenhaus für Schwerverbrecher, um die dort einkehrenden Outlaws. Bei derlei krimineller „Kundschaft“ ist ein Konflikt schnell vorprogrammiert und die Situation droht zu eskalieren …

Ganz so einfach, wie wir die Inhaltsangabe hier kurz gehalten haben, ist es jedoch nicht. So braucht der Zuschauer schon etwas Geduld, um sich in das Szenario bzw. die Handlung von „Hotel Artemis“ einzufinden und diese Einrichtung richtig einzuordnen. Der Zugang zum Film stellt sich demnach ein wenig schwierig dar – und das, obwohl die Charaktere und der Ort der Handlung stets sehr überschaubar bleiben.

Chance auf ein interessantes Neo-Noir-Kammerspiel vertan

Trotzdem wird die Chance auf ein interessantes Neo-Noir-„Kammerspiel“ vertan.

Größtenteils liegt das daran, dass viele Handlungselemente im Laufe des 95-minütigen Films leider zu oft im Ansatz stecken oder ganz auf der Strecke bleiben. Andere wiederum werden für den Zuschauer nicht befriedigend aufgelöst oder zum Abschluss gebracht.

Am sich schnell auflösenden Schluss wird der Zuschauer somit feststellen: „Hotel Artemis“ kann die in der ersten Filmhälfte erzeugten Erwartungen leider nicht erfüllen.

Insgesamt bleiben zudem die (sehr guten!) Ideen und vor allem das Potenzial der Charaktere an vielen Stellen ungenutzt. Stattdessen vergeuden die Macher wertvolle Screentime mit eher unwichtigen und verzichtbaren Szenen.

Hin und wieder blitzt aber doch ein wenig Spannung auf. Doch davon hätte es definitiv noch weitaus mehr sein dürfen. Indem es ähnliche Protagonisten und Antagonisten (mit Ausnahme der Krankenschwester) bereits in anderen Filmen gab, mangelt es „Hotel Artemis“ trotz eines kreativen Ansatzes an weiterführendem Mut und innovativen Ideen, um – allen voran – die Charaktere zu entwickeln.

Namhafte Besetzung

„Die Schwester“ (Jodie Foster) mit ihrem treuen Gehilfen Everest (Dave Bautista) in „Hotel Artemis (Copyright: Matt Kennedy / Concorde Home Entertainment)

Schade! Besonders deshalb, da mit Dave Bautista („Avengers: Infinity War“, „Guardians of the Galaxy“), Jeff Goldblum („Thor: Tag der Entscheidung“, „Jurassic World: Das gefallene Königreich“), Sterling K. Brown („Black Panther“), Sofia Boutella („Die Mumie“, „Star Trek: Beyond“), Charlie Day („Pacific Rim 2: Uprising“) und Zachary Quinto („Star Trek“, „Snowden“) weitere namhafte Schauspieler an die Seite der Oscar-Preisträgerin Jodie Foster (zuletzt „Elysium“) gestellt wurden.

Sie alle machen einen großartigen Job. In „Hotel Artemis“ dominiert aber dennoch die Frauenpower. Nicht zuletzt durch die schlagkräftige Sofia Boutella, aber vor allem durch eine herausragende Jodie Foster als durch den Film trippelnde „kleine, alte Frau“.

Fazit

Auch wenn die Umsetzung von „Hotel Artemis“ den guten Ansätzen und Ideen letztlich nur bedingt gerecht wird, lohnt sich ein Reinschauen für alle, die jene starken Frauenfiguren im Kontext eines dystopischen Action-Thrillers nicht verpassen möchten.

Trailer

Handlung

Im Los Angeles des Jahres 2028 versinken die Straßen im Chaos eines außer Kontrolle geratenen Bürgeraufstands: Für Waikiki und seine Kumpane die perfekte Gelegenheit, eine Bank zu überfallen. Als ihr Raubzug vom Kugelhagel der Polizei unterbrochen wird, bleibt der schwerverletzten Gang nur ein Ort, an den sie sich retten kann: Hotel Artemis – ein zum Mythos erklärtes, geheimes Krankenhaus für Schwerverbrecher. Unter der Obhut der Schwester und ihres Assistenten glaubt sich Waikiki zunächst sicher. Doch der wahre Ärger beginnt, als plötzlich weitere Outlaws im Hotel einchecken.

(Quelle: Concorde Home Entertainment)

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Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 03.12.2018
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 95 Minuten
Extras: Interviews mit Hauptdarsteller und Regisseur / Audiokommentar mit Regisseur Drew Pearce und Produzent Adam Siegel / Deutscher Trailer und Original-Kinotrailer

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde