Review

Es ist relativ selten, dass es Filme aus Südkorea schaffen, hierzulande veröffentlicht zu werden. Dies liegt sicherlich nicht daran, dass der asiatische Film per se den europäischen Geschmack nicht trifft, was ja viele japanische Filme beweisen, die sich gut in unseren Breiten verkauft haben und verkaufen, sondern daran, dass es einfach nicht allzu viele hochwertige Streifen aus Südkorea gibt.

Eine spannende Ausnahme ist der Titel „Hide and Seek – Kein Entkommen“, der bereits in Südkorea großen Erfolg hatte. Das ist vor allem aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen Low-Budget Film handelt, bemerkenswert.
Dass bei der Produktion nur sehr wenig Geld in die Hand genommen wurde, merkt man „Hide and Seek“ kaum an. Da es sich um einen Thriller handelt, der auf einer wahren Begebenheit beruht und sich im Grunde nur innerhalb einer Nachbarschaft abspielt, konnte bei den Locations schon einmal gespart werden, ohne dass der Zuschauer dies merkt. Auch die zwar spärlichen, aber recht intensiven Szenen, in denen Effekte eingesetzt wurden, sind hervorragend umgesetzt und lassen im Grunde keine Wünsche offen.

Ein Punkt, bei dem sicherlich nicht gespart wurde, ist die Besetzung. Alle gecasteten Schauspieler machen einen sehr guten Job und spielen ihre Rollen überzeugend. Lediglich die Synchronisation ist nicht immer optisch perfekt, dies liegt aber nicht am mangelnden Budget der deutschen Lokalisation, sondern daran, dass es – im Gegensatz zum Englischen – beim Sükoreanischen sehr schwer ist, zu den Lippenbewegungen passend deutsch zu synchronisieren.

Plötzlich ist das normale Leben vorbei ... (Copyright: Edel:Motion)

Plötzlich ist das normale Leben vorbei … (Copyright: Edel:Motion)

Die Story von „Hide and Seek“ ist so einfach wie gelungen: Sung-soo führt eigentlich ein sehr schönes Leben. Er besitzt einen guten Job, eine wunderbare Familie und er ist glücklich mit seiner Situation. Diese bekommt einen Knick, als plötzlich sein Bruder verschwindet und kurz darauf in seiner Nachbarschaft auch noch ein Mord geschieht. Als dann auch noch sowohl an der Wohnung des Mordopfers als auch an der von Sung-soo merkwürdige Zeichen auftauchen, ist er irritiert. Steckt am Ende sein Bruder hinter dem Ganzen?

Diese Geschichte wird sehr gut und vor allem dynamisch erzählt, sodass „Hide and Seek“ den Zuschauer schnell in seinen Bann zieht. Es ist leicht, sich in die Situation des Protagonisten hineinzuversetzen und mit diesem mitzuleiden. „Hide and Seek“ setzt dabei nicht auf die insbesondere bei japanischen Filmen üblichen Blutorgien, sondern versucht durchgehend, glaubhaft zu bleiben. Dies gelingt dem Streifen außerordentlich.

„Hide and Seek“ ist ein absoluter Geheimtipp nicht nur für Freunde des asiatischen Films, sondern generell für jene, die auf intelligent erzählte und gut inszenierte Thriller stehen. Zwar handelt es sich um eine Low-Budget Produktion, die zu keinem Zeitpunkt bombastische Effekte zum Einsatz kommen lässt, dies ist der Glaubwürdigkeit allerdings durchaus zuträglich.

Trailer

Handlung

Bilderbuchfamilie, Traumjob und exklusives Apartment: Auf den ersten Blick führt Sung-soo das perfekte Leben. Doch der Schein trügt – der erfolgreiche Geschäftsmann leidet nicht nur an starken Schlaf- und Zwangsstörungen, sondern trägt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich …
Eines Tages verschwindet plötzlich sein Bruder, kurz nachdem in der Nachbarschaft ein brutaler Mord geschah. Auf der Suche nach seinem Bruder kommt es zu beängstigenden Vorfällen, jemand scheint ihm aufzulauern. Sung-soo entdeckt rätselhafte Symbole an der Wohnung der Ermordeten – und auch an seiner eigenen Haustür. Treibt der Bruder ein bösartiges Spiel mit ihnen? Regisseur Huh Jung liefert einen nervenzerreißenden Thriller der Extraklasse ab, der obendrein auf einer wahren Begebenheit beruht.

(Copyright: Edel:Motion)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Koreanisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 26.09.2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 104 Minuten



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.