Review

Es scheint fast so, als ob der siebte Teil von „Hellsing: Ultimate“ nun endlich an die alte Form von Volume eins und zwei anknüpft. Nachdem die beiden vorherigen Teile trotz Schwankungen durchweg solide Erfolge vorweisen konnten, geht es nun in Volume sieben buchstäblich wieder ab. Und zwar in Hellsing eigener Manier. Mit diesem Werk beweist die Serie wieder, wie einzigartig sie eigentlich ist.

Für Bernadotte und seine Männer wird es langsam eng, während sie sich der Vampire erwehren müssen. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Für Bernadotte und seine Männer wird es langsam eng, während sie sich der Vampire erwehren müssen. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Zooling Blitz mäht sich förmlich durch die Reihen der Wildgänse. Trotz allen Stolzes und kampferprobter Erfahrung sind Bernadottes Männer für die Vampire nur fleischgewordenes Kanonenfutter. Hellsings letzter Trumpf in dieser aussichtslosen Situation: Seras Victoria.

In einem darf man sich bei „Hellsing: Ultimate OVA Volume VII“ einig sein: Das Niveau der Qualität wurde wie gewohnt gehalten und es wird erneut eine Menge Energie vermittelt. Es wird sich hier sogar noch mal ein Stück weit selbst übertroffen.

Allerdings steht dieses kleine rote Kästchen mit der „18“ links unten auf dem Cover nicht umsonst. An Hellsings Prinzip der Gewalt sollte man sich ja mittlerweile gewöhnt haben, doch hier hat man sich damit wirklich zu sehr hinreißen lassen. Gerade wenn man denkt, man hätte das höchstmögliche Level erreicht, setzt dieser Anime erneut einen drauf.

Wenn man Volume sieben zusammenfassen müsste, wäre wohl „over the top“ die treffende Bezeichnung. In keinem anderen Teil wurde so grausam agiert. Es geht schon weit über das literweise Blutvergießen hinaus. Jetzt könnte man denken „Na toll, da hat man es sich ja einfach gemacht und die 45 Minuten nur mit stumpfen Gewaltszenen gefüllt“ – und man würde wohl auch richtig liegen, wenn es sich um eine amateurhafte Produktion handelt.

Mit ihrer Magie setzt Zooling Blitz ihre Gegner weiter unter Druck. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Mit ihrer Magie setzt Zooling Blitz ihre Gegner weiter unter Druck. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Aber die Hellsing-Reihe übertrumpft bekanntlich mit ihrer visuellen Darstellung jegliches stupides Gemetzel. So fanatisch und drastisch, wie sich die Szenerie hier gestaltet, reißt es den Zuschauer viel öfter mit, als dass man das Ganze stirnrunzelnd über sich ergehen lässt. Neben einer Menge Gore spielen auch Mimik und Gestik eine große Rolle.
Indem man von der Umwelt in Nummer sieben so gar nichts mitkriegt, beschränkt sich der Fokus stark auf das Hellsing-Anwesen. Die engen Korridore lassen die Animationen noch mal stärker hervorstechen, da man die Figuren nicht im Copy-Paste-Verfahren über ein offenes Feld hetzen lassen muss.

Es sei noch einmal gesagt, dass „Hellsing: Ultimate OVA Volume VII“ wirklich gnadenlos brutal ist und keine Kompromisse eingeht. Von einer erzählten Story kaum eine Spur, aber sind wir mal ehrlich, diese ist auch nicht gerade eine Stärke der Serie. Mit Ausnahme vielleicht, wenn es um die Protagonisten geht. Geschickt werden hier dennoch zwischen all der Gewalt kurze Rückblicke eingeschoben. Und darum fühlt sich dieser Teil wieder rundum nach „Hellsing“ an. Es wird sich nicht viel mit dem Drumherum aufgehalten, sondern lediglich das Nötigste offen gelegt, ohne vom eigentlichen Kern der Handlung abzuweichen.

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Seras Victoria geht in die Vollen. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Nur ein paar Kleinigkeiten trüben den durchweg guten Eindruck, der hier vermittel wird. Unter anderem kommen bei der deutschen Synchro die tragenden Emotionen manchmal einfach nicht rüber (etwas, was die meisten von euch nicht wundern sollte), aber dafür kann man ja auf japanischen Originalton umschalten. Außerdem gibt es eine Stelle, in der die Nazi-Vampire auf einmal anfangen, wie Gourmets über den Geschmack ihrer toten „Delikatessen“ zu diskutieren, was sie schlagartig gar nicht mehr bedrohlich wirken lässt. Zum Glück pustet ihnen Seras schnell die Lichter aus, sodass man sich mit dieser Szene nicht allzu lange abgeben muss.

Auch wenn Alucard mit seinem Flugzeugträger scheinbar nie wirklich in London anzukommen scheint, erscheint einem Seras als passender Ersatz, die komplette Serie zu übernehmen. Besonders weil man hier den wichtigen Charakteren genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt hat wie den actiongeladenen Animationen. Der leicht abgekühlte Ritt durch die Hölle entflammt nun wieder vollends und sorgt dafür, dass man auf ein Neues mit gutem Gewissen so richtig in die „Hellsing“-Reihe einsteigen kann. Zu Recht „episch“.

Trailer

Handlung

Nachdem es Seras gelungen ist, die feindlichen Nazi-Soldaten zu besiegen, eilt sie Wild Geese zu Hilfe, die gegen Zooling Blitz chancenlos scheinen. Zoolings besondere Fähigkeiten wirken übermächtig und ihr gelingt es sogar, Seras in einer Illusion gefangen zu nehmen. Dort ist Seras gezwungen, sich erneut ihrer traumatischen Vergangenheit zu stellen. Um gegen diesen überlegenen Gegner eine Chance zu haben, müssen sich Seras und Bernadotte zusammentun und ihre Kräfte bündeln.

(Quelle: Nipponart)

Details

Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (DTS 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Gonzo
Publisher: Nipponart
Erscheinungstermin: 28.08.2015
Produktionsjahr: 2006
Spieldauer: 45 Minuten
Extras: Booklet, Textless Ending, Trailer

Copyright Cover: Nipponart



Über den Autor

Christopher