Review

Der gleißende Schein des Mondes wird von den gewaltigen Zeppelinen des Majors verdunkelt, die nun endlich in London angekommen sind. Gleich darauf stürzen Hunderte von Vampir-Zombies aus dem Himmel auf die Stadt hinab, um die Straßen mit dem Blut der Bewohner rot zu färben.
Mit „Hellsing: Ultimate Volume V“ geht es ab sofort in die ernste Phase über. Und auch hier wird vor allem die Stabilität sämtlicher Extremitäten sowie anderer Teile des Körpers wieder stark auf die Probe gestellt.

"Millenium" entsendet seine gezüchteten Vampir-Soldaten, um London dem Erdboden gleich zu machen. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

„Millenium“ entsendet seine gezüchteten Vampir-Soldaten, um London dem Erdboden gleich zu machen. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Der Protagonist sitzt leider immer noch auf dem Flugzeugträger „Eagle“ fest und mit dieser Misere beginnt auch der fünfte Teil der OVA. Aber anstatt einer düsteren Einleitung zum Titel darf man sich mit ein wenig stumpfer Slapstick-Komik zufriedengeben, genauer gesagt mit dem typischen Running Gag bei „Hellsing“, dem Geist einer Waffe, der zu einem spricht. Zugegeben, die Referenzen zu verschiedenen Filmen sind zwar ganz lustig, aber auch nur beim ersten Mal.

Beginnt dann nach vielen Dialogen die Invasionsphase, geht der Unterhaltungsfaktor steil nach oben.
Das Ganze wurde gewohnt ausgezeichnet in Szene gesetzt. Besonders das Stadtfeeling samt Big Ben wurde visuell gut eingefangen. Die dazu mordenden Zombies in alten SS-Uniformen, die über jazziger Rock-Musik Menschen abschlachten, beweisen wieder einmal den bizarren Charakter der „Hellsing“-Reihe.
Auf Höhepunkt-Kämpfe Mann gegen Mann muss man bei diesem Teil leider verzichten. Zwar tritt Walter erneut spektakulär in Aktion, aber für das Duell mit einem Bekannten muss man sich bis „Hellsing: Ultimate Volume VI“ gedulden.

Fast jeder Charakter der Hellsing-Reihe glänzt durch eine bedrohliche Ausstrahlung und natürlich mit der typischen Lichtspiegelung. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Fast jeder Charakter der „Hellsing“-Reihe glänzt durch eine bedrohliche Ausstrahlung und natürlich mit der typischen Lichtspiegelung. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Ein Plus gibt es hingegen für das Charakterdesign, da die Figuren aus „Hellsing“ oft durch unscheinbare Outfits auffallen und somit viel mehr Präsenz ausstrahlen, was vor allem die Gegenspieler der Hellsing-Organisation angeht, die mit unterschiedlichen Eigenschaften glänzen. Besonders gespannt sein darf man auf die Neuzugänge Heinkel Wolfe, gekleidet als Priesterin mit Pistolen, und Yumie, ihres Zeichens Katana schwingende Nonne. Für zwei Figuren, die das Cover der DVD zieren, erhalten die beiden allerdings erstaunlich wenig Screentime – ca. eine Minute um genau zu sein. Ja, ich hab die Zeit gestoppt, aber es wäre einfacher gewesen, den Zeitpunkt anzugeben, ab dem sie überhaupt mal vorkommen. Genau nach 35 Minuten und acht Sekunden, also quasi erst am Ende des Teils, erscheinen die beiden Anhänger von „Iskariot“.

Viel Zeit für Handgreiflichkeiten bleibt also nicht mehr, da diese Folge im Gegensatz zu den vorherigen nicht 60, sondern nur 45 Minuten lang ist. Abzüglich Abspann und Vorschau versteht sich. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Story-Elemente, bis auf die Invasion, stark gestopft wirken und nur ansatzweise behandelt werden. Auch auf einen Auftritt vom Protagonisten Alucard über den Anfang hinaus hofft man vergeblich. Seras Victoria glänzt in Volume 5 hingegen mit vollkommener Abwesenheit.

Abseits von der Hetzjagd durch die Story kann man wohl erwarten, dass „Hellsing“ optisch wieder einiges hergibt. Neben den von Wahnsinn gezeichneten Gesichtszügen versteht es kein anderer Anime, eine Stadt mit einer so brennenden Atmosphäre zu versehen wie „Hellsing“. Die CGI-Effekte wirken dieses Mal deutlich klobiger, besonders wenn es beispielsweise um die Animation eines Autos geht. Dabei zeigt der Anime deutliche Stärken in den handgezeichneten Szenen, die sich von den 3D-Modellen deutlich abheben. Stärken zeigen sich ebenfalls in den Animationen der Kampfszenen bzw. sehr dynamisch in den Bewegungen der Figuren. Man darf also weiterhin ein durchgehend hohes Niveau erwarten, welches die „Hellsing“-Reihe stets zu beweisen weiß.

Auch Alexander Andersen mischt wieder auf seine eigene Art und Weise im Geschehen mit. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Auch Alexander Andersen mischt wieder auf seine eigene Art und Weise im Geschehen mit. (Copyright: 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE)

Natürlich steht eben jene Reihe auch für das obligatorische Abschlachten von allem, was den Bildschirm betritt. Und auch das bekommt man als Fan mit „Hellsing: Ultimate Volume V“ wieder in einem gesunden Maß. Epische Kämpfe zwischen Hauptpersonen, die alles andere als Kanonenfutter darstellen, sind jedoch rar gesät. Einzig auf Alexander Andersens exzentrische Art kann man sich verlassen, der mit seinen Mitstreitern mitten auf dem Schlachtfeld London eine Art verdrehte Messe abhält.

Trotz des typischen „Hellsing“-Feelings und der üblichen Action kommt Volume 5 überwiegend wie eine Filler-Episode rüber. Dieser Teil leidet unter den kurzen 45 Minuten, die sich auch genau so anfühlen. Ruck, zuck ist man durch mit „Hellsing: Ultimate Volume V“ und anstatt, dass sich das Geschehen immer weiter zur Klimax aufbaut, werden nur gelegentlich wilde Wellen geschlagen. Optisch wieder mal Bombe und Fans bekommen hier auf jeden Fall etwas geboten, aber verglichen mit den Vorgängern wird dieses Mal nur die Überbrückung zwischen Volume IV und VI geschaffen. Ein wenig stark komprimiert, bleibt Volume V dennoch hinter den geschaffenen Erwartungen nicht zurück.

Trailer

Handlung

Als die Königin von England von den Plänen der Millennium-Gruppe erfährt, beruft sie eigens eine Versammlung mit der Hellsing-Organisation und dem Iskariot ein. Doch das Treffen wird jäh unterbrochen durch eine Videonachricht des Majors, dem Anführer von Millennium, in der er dem britischen Königreich den Krieg erklärt! Während der Major mit einer ganzen Flotte an Kriegsflugschiffen bereits Richtung England unterwegs ist, kapern Rip van Winkle, eine seiner grausamsten Verbündeten, und ihr Werwolf-Einsatztrupp den britischen Flugzeugträger Eagle. Doch sie hat ihre Rechnung ohne Alucard gemacht!

(Quelle: Amazon Produktbeschreibung)

Details

Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (DTS 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Gonzo
Publisher: Nipponart
Erscheinungstermin: 10.07.2015
Produktionsjahr: 2005
Spieldauer: 45 Minuten
Extras: Booklet

Copyright Cover: Nipponart



Über den Autor

Christopher