Review

Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass es insbesondere im Bereich des Horrorfilms einige Kategorien gibt, die derart umfangreich bedient wurden, dass es schwer ist, aus der Masse herauszustechen. So geht es zum Beispiel dem Thema „Verfluchtes Haus“.
Zahlreiche schlechte Streifen müllen dieses Motiv zu und verhindern recht effektiv, dass man sich auf neue Filme mit diesem Bezug freut. Daher war es nicht verwunderlich, dass ich zunächst sehr skeptisch war, als ich die DVD „Haunt – Das Böse erwacht“ in Händen hielt.

Doch einmal in den Player gelegt, zeigt „Haunt“ schnell, dass es auch für überfüllte Subgenres noch Hoffnung gibt. Denn obwohl weder Regisseur Mac Carter, der hier sein Debüt vorlegt, noch die Hauptdarsteller Liana Liberato und Harrison Gilbertson, die als Jungstars und hoffnungsvolle Newcomer gelten, große Namen sind, weiß „Haunt – Das Böse erwacht“ in vielen Punkten zu überzeugen.

Da wären zunächst einmal die Bilder, die durchweg dafür sorgen, dass beim Zuseher eine Grundschauerstimmung herrscht. Jederzeit rechnet man mit Schockmomenten, die dann – natürlich – nicht kommen, denn schließlich erschreckt man sich bei einem guten Horrorstreifen nicht dann, wenn man damit rechnet.

Insgesamt ist dieser Film sehr farbreduziert, kommt in der Anfangssequenz sogar schwarz-weiß daher. Zwar ist auch diese Vorgehensweise nichts Neues, durch geschickte Kameraführungen zeigt Regisseur Mac Carter aber, dass man dennoch innovativ wirken kann.

Haunt - Das Böse erwacht (Copyright: Universum Film)

Haunt – Das Böse erwacht (Copyright: Universum Film)

Der Soundtrack spielt sich wie im Genre üblich die meiste Zeit dezent im Hintergrund ab und sorgt für die richtige Atmosphäre. Hier und da bricht er durch und unterstützt gezielt einen Schockeffekt. Damit ist die Musik ein nicht unwichtiges Detail, welches bei „Haunt – Das Böse erwacht“ ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde.

Die schauspielerische Leistung ist durchweg gut. Man braucht eben nicht immer große Namen, um einen guten Film zu produzieren.
Alle Darsteller sind den Rollen entsprechend besetzt und spielen diese durchgehend überzeugend und glaubhaft.

Und die Story? Diese kann man im Kern durchaus als abgegriffen bezeichnen: Gutbürgerliche amerikanische Familie zieht in ein Haus, in dem bereits viele Menschen umkamen und das deshalb verflucht ist. „Home sweet Home“ am Arsch quasi. Aber auch hier zieht Mac Carter Joker, denn der Regisseur holt sehr viel aus der Story heraus und sorgt nicht nur für stets gut platzierte und funktionierende Schockmomente, sondern tatsächlich dafür, dass man oftmals nicht ahnt, wie es weitergeht.
Okay, das Ende ist vorhersehbar, das trifft aber auf viele Filme dieses Genres zu.

Unter dem Strich ist „Haunt – Das Böse erwacht“ also ein durchaus sehenswerter Streifen, der endlich mal wieder frischen Wind in die Geschichten um verfluchte Häuser bringt und für gute Unterhaltung sorgt.

Trailer

Inhalt

Als der introvertierte Evan mit seiner Familie in ein neues Haus zieht, ahnt niemand etwas von dessen düsterer Vergangenheit. Sofort findet er Gefallen an seiner neuen mysteriösen und hübschen Nachbarin Samantha, die ihm von einem Fluch erzählt, der auf dem Haus liegt. Als Evan und Samantha auf dem Dachboden des Hauses eine Box entdecken, mit der man angeblich Kontakt zu den Toten aufnehmen kann, öffnen sie die Tür zu einer anderen Welt, die besser hätte geschlossen bleiben sollen …

(Copyright: Universum Film)

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 27. Juni 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 85 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.