Review

Nach der gleichnamigen Manga-Reihe von Sōsuke Kaise wurde 2004 bereits die Anime-Adaption in Angriff genommen, welche nun auch endlich im Gesamtpaket auf drei DVDs über Nipponart erhältlich ist. Und mit „Grenadier“ bekommt man einen wahrhaften Action- und Comedy-Kracher, der sich auch noch optisch sehen lassen kann.

Japan zur Feudalzeit; der Bürgerkrieg ist in vollem Gange. Dabei bekämpfen sich vor allem die traditionsgebundenen Samurai mit den sogenannten Sehnshi, Kriegern, die im Umgang mit Schusswaffen ausgebildet wurden. Und inmitten dieses Treibens befinden sich Yajiro und Rushuna, zwei Jugendliche, die durch das Land reisen und ihre Kräfte dort einsetzen, wo sie gebraucht werden. Doch Rushua hat noch eine andere Aufgabe: Sie will Frieden unter die Menschen bringen, was sich allerdings aufgrund von Intrigen und der allgegenwärtigen Machtgier als sehr schwierig herausstellt.

Wenn sich ein Anime die Sympathie des Zuschauers direkt von Beginn an sichern kann, dann ist es definitiv „Grenadier“ – nicht nur durch die Charaktere, sondern auch durch einen leichten Aufbau und dem beständigen Voranschreiten der Handlung ohne Lückenfüller. Dies alles präsentiert man in einem entsprechenden Rahmen und natürlich darf auch die Action nicht fehlen, während selbst der Humor und sogar der Fanservice auf einem vertretbaren Niveau gehalten werden.

Für einen Battle-Anime ist sogar die Umsetzung nicht zu überzogen, sodass „Grenadier“ eine Sendung gewesen wäre, die damals gut im deutschen Fernsehen neben One Piece und Dragon Ball hätte laufen können.
Das Design der Charaktere ist eine Mischung aus für das Zeitalter traditioneller Kleidung mit einem gewissen modernen Touch. Ganz anders verhält es sich mit der Umgebung, die klassisch und trotzdem effektvoll in Szene gesetzt wurde.

Die Handlung betreffend bricht man mit „Grenadier“ nicht gerade durch die Wand der Innovationen, aber man verstrickt sich auch nicht in Absurditäten. Der Zuschauer kann sogar über den Slapstick-Humor lachen, welcher sich aber nie übermäßig in den Vordergrund stellt, sondern zwischendurch den Plot etwas auflockert. Allerdings gibt es auch Elemente, die manche Szenen einfach zu lächerlich wirken lassen. Grund dafür ist unter anderem der Fanservice, ohne welchen „Grenadier“ auch gut ausgekommen wäre.

Obwohl sie manchmal etwas unbeholfen und hölzern wirken, kann man hier zudem von gelungenen Animationen ausgehen. Viel wichtiger sind diese jedoch in den einzelnen Kampfszenen und dort klappt eigentlich alles immer reibungslos. Die Idee, Rushuna als eine Art Meisterschützin bzw. Cowgirl auftreten zu lassen, kommt immer wieder zum Tragen und verleiht den Szenen viel zusätzliche Dynamik. Außerdem kann sich der Zuschauer stets an den Klängen des Mündungsfeuers erfreuen, welches den typischen Sound aus einem Westernfilm mit sich bringt.

"Grenadier" bietet knallharte Action mit noch härteren Feuergefechten. (Copyright: 2004 Sousuke Kaise /Kadokawashoten /Grenadier Project)

„Grenadier“ bietet knallharte Action mit noch härteren Feuergefechten. (Copyright: 2004 Sousuke Kaise /Kadokawashoten /Grenadier Project)

Etwas, das zwar nicht oft vorkommt, hier allerdings positiv hervorzuheben ist, ist die deutsche Synchronisation.
Uschi Hugo als Rushuna und Tommy Morgenstern als Yajiro ergänzen sich perfekt und bilden mit ihren Stimmen das perfekte Pärchen für diesen Anime.
Man wird noch viele weitere bekannte Organe in „Grenadier“ entdecken und alle liefern eine wirklich gute Performance ab.
Daher ist es nicht unbedingt nötig, sich mit Untertiteln zur japanischen Originalvertonung zu quälen.

„Grenadier“ bietet zwar nichts Bahnbrechendes, aber dafür eine Menge Unterhaltung, durch die man längere Zeit an die Serie gefesselt wird. Der Zuschauer wird mit den Charakteren sofort warm, ohne große Hintergrundgeschichten aufgezwungen zu bekommen. Die Folgen gestalten sich abwechslungsreich und manchmal kommen auch Eigenarten des Animes zum Vorschein. Für Fans also eine absolute Empfehlung und auch für diejenigen, die mal wieder etwas leichte Kost brauchen, ohne sich einen Kopf um diverse Handlungsstränge zu machen.

Handlung

Während im ganzen Reich Kriege herrschen, verdingen sich junge Männer als Samurai, um ihren Lehnsherren zu dienen. Eines Tages lernt der herrenlose Krieger Yajiro die bildhübsche Rushuna kennen. Wie sich herausstellt, ist die offenherzige Schönheit eine Meisterschützin und somit eine nicht zu unterschätzende Kämpferin. Dennoch möchte sie Konflikte nicht mit Waffengewalt, sondern mit der Macht der Liebe lösen.

(Copyright: Nipponart)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: TAC
Publisher: Nipponart
Erscheinungstermin: 29.04.2016
Produktionsjahr: 2004
Spieldauer: ca. 300 Minuten
Extras: Sticker, Poster

Copyright Cover: Nipponart



Über den Autor

Christopher