Review

Zwei verschiedene Abhandlungen, die die „Full Metal Panic!“-Reihe zum großen Teil in ihre Genres aufteilen: „FUMOFFU“ bietet als Spin-off mit seinen Comedy-Elementen ein Feuerwerk an Slapstick, während es mit „The Second Raid“ storymäßig und vor allem actionreicher vorangeht. Aber obwohl hier ein kontrastreicher Fokus zu erkennen ist, verfügen beide Seiten dennoch über einen kleinen Anteil verschiedener Einflüsse des jeweils anderen.

Anime "Full Metal Panic!" ist zurück und mit ihm die mechanischen Mitstriter (Copyright:  Shouji Gatou – Shikidouji / MITHRIL )

Anime „Full Metal Panic!“ ist zurück und mit ihm die mechanischen Mitstreiter. (Copyright: Shouji Gatou – Shikidouji / MITHRIL )

Nach der ereignisreichen Zeit aus „Full Metal Panic! – Volume 1“ heißt es für die Protagonisten Sousuke Sagara und Kaname Chidori wieder, dem normalen Alltag als Schüler nachzugehen. Was auch immer „normal“ für Sousuke bedeuten soll, denn sein Verhalten kann man in üblicher Manier mit allem anderen außer „normal“ betiteln. Und so prahlt „FUMOFFU“ mit einer Menge pubertärem und stumpfem Humor, in dem vor allem Kaname dafür sorgen muss, dass Sousuke nicht die komplette Schule in die Luft sprengt.

Was die verschiedenen Episoden angeht, kann man von dem berühmten zweischneidigem Schwert sprechen. Das Niveau ebenjener schwankt von durchaus unterhaltsam bis hin zu irrelevant und ignorierbar. Dies zeugt natürlich auch von einer subjektiven Meinung, aber entweder das Geschehen zündet beim Zuschauer oder eben nicht.

An den typischen Charakterzügen der Figuren hat sich nichts verändert. Sousuke ist immer noch der militante Junge ohne jegliches Feingefühl und Kaname die selbstbewusste, aber fürsorgliche Schülersprecherin. Eine chemische Reaktion, die im Vorgänger schon für Zündstoff sorgte. Viel Entwicklung in der Richtung darf man bei „FUMOFFU“ nicht erwarten, da aus diesen Eigenheiten erst der typische Slapstick entstehen kann. Im Laufe kommen sich die beiden immer näher, das Ganze wird aber übelst in die Länge gezogen.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt fragt man sich dann doch, wo denn jetzt die Fanservice-Folge bleibt. Kein Spin-off ohne nackte Protagonisten und zweideutige Anspielungen. Und ja, diese Folge gibt es auch, aber vormals besticht sie durch die unterhaltsame Nebenhandlung der Jungs.

Deutliches Highlight, als Entschädigung für die schwankende Vergnügung, bildet die letzte Folge. Die Handlung ist so was von „over the top“, dass sie schon keinen Vergleich mehr zu dem Rest bietet. Auch visuell wird hier einiges aufgefahren, sodass diese Episode einfach am besten aussieht. Eine perfekte Überleitung zu …

In "FUMOFFU" hat Kaname Chidori alle Hände voll zu tun, vorallem mit Sousuke Sagara (Copyright: Shouji Gatou – Shikidouji / MITHRIL)

In „FUMOFFU“ hat Kaname Chidori alle Hände voll zu tun, vorallem mit Sousuke Sagara (Copyright: Shouji Gatou – Shikidouji / MITHRIL)

„Full Metal Panic! The Second Raid“ oder auch „Mecha Galore“, denn ab sofort werden wieder ernstere Töne angeschlagen. Dabei merkt man doch, dass man hier viel fokussierter vorgeht als bei Volume 1. Die Episoden zeugen nicht mehr von einem Durcheinander und zwischendurch kommt sogar eine Menge Atmosphäre auf. Aber keinesfalls jene klischierte Atmosphäre, die einen berührt, sondern äußerst drückend und bedrohlich authentisch, zuweilen sogar noch um einiges grausamer.

Natürlich dürfen auch die obligatorischen Gegenspieler nicht fehlen, welche in „The Second Raid“ ausnahmsweise fernab jeglicher Klischees agieren. Na gut, ein wenig Klischee ist dann doch dabei.

Hauptantagonist Gates beispielsweise, profiliert sich nicht mit einem düsteren und kalten Wesen, sondern mehr durch die Präsenz eines Psychopathen. Vielleicht ist es sogar noch bedrohlicher, wenn man einen Typen „Ave Maria“ singen hört, während um ihn herum Menschen abgeschlachtet werden. Außerdem lässt ihn seine soziopathische Art zu keiner Zeit durchschaubar wirken. Ebenso verhält es sich mit den emotionslosen Zwillingen Yui Lan und Yui Jan (zum Glück besteht äußerlich keine allzu große Verwechslungsgefahr). Ihre Kampfstile im Arm Slave und im Nahkampf ähneln sich stark, genau so wie es beide noch furchteinflößender wirken lässt. Obwohl ihre sehr große Zuneigung zueinander wohl nur dem Fanservice zugutekommt, bieten sie alles andere als Kanonenfutter.

Charakterlich ergeben sich beim Anime schon ein paar interessante neue Ansätze, welche auch noch vom Characterdevelopement unterstützt werden. Für Sousuke und Kaname bedeutet das: weg von den alten Marotten, damit man die nackte Wahrheit darunter sehen kann. In so manchen Situationen kann man ihre Verzweiflung förmlich spüren, was für so charakterstarke Figuren äußerst unüblich ist. Daher weicht die anfängliche Sympathie einem deutlich emotionalen Bezug zu den Protagonisten.

Ok, genug von der Kennenlernrunde und rein in die Materie. Im wahrsten Sinne „Materie“, denn das Hauptaugenmerk von „Full Metal Panic!“ liegt natürlich auf den Gefechten zwischen den Maschinen. Auch hier wurde ein deutlicher Schritt nach vorne getan. Die Kampfszenen sind mitreißend und besonders, wenn sich die Mechas durch die Reihen der Feinde mähen, sorgt dies beim Fan für eine Menge Befriedigung.

Spektakuläre Szenerie, die sich dem Zuschauer bietet, sobald Maschine auf Maschine trifft (Shouji Gatou – Shikidouji / MITHRIL)

Spektakuläre Szenerie, die sich dem Zuschauer bietet, sobald Maschine auf Maschine trifft (Shouji Gatou – Shikidouji / MITHRIL)

Das Gleiche gilt für die Animationen. Es gibt Momente in „Full Metal Panic! The Second Raid“, bei denen die Augen vor Euphorie strahlen werden, da neben explosionsartiger Action-Szenen die hochwertig animierte Bewegung menschlicher und mechanischer Natur dynamisch rüberkommt. Aber genauso flüssig wie die Animationen vonstattengehen, wundert man sich stets über die CGI-Effekte. Diese bilden durch ein klobiges Aussehen einen starken Kontrast zu der Handarbeit. Stellenweise gibt es sogar generierte Effekte, bei denen man sich fragt, welcher Amateur denn da am Werk war. Aber zum Glück muss man das immer nur wenige Sekunden ertragen.

Auch wenn die Akustik mit dem buntem Treiben nicht immer mithalten kann und eher eine solide Performance abliefert, so dürfen eingefleischte Anime-Fans sich freuen, denn „The Second Raid“ erscheint nur im japanischen Originalton mit optionalen Untertiteln.

Als Aperitif für die spannende Handlung fungiert „FUMOFFU“ eigentlich ganz gut. Es lockert die Stimmung mit mal mehr, mal weniger guten Episoden auf, durch die man vielleicht im Nachhinein die Charaktere ein wenig mehr zu schätzen weiß. Für den kleinen Gag zwischendurch durchaus geeignet. Im Vordergrund steht jedoch „The Second Raid“, dessen Fortschritt man im Aufbau der Folgen und in der optischen Darstellung loben muss. Außerdem wird dem Zuschauer zum besseren Einstieg eine Mischung aus Action und Slice-Of-Life angeboten. Wer dann immer noch nicht genug hat, darf noch auf die Extras zurückgreifen, die das OVA zu „The Second Raid“ und die Bonus Episode 000 anbieten. Trotz kleiner Makel gilt für Fans Zugriffs-Pflicht.

Handlung

Im Gegensatz zur Original-Serie stellt FULL METAL PANIC! FUMOFFU ein Comedy-Spin-Off der Reihe dar, das die High- School-, Romance- und Comedy-Elemente in den Fokus rückt. Im Mittelpunkt stehen dabei die romantischen Verflechtungen zwischen Protagonist Sousuke Sagara und Kaname Chidori, die in einem selten gesehenen Gag-Feuerwerk resultieren, bei dem kein Auge trocken bleibt – ein feucht-fröhlicher Dauerspaß mit allerlei Slapstick-Action und romantischen Verwirrungen.

In FULL METAL PANIC! THE SECOND RAID, der dritten Staffel der Erfolgs-Anime-Serie, die von Nipponart erstmalig in Deutschland im japanischen Originalton mit deutschen Untertiteln veröffentlicht wird, wartet erneut ein schwieriger Einsatz auf die Geheimorganisation Mithril, die mit ihren Kampf-Mechas, den sogenannten Arm Slaves, auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen dieser Erde für Recht und Ordnung sorgt. In der von Bürgerkrieg und einer harschen Militärdiktatur gebeutelten Republik von Balic stoßen die Kampfroboter von Mithril auf unerwartet heftige Gegenwehr. Dabei steht die Mannschaft des Mecha-Piloten Sousuke Sagara vor einer weiteren großen Herausforderung im Kampf gegen Terror und das korrupte Militär!

(Quelle: Nipponart)

Details

Format: PAL
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Japanisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 6
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Kyoto Animation
Publisher: Nipponart
Erscheinungstermin: 31.07.2015
Produktionsjahr: 2005
Spieldauer: ca. 650 Minuten
Extras: Booklet, The Second Raid: Bonus Episode 000

Copyright Cover: Nipponart



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Christopher