Review

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Parodien zu E.L. James‘ Verfilmung ihrer SM-Romanze „Fifty Shades of Grey“ auf die Menschheit losgelassen würden; immerhin bot das Original bereits viele Szenen, die unfreiwillig komisch waren. Diesem Material nahm sich Regisseur Michel Tiddes („Ghost Movie 1 & 2“) in Zusammenarbeit mit Marlon Wayans („Scary Movie“) an und sie zauberten „Fifty Shades of Black – Gefährliche Hiebe“ aus dem Hut.

Wie der Name der Komödie bereits verrät, wurde nicht nur mit dem Namen des Protagonisten gespielt, sondern dies zudem gleichzeitig dazu genutzt, auch visuell aus „Christian Grey“ einen „Christian Black“ zu modellieren. Jenen spielt Marlon Wayans selbst, der hier außerdem für das Drehbuch und als Produzent tätig ist.

Da in diese vom Handlungsablauf sehr schnelle (der Film hat eine kurzweilige Gesamtspielzeit von ca. 88 Minuten) und kompakt zusammengefasste Interpretation von „Fifty Shades of Grey“ viele bekannte Szenen des Originals aufgegriffen und (auch in optischer Hinsicht) beinahe unverändert in das eigene Machwerk übernommen wurden, ist es eine Notwendigkeit, den Ursprungsfilm zu kennen, um ihn in parodistischer Version tatsächlich lustig zu finden.

Doch selbst dann wird „Fifty Shades of Black“ trotzdem nicht den humoristischen Nerv eines jeden Zuschauers treffen. Wie viele andere Bereiche ist auch der Humor immer eine Frage des eigenen Geschmacks. Für die einen darf es nicht platt und plump genug sein, für die anderen sollte es kultivierter und intelligenter Witz sein, der zum Lachen animiert. „Fifty Shades of Black“ bedient sich häufig der ersten Variante und fährt zwar zuweilen auch mit subtilem Humor auf, räumt aber hauptsächlich Fäkalhumor und Albernheiten viel Platz ein.

Dabei ist „Fifty Shades of Black“ aber nicht nur eine Parodie auf sein direktes Vorbild, sondern nimmt gleichzeitig weitere Blockbuster wie „Magic Mike XXL“ und vor allem sich selbst auf die Schippe.
Dadurch erhöht sich das Gagpotenzial des Films, welches ausreichend ausgenutzt wird. Ob gekonnt und effektiv ist natürlich ebenfalls eine Frage des individuellen Geschmacks, doch insbesondere den Dialogen kann man – unabhängig vom eigenen Lustigkeitsempfinden – bescheinigen, dass sie auf ganzer Linie überzeugen und hin und wieder sogar mit Cleverness inmitten ihrer Spritzigkeit aufwarten.

Richtig sadistisch wird es in „Fifty Shades of Black“, wenn der Angebeteten als Bestrafung aus „Fifty Shades of Grey“ vorgelesen wird. (Copyright: Universum Film)

Ein häufiger Fehler, der in diesem Genre immer wieder gemacht wird: man schießt gerade in Sachen Humor über das Ziel hinaus. Dem kann sich auch „Fifty Shades of Black“ nicht entziehen, sodass es Passagen gibt, die selbst für eine Parodie zu überzogen wirken. Angesichts der Tatsache, dass der Originalfilm für viele Zuschauer schon unfreiwillig parodistische Züge besitzt, wäre dies gar nicht nötig gewesen. Und so überzeugen letztlich die subtileren Humor-Einlagen auch besser als die albernen Momente.

Doch schlimmer geht bekanntlich immer, und das trifft auch hier zu, denn unter den Parodien schneidet „Fifty Shades of Black“ weitaus weniger stupide ab als so mancher Genrekollege. Für jene, die das Original „Fifty Shades of Grey“ jedoch nicht kennen, sind die „Gefährlichen Hiebe“ aus oben genannten Gründen trotzdem nicht zu empfehlen; zu sehr lebt der Film von seinen Anspielungen und der Nähe zum Ursprungstitel, sodass die meisten Passagen dann nicht witzig und letztlich nur albern oder gar niveaulos wirken würden. Alle anderen sind hingegen herzlich zum Anschauen eingeladen.

Trailer

Handlung

„Fifty Shades of Black“ nimmt neben der megaerfolgreichen SM-Romanze „Fifty Shades of Grey“ auch andere Blockbuster wie „Magic Mike XXL“ aufs Korn und ist fesselnd und urkomisch zugleich!

Hannah, eine junge, introvertierte Studentin, lernt bei einem Interview den reichen Unternehmer Christian Black kennen. Der charismatische Geschäftsmann hat eine besondere, geheimnisvolle Art, welche Hannah auf Anhieb fasziniert. Schon bald aber muss sie schmerzlich erfahren, dass Black nicht gerade der romantische Typ ist. Im Gegenteil: Er möchte sie in die aufregende Welt der sadomasochistischen Praktiken einführen …

(Quelle: Universum Film) 

Details

Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 06.01.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 92 Minuten
Extras: Featurette / Deleted Scenes / Interview mit Marlon Wayans („Christian Black“, Drehbuch & Produzent)

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde