Review

Mit „Eureka Seven“ geht es weit hinaus in eine andere Welt. Das Studio Bones (u.a. „Full Metal Alchemist“, „Wolf’s Rain“) erweckt diesen Anime samt seiner Figuren in all seiner Pracht.

Als ein riesiger Roboter unwillkürlich das Zuhause von Renton und seinem Großvater zerstört, scheint sein Wunsch endlich wahr zu werden, abrupt aus seinem Alltag gerissen zu werden. Fasziniert von Eureka, der Pilotin der Maschine, schließt er sich kurzerhand der Gekkostate an, einer Gruppe von Piloten, die sich unter dem Radar des Gesetzes über den Planeten ziehen und sich mit teilweise illegalen Jobs über Wasser halten.

Woran man bei „Eureka Seven“ bereits nach dem Anspielen der ersten Folge nicht vorbei kommt, ist der grandiose Opening-Titel „Flow“ von Days. Nichts könnte diesen Anime besser widerspiegeln als dieses Intro. Tatsächlich ist es so, dass es beim weiteren Verfolgen der Serie schwerfällt, dieses zu überspringen. Anders als bei anderen Animes bleibt es sofort hängen. Wer es sich selbst einmal anhören bzw. anschauen möchte, kann dies hier tun.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. „Eureka Seven“ spielt in einer fiktiven Zukunftsidee und ist ein Bestreiter des Mecha-Genres. Dennoch gestaltet sich die Präsentation der militärischen Roboter etwas anders als bei beispielsweise „Gundam Seed“. Zur Fortbewegung wird nicht nur eine Transformation zum fahrbaren Untersatz, sondern auch ein Surfbrett benutzt. So finden die meisten Gefechte hoch in der Luft statt, während die sogenannten LFOs einen grellen Schweif durch die Luft hinter sich herziehen.

Was uns zum wichtigsten Element von „Eureka Seven“ bringt: die Animationen. Diese sind fantastisch.
Selten erlebt man so flüssige Bewegungen, das Nutzen von Perspektive und der überzeugenden Dynamik der Maschinen. Da sich der Anime sowieso einer durchweg bunten Darstellung bedient, wirkt die ganze Action noch einmal eine Spur explosiver. Auch was das Design angeht, wird hier nicht an Ideen gespart; zwar keine bahnbrechenden, aber immerhin glänzen die LFOs mit signifikanten Merkmalen.

Ein weiterer Grund, warum es schwerfallen wird, von „Eureka Seven“ loszukommen, sind die Charaktere. Mal abgesehen von den beiden sympathischen Protagonisten wurde der kompletten Crew der Gekkostate ein jeweiliger Charakter zugeteilt. Dadurch erscheinen die Personen nicht wie Nebenfiguren, dessen Zweck das Ausfüllen des Hintergrundes ist.

Leider kommt es immer mal wieder vor, dass bei verschiedenen Animes die deutsche Synchro qualitativ auf der Strecke bleibt. Hier jedoch nicht – bekannte Stimmen mit guter Performance. Für mich persönlich hätte ich mir zwar eine andere Verteilung der Synchronsprecher gewünscht, aber so etwas ist immer noch Geschmackssache. Und wer auf die deutsche Vertonung sowieso keinen Wert legt, der stellt auf die japanische Sprache um und genießt den sonst einwandfreien Soundtrack, der nach vorne geht und Atmosphäre schafft.

Mecha-Action mit beeindruckenden Animationen. (Copyright: 2005 BONES / Project EUREKA)

Mecha-Action mit beeindruckenden Animationen. (Copyright: 2005 BONES / Project EUREKA)

Der Plot gestaltet sich zu Beginn der ersten Episoden immer wieder unterhaltsam. Mit viel Humor, aber auch jeder Menge actiongeladenen Passagen geht es hier vonstatten. Dennoch sollte man sich davon nicht täuschen lassen, zumal „Eureka Seven“ ab der Mitte urplötzlich ganz andere Töne anschlägt und sogar schon fast ein wenig strange wirkt. Dass man sich so gut in das Geschehen einfindet, überdeckt die Tatsache, dass man eigentlich keine Ahnung hat, was los ist. Es wird kaum etwas erklärt und zuhauf fallen wichtige Fachwörter, hinter deren Bedeutung man ohne Erklärung zunächst gar nicht kommt. Kompensierte Erklärungen gibt es in einzelnen Folgen, genauso wie Rückblenden, die fast ganze Folgen einnehmen und den weiteren Verlauf der Story zum Stehen bringen.

Jedoch bleibt es bei diesen Kritikpunkten. Hat „Eureka Seven“ die Zuschauer erst einmal gepackt, wird er sie so schnell nicht mehr loslassen. Mit einem kompletten Verzicht auf jegliche Anime-Klischees und mit deutlichem Fokus auf das Erwachsenwerden, zwischenmenschliche Beziehungen und der Selbstfindung, offenbart sich einem hier ein Anime der Extraklasse. Zudem präsentiert „Eureka Seven“ ein ausgewogenes Verhältnis von Mecha-Gefechten und einer Welt, die sich nach und nach vor einem auftut. Auf in die Wellen!

Handlung

Der 14-jährige Renton wünscht sich nichts sehnlicher, als aus seinem langweiligen Alltag auszubrechen und Abenteuer zu erleben. Als eines Tages der riesige Roboter Nirvash in sein Zimmer stürzt und mit ihm dessen mysteriöse Pilotin Eureka, soll sich das Leben des Jungen tatsächlich drastisch verändern und sein größter Wunsch in Erfüllung gehen. Dass Abenteuer allerdings nicht nur Spaß bedeuten, muss Renton jedoch bald schon am eigenen Leib erfahren.

(Quelle: Nipponart)

Details

Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 5
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Bones
Publisher: Nipponart
Erscheinungstermin: 15.02.2015
Produktionsjahr: 2005
Spieldauer: ca. 625 Minuten
Extras: Postkarten-Set

Copyright Cover: Nipponart



Über den Autor

Christopher