Review

Bereits die Bücher rund um Carl Mørck und seinen mysteriösen Assistenten Assad, die gemeinsam das Sonderdezernat „Q“ bei der dänischen Polizei bilden, erfreuen sich allergrößter Beliebtheit. Der Autor Jussi Adler-Olsen hat mit diesen Romanen einen irrsinnigen Erfolg und landet regelmäßig auf der Bestsellerliste. Jetzt wurde mit „Erbarmen“ der erste Band der Reihe verfilmt.

Wer die Bücher gelesen hat, besitzt sicherlich hohe Erwartungen an den Film. Das Wichtigste ist zunächst die Besetzung, da man sich insbesondere vom grimmigen Carl sicherlich sein eigenes Bild gemacht hat. Dieser wurde jedoch mit Nikolaj Lie Kaas nahezu perfekt besetzt und auch sein kauziger Assistent Assad wird von Fares Fares sehr gut gespielt. Ebenso werden die Nebenrollen nicht stiefmütterlich behandelt und sehr passend besetzt, sodass sämtliche involvierte Personen äußerst authentisch wirken.

Die Handlung von „Erbarmen“ ist nah an der Buchvorlage, wurde jedoch stark gestrafft. Dieses Vorgehen ist beim Film jedoch nicht ungewöhnlich, sodass sich einige Details sicherlich unterscheiden. Zudem wurden einige Nebenhandlungen aufgrund der für Filme anderen Dramaturgie umgeschrieben. Der Kernfall ist jedoch absolut identisch mit jenem im Buch. Obwohl dieser sehr krass ist, wird er – wie auch in der Buchvorlage – nachvollziehbar erzählt, was für Authentizität sorgt.

Carl und Assad stehen vor einem großen Rätsel. (Copyright: Warner Home Video)

Carl und Assad stehen vor einem großen Rätsel. (Copyright: Warner Home Video)

Da es ja schon einige Jahre her ist, dass „Erbarmen“ als Buch erschien, ist der Inhalt sicherlich nicht mehr komplett im Gedächtnis, wodurch der Film auch bei jenen, die das Buch gelesen haben, zündet.

Die durchgehend herrschende unterschwellige Spannung schafft eine passende Atmosphäre, die zudem durch den dezenten Soundtrack sowie die farbreduzierten Bilder unterstützt wird. Die recht häufigen Wechsel zwischen Ermittlern und Opfer sorgen für eine sehr große Intensität.

Doch auch oder gerade, wenn man das Buch nicht kennt, offenbart „Erbarmen“ sein gesamtes Potenzial, denn dieser Film ist ein skandinavischer Thriller allererster Güte, welcher zwar diverse Stilmittel nutzt, die typisch für Filme aus dieser Region sind, aber trotzdem insbesondere durch die sehr intensive Geschichte aus der Masse heraussticht.

Man bekommt nach dem Konsum direkt Lust, die Bücher rund um Carl und Assad noch einmal durchzulesen, vor allem vor dem Hintergrund, dass diese offensichtlich ebenfalls verfilmt werden. „Erbarmen“ ist definitiv ganz großes Kino und es ist zu hoffen, dass auch die kommenden Filme dieser Reihe das hohe qualitative Niveau halten.

Trailer

Handlung

Nach einem katastrophal gescheiterten Einsatz wird Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) in die neu gegründete Sonderabteilung Q abgeschoben. Sein Auftrag ist klar: Er darf nicht mehr selbst ermitteln, sondern soll ungelöste Fälle möglichst schnell und geräuschlos zum Abschluss bringen. Doch es dauert nur wenige Tage, bis seine Sturheit ihn und seinen Assistenten Assad (Fares Fares) auf die Spur von Merete Lynggaard (Sonja Richter) führt. Die bekannte Politikerin ist vor Jahren auf mysteriöse Weise von einer Passagierfähre verschwunden. Und der einzige Zeuge, ihr Bruder, ist nicht vernehmungsfähig. Der Fall wurde als wahrscheinlicher Selbstmord zu den Akten gelegt, doch Carl und Assad finden Hinweise, die sie an dieser Version zweifeln lassen. Trotz anders lautender Anweisungen nehmen sie eigene Ermittlungen auf, tauchen in die Tiefen von Merete Lynggaards Vergangenheit ein – und beginnen langsam aber sicher zu verstehen, dass das Böse manchmal nur auf den richtigen Zeitpunkt wartet, bis es sich voller Grausamkeit und Horror in ein Leben drängt …

(Copyright: Warner Home Video)

Reihe

Die „Carl Mørck„-Reihe von Jussi Adler-Olsen:

– Erbarmen
– Schändung
– Erlösung
– Verachtung
– Erwartung

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch, Dänisch
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Warner Home Video
Erscheinungstermin: 25.09.2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 93 Minuten

Copyright Cover: Warner Home Video



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.