Review

Mit „Enkel für Anfänger“ wagt sich Regisseur Wolfgang Groos an eine Komödie für die ganze Familie, die nun auch im Heimkino erscheint.

In dieser finden sich allen voran Heiner Lauterbach, Barbara Sukowa und Maren Kroymann im Clash der Generationen wieder und müssen sich als „Leihopa“ bzw. „Leihoma“ ganz neuen Herausforderungen stellen.

Bewertung

Obschon das Thema viel hergibt, verpasst es „Enkel für Anfänger“ das gesamte Potenzial auszuschöpfen respektive ein Ausrufezeichen im Genre zu setzen. Stattdessen versinkt der Film viel zu schnell im typischen deutschen Spielfilm-/Komödien-Einerlei.

Viele filmische Konfliktsituationen werden nur unzureichend dargestellt bzw. ausgelotet. Alles dümpelt an der Oberfläche, ohne allzu tiefgründig zu werden oder den Zuschauer mitzureißen.
Einige der angeschnittenen Themen und Motive sind darüber hinaus für den kompletten Film und seine Handlung ohne Belang und erweisen sich schon bald als entbehrlich und erzwungen.

Was diesbezüglich zu viel ist, ist hinsichtlich des Gag-Potenzials zu wenig. Bis auf übersichtliche Ausnahmen verschenkt man diesbezüglich einiges. Mehr noch gestalten sich Humor sowie Inhalt von „Enkel für Anfänger“ sehr vorhersehbar.

Positiv sei allerdings ausnahmslos die Besetzung zu erwähnen. Passend verkörpern Lauterbach und Co. ihre jeweiligen Figuren und auch die Nachwuchstalente in den Rollen der Enkel wirken authentisch und nahbar.

Barbara Sukowa als hipp(i)e „Leihoma“ Philippa in „Enkel für Anfänger“. (Copyright: Studiocanal)

Dass ihren entsprechenden Charakteren die einen oder anderen Klischees und Stereotype zugeschrieben wurden, dafür können die Schauspieler nichts. Sie wirken in ihrem Spiel und in ihren Rollen aber genau dann am überzeugendsten, wenn sie sich von diesen schablonenhaften Charakterstudien auch mal laut Drehbuch lösen dürfen.

Fazit

„Enkel für Anfänger“ kann oder will sich nicht so richtig zwischen Komödie und Problemstudie (Thema „Generationskonflikt“ u.a.) entscheiden. Für eine Komödie nicht lustig genug, für eine Studie zu oberflächlich, entpuppt sich der Film daher leider insgesamt als nichts Halbes und nichts Ganzes.

Obwohl sich die deutsche Produktion als Familien-Komödie versteht, sprechen sowohl die Thematik(en) als auch die entschleunigte Inszenierung eher ein älteres Zielpublikum an, das dann aber immerhin in den Genuss von kurzweiliger Unterhaltung und Figuren mit Identifikationspotenzial kommt.

Trailer

Handlung

Auf Nordic Walking und Senioren-Kurse an der Uni haben die Rentner Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) keine Lust. Und mit Kindern und Enkeln hatten Karin und Gerhard bislang auch so gar nichts am Hut. Deshalb verhilft Philippa, die als Paten-Oma von Leonie das Leben voll auskostet, den beiden zur unverhofften Großelternschaft. Im Handumdrehen haben sie zwei „lebhafte“ Paten-Enkel zu versorgen, eine riesige Hüpfburg im Garten stehen und Lego-Steine an den Füßen kleben. Drei nicht mehr ganz blutjunge Anfänger treffen auf Familienwahnsinn für Fortgeschrittene: hyperaktive Patchwork-Geschwister, stirnrunzelnde Helikoptereltern und alleinerziehende Mütter mit ihren Tinder-Profilen inklusive…

(Quelle: Studiocanal)

Details

Format: Breitbild, Anamorph
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Studiocanal
Erscheinungstermin: 20.08.2020
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: 104 Minuten
Extras: Making-of / Character-Clips / Julius Behind the Scenes / Trailer

Copyright Cover: Studiocanal



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde