Review

Der wahrscheinlich stärkste Kämpfer des Universums

Wir blicken in die Vergangenheit: An der Seite seines Vaters landet ein junger Freezer auf dem Planeten Vegeta, der Heimatwelt der Saiyajins, und wird als neuer Befehlshaber bei König Vegeta vorstellig. Das kriegerische Volk der Saiyajins lässt sich freilich nur äußerst widerwillig unterdrücken. Die Hoffnungen von König Vegeta ruhen auf seinem gleichnamigen Sohn, der über eine enorme Kampfkraft verfügen soll und womöglich sogar der legendäre Super-Saiyajin sein könnte. In seinem Stolz verletzt, muss der Anführer der Saiyajins jedoch erfahren, dass mit Broly ein anderes Baby geboren wurde, dessen abnorme Kraft die seines hochwohlgeborenen Sohnes noch um Längen übersteigt. Obwohl Broly der Auserwählte und Erlöser vom Joch der Tyrannei Freezers sein könnte, verbannt König Vegeta das Kind auf den lebensfeindlichsten Planeten, der ihm in den Sinn kommt.

Da Freezer sich einzig vor dem legendären Super-Saiyajin, dem stärksten Kämpfer des Universums, fürchtet, zerstört er die Heimatwelt der Saiyajins samt Bewohnern. Son-Goku wurde zuvor von seinen Eltern bereits gen Erde geschickt und Vegeta war auf einer Eroberungsmission.

In der Gegenwart hat Freezer den verschollenen Broly und dessen Vater Paragus aufgespürt. Freezer ist wild entschlossen, dem Hünen seine Rache an den verbliebenen Saiyajins zu ermöglichen. Natürlich handelt er dabei alles andere als uneigennützig, da Son-Goku ihm einst seine schmerzlichste Niederlage zugefügt hat.

Auf Son-Goku und Vegeta wartet wieder einmal harte Arbeit und womöglich sogar der stärkste Kämpfer des Universums.

KAZÉ Anime Nights

Fans von Son-Goku, Vegeta und Co. hierzulande hatten im Rahmen der KAZÉ Anime Nights die Möglichkeit, „Dragon Ball Super: Broly“ auf Japanisch mit deutschen Untertiteln zu sehen. Meines Erachtens ein tolles Konzept, das es ermöglicht, abseits der Mainstream-Blockbuster-Pfade auch die Nischen zu bedienen – und das sogar im Rahmen eines Events. Und dabei muss man auch sagen: Der Anime erreichte Platz 1 in den japanischen Kino-Charts, platzierte sich in der ewigen Liste der erfolgreichsten Anime-Filme im Kino auf Platz 3 und ist auch in den US-Kinocharts auf Platz 3 (!) zu finden gewesen. Dadurch ist der Film – global betrachtet – ohnehin fulminant aus den Schatten getreten.

Nach den beiden äußerst gelungenen Vorgängern im Kino mit „Dragonball Z: Kampf der Götter“ sowie Dragonball Z: Resurrection ‚F'“ ist Dragonball Super: Broly“ bereits der 20. Anime-Film, der auf Akira Toriyamas Manga basiert, wobei der Meister höchstselbst sogar das Drehbuch beigesteuert hat.

Wie gut ist der Film wirklich?

Inhaltlich kann die neuste Auskopplung aus dem Franchise leider nicht mit den unmittelbaren Vorgängern mithalten. Das liegt zunächst daran, dass der Film fast komplett auf den Dragon Ball-typischen Humor sowie diverse gern gesehene Nebenfiguren verzichtet.

Insbesondere mangelt es jedoch an einer ausgewogenen Geschichte und dem richtigen Pacing. Verfügt die Story zu Beginn noch über zu wenig Action und verläuft langatmig, so gerät die Inszenierung im letzten Drittel geradezu atemlos, so als wollten die Macher auf Teufel komm raus noch alles nachholen.

Auch die Darstellung der Kräfteverhältnisse gelingt hier leider nicht. Während sich Broly lange Zeit nicht einmal in einen Super-Saiyajin verwandelt, kämpfen Son-Goku und Vegeta in ihren stärksten Stufen aus „Dragon Ball Super“ (aktuell: „Dragon Ball Super 4“) und können den Muskelprotz dennoch nicht in die Knie zwingen.

Auch Freezer stört allmählich: Kein anderer Schurke aus Dragon Ball“ ist nach seiner Niederlage gegen Son-Goku auch nur ansatzweise derart zu spätem Ruhm gekommen. Schon im letzten Film war Freezer in seiner ultimativen Form als Goldener Freezer der Kontrahent. Immer wieder kommt der fiese, blaue Knirps zum Einsatz. Diesmal geht sein Auftreten allerdings zulasten der Screentime des machtvollen Broly, dem die Macher deswegen eine ausdifferenzierte Charakterzeichnung schuldig bleiben. Das ist insbesondere deshalb schade, da der unverschuldet Ausgestoßene über eine nachvollziehbare Motivation verfügt und kein Schablonen-Antagonist ist.

Abgesehen von einigen unnötigen Computeranimationen sieht „Dragon Ball Super: Broly“ allerdings durchgehend sehr gut und hochwertig produziert aus.
Auch die dynamisch choreografierten Kampfszenen halten das typische Niveau der Reihe.

Fazit

Fans der Serie werden sich auch „Dragon Ball Super: Broly“ nicht entgehen lassen. Wer sich die Wartezeit bis zur Veröffentlichung für das Heimkino noch verkürzen möchte, schaut sich den stimmigeren Vorgänger Dragonball Z: Resurrection ‚F'“ an.

Trailer

Inhalt

Macht euch bereit für den härtesten Kampf 2019! Son Goku und Vegeta bekommen einen Gegner, der es wirklich in sich hat und selbst Freezer alt aussehen lässt. Sein Name: Broly, ein Saiyajin mit abnormer Kraft.

Noch wissen Goku und Vegeta nichts von der Bedrohung, die sich anbahnt. Nach dem Turnier der Kraft herrscht Frieden auf der Erde, die perfekte Zeit für ein ausgedehntes Trainingsprogramm auf einer einsamen Insel. Doch als sie Bulma helfen sollen, die Dragonballs zu suchen, taucht ihr alter Erzfeind Freezer wieder auf … in Begleitung von Broly.

(Quelle: KAZÉ)

Details

Sprache: Japanische Originalversion mit deutschen Untertiteln
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Bird Studio/Shueisha / KAZÉ
Spieldauer: 100 Min.

Copyright Artikelbild: Bird Studio/Shueisha / 2018 Dragonball Super The Movie Production Committee



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)