Review

Nach „Dominion – Staffel 1“ geht die auf dem Kinofilm „Legion“ basierende TV-Serie, die den Kampf zwischen Engeln und Menschen zum Thema hat, mit der zweiten Staffel in eine neue – und leider auch letzte – Runde.
Denn „Dominion“ teilt das Schicksal vieler Produktionen, die anfangs vielversprechend starten, dann jedoch aufgrund mangelnder Einschaltquoten vorzeitig eingestellt werden.

Die eigentlich als sehr positiv wahrgenommene und in Staffel 2 weiter zunehmende Komplexität der Serie wird den Zuschauern diesbezüglich nun zum Verhängnis, denn das plötzliche Ende von „Dominion“ beschert eine zweite Staffel mit offenen Fragen und einem gewaltigen Cliffhanger. Kann man einiges davon noch mit interpretatorischer Freiheit und Fantasie zufriedenstellend für sich abschließen, klafft nach Staffel 2 dennoch ein unüberbrückbarer Krater in Form einiger riesiger Leerstellen. Mehr und mehr nimmt „Dominion“ an Fahrt auf – und wird schließlich komplett ausgebremst. Schade, dass Budget und/oder der Wille der Macher nicht wenigstens für eine abschließende Finalfolge ausgereicht zu haben scheinen.

Unverständlich aber auch, warum die Serie im Laufe der Ausstrahlung an Zuschauern verloren hat. Begann Staffel 1 schon sehr Erfolg versprechend, kann Staffel 2 jene ersten Folgen mit weiteren 13 Episoden in allen Belangen toppen.
Schon „Erben der Erlösung“ scheint als Einstieg in die zweite Staffel wegweisend für alle weiteren Folgen zu sein, denen es an Atmosphäre, Action, inhaltlicher Komplexität und Kunstblut nicht mangelt.

Nach wenigen Minuten ist deutlich, „Dominion – Staffel 2“ ist düsterer, handlungsintensiver, voller Intrigen und Wendungen sowie mit reichlich zusätzlichem Potenzial versehen, das locker eine weitere Staffel gefüllt hätte, ohne am hier verfolgten Prinzip „Gut vs. Böse“ müde zu werden.

Darüber hinaus sind – für eine Fernsehserie überraschend – nicht nur die Action-, Stunt- und Kampfszenen überaus gelungen, auch das schauspielerische Talent der Haupt- und Nebenrollen überzeugt.
Besaß Protagonist Christopher Egan in seiner Rolle als „Auserwählter“ Alex Lannon in Staffel 1 noch wenig Profil, ändert sich dies im Verlauf von „Dominion“. Dabei wirkt es so, als ob sein Hauptrollenstatus dennoch nicht überstrapaziert wird, denn viele weitere Figuren gewinnen an Tiefe und Handlungsrelevanz. Dies und der Zuwachs an Schauplätzen tragen ebenso zum sich verdichtenden Inhalt bei wie die unterschiedlichen Handlungsstränge, die mehr und mehr verbunden werden.

Gut gegen Böse, doch nicht immer ist klar, wer auf welcher Seite steht. (Copyright: Pandastorm Pictures)

Gut gegen Böse, doch nicht immer ist klar, wer auf welcher Seite steht. (Copyright: Pandastorm Pictures)

In Staffel 2 von „Dominion“ sorgt jede einzelne erwähnte Komponente dafür, dass dem Zuschauer zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Umso ernüchternder schließlich das vermeintliche Finale, welches nicht als solches geplant war. Am sehr guten Eindruck rüttelt dies nicht, es bleibt aber schlicht schade, dass diese Serie nicht fortgeführt wird, denn obwohl das Grundprinzip hinter der Idee von „Dominion“ nicht neu ist, so ist die Umsetzung hervorragend geglückt und durch die erfrischende Kombination dystopischer und fantastischer Elemente zudem eine eigenständige Produktion, die aus der Masse an Veröffentlichungen über Engel-Mensch-Konstellationen heraussticht.

Etwas wehmütig vergehen daher die knapp 526 Minuten der DVD-Veröffentlichung und es bleibt anschließend einzig der tröstende Blick in das Bonusmaterial. Doch auch hier gibt man sich nicht besonders zuschauerfreundlich, sodass neben den „deleted scenes“ nur eine Episode (Folge 11 – „Verwirrte Seelen“) als „Director’s Extended Cut“ als Zusatz geboten wird.

Wer mit einem offenen Serienende leben kann, der sollte trotzdem dringend in „Dominion“ reinschauen.

Handlung

Nach dem internationalen Kinohit „Legion“ geht der unerbittliche Kampf zwischen Engeln und Menschen weiter.

Alex Lannon (Christopher Egan) begibt sich auf die gefährliche Reise in die sagenumwobene Stadt New Delphi, um Verbündete im Kampf gegen das Böse zu gewinnen. Doch ein dunkles Geheimnis lastet auf der mysteriösen Enklave. Während die Welt in einem erneuten Krieg versinkt, stößt Erzengel Michael auf ein vermeintliches Wunder: „Mallory“, eine Stadt, die die letzten Jahrzehnte der Gewalt unbeschadet überstanden hat. Doch zu welchem Preis?

„Dominion“ ist ein aufwändig produziertes Serien-Event voller Action und Effekte, unter anderem geschrieben von Vaun Wilmott („Sons of Anarchy“).

(Quelle: Pandastorm)

Dominion – Homepage

Episoden

DVD 01:
01 Erben der Erlösung (Heirs of Salvation)
02 Schlund der Verdammten (Mouth of the Damned)
03 Die schmale Pforte (The Narrow Gate)
04 Bittere Wahrheit (A Bitter Truth)

DVD 02
05 Verrat (Son of the Fallen)
06 Wer den Wind sät… (Reap the Whirlwind)
07 Herrscher und Könige (Lay Thee Before Kings)
08 Der lange Weg zurück (The Longest Mile Home)

DVD 03
09 Die Saat des Bösen (The Seed of Evil)
10 Ein bitteres Opfer (House of Sacrifice)
11 Verwirrte Seelen (Bewilderment of Heart)
11 Verwirrte Seelen (Bewilderment of Heart), Director’s Extended Cut

DVD 04
12 Tag des Zorns (Day of Wrath)
13 Luzifers Erwachen (Sine Deo Nihil)
+ Extras (Deleted Scenes)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 18.03.2016
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 526 Minuten
Extras: Episodenguide (Booklet) / Deleted Scenes / Director’s Extended Cut von Folge 11

Copyright Cover: Pandastorm Pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde