Review

„Leverage“, „Mission: Impossible“, „Marvel’s The Avengers“ – von allem ein bisschen und doch ganz eigenständig lässt Regisseur Jon M. Chu („G.I. Joe – Die Abrechnung“) die Unfassbaren in „Die Unfassbaren 2 – Now You See Me“ wiederkehren.

Mit hochkarätiger Starbesetzung u.a. in Form von Jesse Eisenberg, Dave Franco, Woody Harrelson und Mark Ruffalo, den Antagonisten Michael Caine und Daniel Radcliffe sowie Neuzugang Lizzy Caplan, die für die Frauenquote in diesem magischen Action-Thriller sorgt, sollte der Unterhaltung nichts im Weg stehen und tatsächlich überzeugt der zweite Teil des 2013er Debüts vor allem mit seinem pointierten Humor.

Schwer fällt es hingegen, erst einmal in den Film hineinzufinden. Insbesondere jene Zuschauer, die mit dem ersten Teil nicht vertraut sind, werden Schwierigkeiten haben, den Überblick über die zahlreichen Figuren und die zu Teil 1 in Bezug stehenden Hintergründe zu behalten.
Ist diese anfängliche Hürde genommen, heißt es jedoch auch für „Die Unfassbaren“-Kenner, am Ball zu bleiben, denn schnelle Schnitte und ein hohes Erzähltempo sorgen neben den illusionären Tricks für eine hektische und teils verwirrende Handlung. Das ist vor allem deshalb schade, da die hier gezeigten magischen und vor allem sehenswerten Momente inklusive ihrer gelungenen Effekte, Choreografien und ihrer insgesamt hervorragend in Szene gesetzten Optik somit nur eingeschränkt und viel zu kurz zu genießen sind. Eine weniger rasante Vorgehensweise wäre weitaus wünschenswerter gewesen, um die teils vorhandene Bildgewalt erfassen zu können und wirken zu lassen.

Jene wurde teilweise durch Drohnenaufnahmen erzeugt und besonders diese Technik brilliert an vielen Stellen von „Die Unfassbaren 2“. Wie die dadurch eingefangenen Bilder, die oftmals einen schönen Überblick über das gesamte Setting bieten, noch ausdrucksstärker hätten wirken können, wären sie nicht dem Erzähltempo und dem Schnitt größtenteils zum Opfer gefallen, zeigt das Featurette „Guck genau hin!“. Im Endergebnis bleibt diese Aufnahmetechnik hier daher noch hinter ihrem Potenzial zurück, sorgt aber dennoch für einige eindrucksvolle Szenen.

Etwas blass bleiben auch die einzelnen Figuren innerhalb des Teamgefüges. Anders als beispielsweise „Marvel’s The Avengers“, an deren humorvolle Einlagen „Die Unfassbaren“ schon sehr dicht herankommen, sind „die Reiter“ hier weniger individuell angelegt. Als Gruppe gut funktionierend, bleibt der unverwechselbare Charakter einer Rolle daher etwas auf der Strecke. Im Gegensatz dazu überzeugt Daniel Radcliffe als Gegenspieler Walter Mabry auf ganzer Linie und beweist einmal mehr, dass aus dem einstigen Zauberlehrling ein facettenreicher Schauspieler geworden ist. Alten Hasen wie Morgan Freeman, Michael Caine und Woody Harrelson kommt sowohl ihr Bekanntheitsgrad als auch ihr markantes Charakterspiel zugute, um nicht nur ihren Rollen gerecht zu werden, sondern auch dem Zuschauer zuzusagen.

Die Reiter und ihr Widersacher: Daniel Radcliffe inmitten der „Unfassbaren“. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Spezialeffekte, die Zunahme an Actionszenen und das gesamte opulent präsentierte Filmgeschehen macht die Kritikpunkte mit voranschreitender Laufzeit wett. Umso enttäuschender fällt dann die Auflösung bzw. das Ende von „Die Unfassbaren 2“ aus, das in Sachen Effekt und Simplizität dem bis dahin Gezeigtem nur bedingt gerecht wird. Kleine logische Ungereimtheiten und der Wunsch nach einem raffinierteren Abschluss bleiben am Ende bestehen.

Nichtsdestotrotz  ist „Die Unfassbaren 2“ eine humorvolle Action-Unterhaltung mit Starbesetzung und gut choreografierten „Showeinlagen“ zu bescheinigen, die einen Filmabend durchaus bereichern kann.

Trailer

Handlung

Die Unfassbaren sind zurück und sprengen in ihrem zweiten Akt erneut die Grenzen des bisher Vorstellbaren!

Ein Jahr ist vergangen, seit das Illusionisten-Quartett das FBI überlistet und ihrem Publikum mit unglaublichen Magie-Darbietungen einen unverhofften Geldsegen beschert hat. Nun betritt es erneut die große Bühne. Dabei treffen die vier auf den undurchsichtigen Walter Mabry. Der hat ganz eigene Vorstellungen von einem gelungenen Zaubertrick und verfolgt einen perfiden Plan. Was sie nicht wissen: Mabry ist der Ziehsohn von Arthur Tressler, der mit den „Vier Reitern“ noch eine Rechnung offen hat.

(Quelle: Concorde Home Entertainment)

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Details

Format: Dolby, DTS, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 27.12.2016
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 125 Minuten + 17 Minuten Bonus
Extras: Featurette „Guck genau hin!“ / Programmtipps / Wendecover

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde