Review

Ob Charles Manson in Tarantinos Streifen „Once Upon a Time in Hollywood“ und dem Horror-Thriller „The Haunting of Sharon Tate“ oder Ted Bundy in Joe Berlingers Biopic-Thriller „Extremely Wicked, Shockingly Evil And Vile“ – Serienmörder stehen in der Filmindustrie immer wieder hoch im Kurs.

Charles Sobhraj: Serienmörder Südostasiens der 1970er-Jahre

Zu ihnen zählt auch Charles Sobhraj, genannt „die Schlange“, einer der berüchtigtsten Serienmörder Südostasiens der 1970er-Jahre, dessen Machenschaften, Morde und Flucht in der achtteiligen True Crime-Miniserie „Die Schlange“ behandelt werden, die ihn dadurch jedoch nicht glorifiziert, sondern die gewidmet ist

„Für all die jungen Unerschrockenen, die mit großen Träumen aufbrachen, aber nie nach Hause zurückkehrten.“

Denn jene „jungen Unerschrockenen“, zumeist junge Rucksacktouristen aus dem Westen, die sich damals auf dem sogenannten Hippie trail befanden, waren es, die dem französischen Serienmörder, Betrüger und Dieb und seinen Verbündeten zum Opfer gefallen sind.

Basierend auf wahren Gegebenheiten

Von diesen wahren Begebenheiten inspiriert, erzählt Regisseur Tom Shankland (u.a. „The Missing“, „Les Misérables“), gemeinsam mit seinem Kollegen Hans Herbots, diese – für dramatische Zwecke teils geänderte – Geschichte auf unterschiedlichen Zeitebenen (inkl. gelegentlicher Rückblenden und Ausblicke in die 90er Jahre) und aus der Sicht verschiedener Protagonisten.

Verteilt auf acht Folgen à 60 Minuten tauchen die Zuschauer:innen ein in die 1970er Jahre. Zu dieser Zeit waren Charles Sobhraj und seine Lebensgefährtin, die Franko-Kanadierin Marie-Andrée Leclerc, das meistgesuchte Verbrecherpaar der Interpol. Mithilfe des Inders Ajay lockte Sobhraj gezielt westliche Touristen an, setzte sie unter Drogen, beraubte und tötete sie. Er stahl die Pässe und die Identitäten seiner Opfer, um so getarnt seinen Geschäften als Edelsteinhändler nachgehen zu können.

Parallel dazu schildert die Serie die Bemühungen des in Bangkok akkreditierten niederländischen Diplomaten Herman Knippenberg und seiner Frau Angela, dem Verbrecher auf die Schliche zu kommen. Von der örtlichen Bürokratie und seinen eigenen Vorgesetzten behindert, kann Knippenberg mit seinen Recherchen jedoch schließlich dazu beitragen, dass Sobhraj am Ende gefasst wird.

Die Gesamtlaufzeit der Serie von etwa 480 Minuten weiß zu fesseln und lässt die 70er Jahre durch entsprechendes Bildmaterial und eine zeitgerechte Ausstattung der Kulissen und Kostüme authentisch aufleben.
Dem steht auch der Soundtrack in nichts nach. Und auch die Besetzung kann sich sehen lassen.

Die Besetzung

Tahar Rahim und Jenna Coleman als berüchtigtstes Verbrecherpaar der 70er Jahre in dem True-Crime-Film „Die Schlange“. (Copyright: Edel:Motion)

Allen voran wissen Tahar Rahim und Jenna Coleman als Verbrecherpaar zu überzeugen und passen wie die Faust aufs Auge in das Setting der 70er Jahre. Ihnen auf den Fersen ist Billy Howle als Herman Knippenberg, der sich der Suche nach den Kriminellen quasi bis zur Selbstaufgabe widmet.

Allen – auch den nicht minder wichtigen Nebenrollen wie etwa Mathilde Warnier als Nachbarin Sobhrajs und schließliche Schlüsselfigur der Ermittlungen, Ellie Bamber als Knippenbergs Ehefrau oder Fabien Joseph Frankel als überlebendes Opfer Sobhrajs – gelingt es, Emotionen, Spannung und Brisanz respektive Tragik der Geschehnisse an die Zuschauer:innen zu transportieren, selbst wenn ihnen die realen Hintergründe zu Sobhrajs Wirken bereits bekannt sind.

Fazit

„Das hochklassige True-Crime-Drama „Die Schlange“ basiert auf dem realen Fall des „Bikini-Killers“ Charles Sobhraj und führt die Zuschauer:innen auf eine Reise voller Intrigen und eiskalter Skrupellosigkeit.“. So steht es auf dem Klappentext der Veröffentlichung und dem kann man nur zustimmen. Die Gewaltszenen werden – trotz oder wegen der FSK ab 16 Jahren und sicherlich auch auf Rücksicht auf die Opfer – dabei nur angedeutet, verlieren dadurch aber nichts an ihrer Wirkung. Daher gibt es hier kaum etwas auszusetzen. Für True-Crime Fans ein Must-see, das die abgrundtiefe Boshaftigkeit und Durchtriebenheit eines Serienmörders beleuchtet, den Zwiespalt seiner Komplizin und Lebensgefährtin herausarbeitet (ohne dabei nicht angemessenes Mitleid zu erzeugen), der dramatischen Schicksale der Opfer gerecht wird und ein authentisches Bild der 70er Jahre zeichnet.


Die Schlange

Trailer

Handlung

In den 1970er-Jahren waren sie das meistgesuchte Verbrecherpaar der Interpol. Sie  hinterließen eine Spur aus Blut und Verderben. Eine Spur, die ihnen letztlich zum Verhängnis werden sollte.

Das hochklassige True-Crime Drama „Die Schlange“ basiert auf dem realen Fall des sogenannten „Bikini-Killers“ Charles Sobhraj und führt den Zuschauer auf eine Reise voller Intrigen und eiskalter Skrupellosigkeit. 

Südostasien in den 1970ern – schrille Farben, Schlaghosen und Boney M. im Radio. Hinter dieser Kulisse verstecken sich der Verwandlungskünstler CHARLES SOBHRAJ (Tahar Ramin) und seine Lebensgefährtin MARIE-ANDRÉE LECLERC (Jenna Coleman) vor den Behörden. Zum Schutz verwenden sie unzählige Decknamen, selbst gegenüber ihren vermeintlich engsten Freunden. Doch diese Namen sind keineswegs frei erfunden. Auf dem „Hippie Trail“ fallen dem Edelsteinhändler, auch „Die Schlange“ genannt, immer wieder westliche Touristen zum Opfer. Für ihn sind sie nur ein Mittel zum Zweck, um Juwelen an potenzielle Käufer zu bringen und sich Identitäten mit Hilfe ihrer Reisepässe zu verschaffen. Wenn sie ihr Soll  erfüllt haben, sind die Blumenkinder für Sobhraj nutzlos und eine Last, von der es sich zu entledigen gilt. Doch als sich  HERMAN KNIPPENBERG (Billy Howle) des Falles annimmt, wendet sich das Blatt, und der Jäger wird zum Gejagten.  Gemeinsam mit der Interpol tut Herman alles, um den Mörder mit den vielen Identitäten zu schnappen und begibt sich dadurch auf einen Weg voller Gefahren.

(Quelle: Edel:Motion)

Details

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 13.01.2023
Spieldauer: 8 x 60 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde