Review

Die ursprünglich als Mini-Serie geplante belgisch-deutsch-französische Co-Produktion „Die purpurnen Flüsse“, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Jean Christophe Grangé, kehrt aufgrund des großen Erfolgs der ersten vier Episoden mit einer zweiten Staffel zurück ins Heimkino.

Neue bizarre Mordfälle

Es steht demnach – abermals in vier Folgen – ein Wiedersehen mit dem eigensinnigen Ermittler-Duo an, bestehend aus Kommissar Niémans und seiner Kollegin Camille Delauney, das immer dann an den Schauplatz eines Verbrechens beordert wird, wenn besonders bizarre Mordfälle geschehen sind.

Jene, meist als Ritualmorde inszenierten Fälle streifen in vorliegendem Fall thematisch die schwarze Magie, Hexerei, Satanismus, Voodoo oder einen fanatischen Katholizismus und weisen damit oftmals theologische, historische und symbolische Hintergründe bzw. Bezüge auf.

Dabei wird es nicht selten blutig, gleichsam spielt Blut auch bei den Mordmotiven eine zentrale Rolle. Die dahinter steckende Mystik gilt es für die beiden Ermittler immer wieder aufs Neue zu entdecken und zu verstehen.

Von Hauptfiguren, Tatverdächtigen und Statisten

Das tun die beiden Protagonisten am liebsten zu zweit, auch wenn sie den Behörden vor Ort eigentlich mit Rat und Tat zur Seite stehen sollen. Jene halten somit zwar für die unterschiedlichen Schauplätze her, spielen ansonsten jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Häufig werden sie sogar als unfähige Statisten abgefertigt. Was als Ermittlung mit hintersinnigen Fragen dargestellt wird, wirkt daher oft degradierend und führt zur Unnahbarkeit dieser und auch der Hauptfiguren.

Düster und bizarr inszeniert man die Morde in „Die purpurnen Flüsse – Staffel 2“. (Copyright: Thierry Valletoux / Edel:Motion)

Entsprechend unter geht dadurch die Besetzung von derlei Rollen. Anders die Tatverdächtigen. Als namhafter Gastauftritt sei daher Schauspielerin Christiane Paul (u.a. „8 Tage – Staffel 1“, „Steig. Nicht. Aus!“ und „Ostfriesenkiller“) erwähnt, die bereits in der ersten Episode namens „Zum Sterben schön“ ihren Einsatz hat.

Repetitiv und abwechslungsarm

Trotz unterschiedlicher Todesarten, Mordmotive und Schauplätze wirken die einzelnen Folgen insgesamt aber doch sehr ähnlich. Auch die Atmosphäre bleibt meist gleich.

Gleich und damit abwechslungsarm erweist sich auch mit der Zeit die Darstellung des Protagonisten, Kommissar Niémans, gespielt von Olivier Marchal. Weder die Sprüche des Charakters variieren, noch weiß die Rolle anderweitig zu überraschen. Aus seiner eigenbrötlerischen, cholerischen Art hätte man viel mehr herausholen und machen können, als ihm alles immer nur „auf die Nüsse“ gehen zu lassen und seine schroff-aggressive Herangehensweise in Szenen von (Polizei)gewalt münden zu lassen.

Fazit

Derlei Kritikpunkte mindern zunehmend den Spaß an „Die purpurnen Flüsse – Staffel 2“. Davon abgesehen stellt die Thriller-Serie jedoch eine sehenswerte Alternative zur derzeit Markt dominierenden Nordic Noir-Flut dar und sorgt für mystisch-spannende Unterhaltung.

Eine dritte Staffel darf daher gerne kommen; die Dreharbeiten dazu haben unlängst begonnen.

Trailer

Inhalt

Kommissar Niémans und seine Kollegin Camille Delauney vom Pariser „Zentralbüro für Gewaltverbrechen“ ermitteln in vier neuen, bizarren Fällen, die sie in unterschiedliche französische Provinzen führen.
Dabei sind mysteriöse Begleitumstände an der Tagesordnung. Eine Mordserie, die stark an die erbarmungslosen Hexenjagden im Mittelalter erinnert, skrupellose Reliquien-Diebstähle und Märtyrer-Tode sowie grausame Morde, die afrikanischen Opferritualen nachempfunden sind, erfordern all ihr Können. Und in einem Fall muss Camille sogar um ihren Sohn bangen. Gelingt es ihr, sein Leben zu retten?

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

01 Zum Sterben schön
02 Zeit der Bestrafung
03 Das Ritual
04 Das Geheimnis des Blutes

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildformat: 16:9
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 04.12.2020
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: 397 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde