Review

Color out of Space

„Die Farbe aus dem All“ (im Original „The Colour Out of Space“) ist eine Kurzgeschichte des amerikanischen Schriftstellers H. P. Lovecraft, die 1927 geschrieben und im selben Jahr veröffentlicht wurde.

Schon mehrfach wagten sich Filmemacher an das Werk, um die Mixtur aus Science-Fiction und Horror auf die Leinwand respektive ins Heimkino zu bringen. Darunter zuletzt auch Regisseur Richard Stanley, der in Zusammenarbeit mit den Produzenten von „Mandy“ den vorliegenden Film „Die Farbe aus dem All – Color out of Space“ mit Nicolas Cage in der Hauptrolle kreierte.

Lovecraft, Cage, Stanley und das namhafte Produzenten-Team sprechen schon einmal für den Film, mit dem man sich an eine moderne Interpretation des Lovecraft’schen Klassikers versucht – und der im Ergebnis wie ein Retro-Horrorfilm aus den 80ern anmutet. Dabei ist der Gesamtlaufzeit von 110 Minuten auch eine gewisse trashige Note nicht abzusprechen.

Nicolas Cage & Co. 

In dieses Ambiente fügt sich Nicolas Cage hervorragend ein, jedoch nicht ausschließlich im positiven Sinne.
Der Schauspieler, der sein Können in jüngster Vergangenheit nur selten zur Schau gestellt und sich vielmehr den tiefsten Untiefen der Straight-to-DVD-Produktionen hingegeben hat, mit „Between Worlds“ oder „Dog Eat Dog“ sogar so wenig überzeugte, dass man meinen konnte, Cage hätte sein eigenes Genre erfunden, liefert auch in „Die Farbe aus dem All“ keine Glanzleistung ab. So overacted er sich hier von Szene zu Szene und weiß mit laufender Spielzeit immer weniger zu gefallen.

Dem stehen allerdings auch seine schauspielerischen Mitstreiter wie Filmgattin Joely Richardson oder Filmkinder Madeleine Arthur, Brendan Meyer sowie – der jüngste im Bunde – Julian Hilliard in nichts nach.
Letztgenanntem (u.a. zu sehen in „The Haunting of Hill House“) sei jedoch sein Alter zugutezuhalten, denn für seine gerade mal 8 Jahre liefert er eine ansprechende Arbeit ab. Anders Joely Richardson (u.a. „Emerald City – Die dunkle Welt von Oz (Staffel 1)“), bei deren Spiel man auf jegliche Gefühlsregungen oder Diversität verzichten muss.

Einzig Tommy Chong als Einsiedler Ezra begeistert – und macht auch nach der Begegnung mit der ominösen Farbe aus dem All noch optisch einiges her.

Von Kunstblut und der Farbe Pink

Dies ist vor allem den Maskenbildnern zu verdanken, denen aber bei Cage und Co. dann scheinbar die Ideen für ein passendes Horror-Make-up ausgegangen sind. Denn ihnen wurde in der Mehrheit der entsprechenden Szenen lediglich eine große Menge an Kunstblut über das Gesicht gespritzt. Gut inszeniert wirkt dagegen dann wieder die „Mutation“ von Joely Richardson, die als „Alienversion von Lord Voldemort“ ansehnlich geraten ist.

Nicolas Cage macht Bekanntschaft mit der „Farbe aus dem All“. (Copyright: Koch Media)

Ebenso können einige Spezial- und (Farb)effekte punkten. Die meiste Zeit muss der Zuschauer aber mit der dominant eingesetzten Farbe Pink vorliebnehmen, deren optische Wirkung schnell nachlässt. Was zunächst noch spektakulär erscheint, verliert daher schon bald an Reiz.

Fazit

Zeitverschwendung wäre vielleicht zu viel gesagt, doch ein Must-have stellt die Verfilmung der Lovecraft-Geschichte „Die Farbe aus dem All“ trotz namhafter Beteiligter leider auch überhaupt nicht dar.

Der Adaption gelingt der Mix aus Science-Fiction und Horror zwar ganz solide, so wirklich packend gerät die Handlung aber nicht. Dazu fehlt es den Schauspielern an Sogwirkung, die den Zuschauer in den Bann zieht. Auch die Geschehnisse dümpeln lange Zeit belanglos vor sich hin, bis immer mal wieder nur kurze Sequenzen für Tempo und Spannung sorgen. So beschränkt sich die hier thematisierte Bedrohung aus dem All beinahe ausschließlich auf die Darstellung pinker Lichtspiele, von denen man sich letztlich deutlich mehr erhofft und versprochen hat.

Trailer

Handlung

Der Einschlag eines Meteoriten verwandelt das neue Zuhause von Nathan Gardner und seiner Familie in einen Alptraum aus schillernden Farben. Denn nicht nur die Pflanzenwelt ihres ländlichen Idylls beginnt sich unter dem Einfluss des außerirdischen Organismus zu verändern, auch die Tierwelt bleibt von Mutationen nicht verschont. Für die Gardners beginnt ein verzweifelter Kampf gegen das „Ding“ aus einer anderen Welt und gegen den Wahnsinn, der in dessen Umfeld um sich greift.

(Quelle: Koch Media)

Details

Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 30.04.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 110 Minuten
Extras: Entfallene Szenen / Bildergalerie / Trailer (deutsch, englisch)

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde