Review

In der Literatur erfreuen sich Dystopien immer größerer Beliebtheit. Einige Male schafft es ein Bestseller dieses Genres dann auch zu einer Verfilmung. Nach „Die Tribute von Panem“ (basierend auf den Werken der Autorin Suzanne Collins) konnte man somit auch „Die Bestimmung – Divergent“ im Frühjahr 2014 auf den Kinoleinwänden sehen. Nun gibt es den Film, der auf dem gleichnamigen Roman (dem Auftakt zu einer Trilogie) von Veronica Roth basiert, auf DVD, Blu-Ray oder als Download-Variante.

Mir selbst ist die Romanvorlage nicht bekannt, sodass ich im Folgenden keine Aussagen über die Nähe des Films zum Buch tätigen möchte und kann. Vermutlich und erfahrungsgemäß wird auch „Die Bestimmung“ diesbezüglich für Diskussionsstoff sorgen, die Rezension beschränkt sich jedoch auf den Film als solchen, unabhängig von Veronica Roths Buchvorlage.

Und was Regisseur Neil Burger damit erschaffen hat, ist ein dystopischer Science-Fiction-Streifen, der durchaus seine nennenswerten Momente hat.

Beatrice "Tris" Prior muss sich ihren Ängsten stellen. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Beatrice „Tris“ Prior muss sich ihren Ängsten stellen. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Kühl, deutlich strukturiert und straff organisiert wird die Umgebung entsprechend der Kulisse eines verfallenen und in fünf Fraktionen geteilten Chicagos der Zukunft inszeniert.
Beeindruckende Panoramaaufnahmen, die sich zu immer expliziteren Szenen innerhalb des Stadtbilds verdichten, begleiten die einführenden Worte der Protagonistin Beatrice Prior zu Beginn des Films auf visuelle Art und Weise. Sie stellt, ohne zunächst sichtbar zu sein, aus der Ich-Erzählperspektive die Gesellschaftsformen und die Lebensweise des hier abgebildeten fiktiven Chicagos vor und führt den Zuschauer damit in die Handlung ein. Somit werden erste Eindrücke von Zeit, Ort und Handlung vermittelt, die persönlich und direkt wirken.

Die Handlung besteht aus zum Teil bekannten und Dystopie-typischen Elementen, Motiven und Themen, die sich hier allerdings homogen zusammenfügen. Sicherlich ist dadurch die eine oder andere Entwicklung – auch ohne Kenntnisse der Buchvorlage – voraussehbar, dies mindert die Spannung und den Unterhaltungsfaktor des Films jedoch nicht.

Dafür herrscht allerdings ein die Handlung betreffendes Ungleichgewicht innerhalb des Films vor.
Während „Die Bestimmung – Divergent“ in der ersten Hälfte stellenweise einige zähe Längen aufweist, erfolgt die Auflösung des Hauptkonflikts, der erst knapp eine halbe Stunde vor Filmende beginnt, recht überhastet.
Ebenso entwickelt sich die Protagonistin von der selbstlosen unscheinbaren Beatrice Prior zur Kämpferin Tris zwar nachvollziehbar, aber dennoch sehr rasch.

Kate Winslet als Gegenspielerin Jeanine Matthews (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Kate Winslet als Gegenspielerin Jeanine Matthews (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Keineswegs ist dies aber dem schauspielerischen Talent von Shailene Woodley in ihrer Rolle als Beatrice Prior geschuldet. Die junge Darstellerin, einigen vielleicht bekannt aus dem Drama „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, macht ihre Sache gut und überzeugt sowohl in den dramatischen und emotionalen sowie in den actionreichen Sequenzen.

Insgesamt gibt es am Cast nichts auszusetzen. Die namhaften Schauspieler wie beispielsweise Kate Winslet (in ihrer Rolle als Intrigantin Jeanine Matthews) brillieren ebenso wie die weniger bekannten Schauspieler und verkörpern ihre jeweilige Rolle mehr als ausreichend.
Im Vorteil sind vermutlich trotzdem jene Zuschauer, die die literarische Vorlage noch nicht kennen, und sich somit auch noch kein eigenes Bild über die Figuren gemacht haben. Diese sind dadurch weniger zu enttäuschen, wenn die Besetzung mit den eigenen Vorstellungen nicht zusammenpassen will.

Der Film „Die Bestimmung – Divergent“ ist zwar in sich abgeschlossen, lässt darüber hinaus aber Raum für eine Fortsetzung. Somit wäre ein etwaiges Nichtzustandekommen eines zweiten Teils weniger dramatisch. Nichtsdestotrotz nimmt der Film gerade in der letzten halben Stunde derart an Spannung und Aktionismus zu, dass es interessant und wünschenswert wäre, die Figuren auch bei ihren neuen bzw. weiteren Abenteuern begleiten zu können.

Aufgrund des Covers, des Alters der Hauptfiguren und der Freigabe ab 12 Jahren ist zu vermuten bzw. bestätigt sich, dass es sich bei „Die Bestimmung – Divergent“ um einen Film für Jugendliche handelt. Doch wie bereits in „Die Tribute von Panem“ geht es auch in Roths Romanverfilmung deutlich über das Niveau eines herkömmlichen Teenagerfilms heraus. So werden Jugendliche wie auch Erwachsene im Rahmen der hier verfilmten Geschichte mit moralischen Entscheidungen, Werten, politischen Gegebenheiten und gesellschaftskritischen Blicken in eine mögliche Zukunft konfrontiert, über die es sich lohnt, zu diskutieren und nachzudenken.

Auch die bewährte Portion Romantik fehlt in "Die Bestimmung" nicht. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Auch die bewährte Portion Romantik fehlt in „Die Bestimmung“ nicht. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Die vorliegende DVD-Version erscheint als „2 Disc Fan Edition“. Wie die im Film abgebildete Gesellschaft ist auch der Inhalt der DVDs feinsäuberlich getrennt. So beinhaltet DVD 01 den Hauptfilm, während auf DVD 02 das 2-stündige Bonusmaterial in Form von einem 4-teiligen Making-of, entfallenen Szenen, diversen Featurettes und einem Musikclip zu finden ist.

Dystopie-Fans, welche die Romanvorlage nicht kennen, werden sicherlich mit „Die Bestimmung – Divergent“ auf ihre Kosten kommen, denn der Film hält unter der Regie Burgers viel Sehenswertes und Genretypisches parat. Allen, die Roths Bücher bereits kennen, sei zunächst der Trailer ans Herz gelegt, durch den bereits ein erstes Urteil gefällt werden kann, ob der Film die eigenen Erwartungen auf Basis der Romane erfüllen könnte.

Trailer

Inhalt

Was dich unterscheidet, macht dich gefährlich

Chicago in der Zukunft: Die Welt ist in fünf Fraktionen unterteilt. Wie alle Sechzehnjährigen muss sich auch Beatrice einem Eignungstest unterziehen, um in eine der Fraktionen eingeordnet zu werden. Aber ihr Ergebnis ist nicht eindeutig: Sie ist eine Unbestimmte und damit eine große Gefahr für die Gemeinschaft. Aus Angst, ausgestoßen zu werden, verschweigt sie ihr Ergebnis und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das derer, die sie liebt bedroht und muss sich zwangsläufig ihrem Mentor Four anvertrauen …

(Copyright: Concorde Home Entertainment)

Nach dem Bestseller von Veronica Roth

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Details

Format: Dolby, DTS, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 28.08.2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: ca. 135. Min. (Film) + ca. 120 Min. (Bonus)
Extras: 4-teiliges Making-of / Entfallene Szenen / Dt.- und Original Kinotrailer / Featurettes / Musikclip

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde