Review

Vom Buch zur Serie

Mit „Detective Grace – Staffel 1“ schafft es eine weitere Britcrime-Serie des englischen Senders itv Studios sowohl ins deutsche Fernsehen als auch ins hiesige Heimkino. Und erneut handelt es sich dabei um eine Adaption einer literarischen Krimireihe.

Basierend auf der „Roy Grace“-Serie von Peter James, werden – verteilt auf zwei DVDs – in vorliegender ersten Staffel die Romane „Stirb ewig“ (engl. Original „Dead Simple“) und „Stirb schön“ (engl. Original „Looking Good Dead“) in Spielfilmlänge filmisch umgesetzt. Das macht zwar den Umfang der Staffel mit nur zwei Episoden überschaubar, liefert aber dennoch eine Gesamtlaufzeit von ca. 178 Minuten.

Nicht viel weniger Spielzeit kommt dem Bonusmaterial der Veröffentlichung zu, denn dieses wartet mit satten zwei Stunden Unterhaltung in Form von Interviews mit Cast & Crew sowie weiteren Featurettes auf.

Doch worum geht es in dem neuen Krimi-Streich aus Großbritannien eigentlich genau?

Über die Serie

Im Mittelpunkt steht – wie der Titel „Detective Grace“ bereits unschwer erkennen lässt – genau ebenjener.

DSI Roy Grace ist ein vom Schicksal gezeichneter Mann: Vor sechs Jahren verschwand seine Frau unter ungeklärten Umständen und wurde nie gefunden. Gerade deshalb beweist er viel Feingefühl bei seinen Ermittlungen an der herb-schönen Küste Brightons.

Graces Polizeipartner Glenn Branson kann nicht mehr mitansehen, wie sein bester Freund nach einem Eklat wegen seiner ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden bei den archivierten Vermisstenfällen verkümmert. Deshalb involviert er ihn in einen brisanten Fall: Ein kurz vor seiner Hochzeit stehender Bräutigam wird vermisst, die angehende Braut ist verzweifelt. Grace lässt sich von dem Fall auch emotional mitreißen und gerät wieder mit seiner Vorgesetzten aneinander. Doch Branson steht immer für seinen Freund ein, auch als einige Zeit später ein Fall gelöst werden muss, der sich als potenziell lebensbedrohlich für die Kommissare erweist …

(Quelle: Edel:Motion)

Über die Umsetzung der Serie

Zwei Männer, zwei Fälle und zwei unterschiedliche Herangehensweisen bei der Ermittlungsarbeit. So weit, so nicht ungewöhnlich. Doch trotz dieser bekannten Zutaten weiß die Serie zu fesseln.

Dies geschieht zum einen durch die ihr innewohnende Atmosphäre. Der bereits erwähnte Schauplatz der „herb-schönen Küste Brightons“ spiegelt sich auch farblich in der Inszenierung der Serie wider. Meist dunkle, gedeckte Farben und nass-kaltes Wetter tun diesbezüglich ihr Übriges.

Zum anderen sorgen die zwei unterschiedlichen und interessanten Fälle (darunter u.a. die Taten einer Snuff-Filmproduktionsfirma) für fleißiges Mitermitteln vor dem Bildschirm. Überraschende Wendungen und die Tatsache, dass es selten bei nur einem Mord bleibt, erschweren die Suche nach den Täter:innen und tragen zu einer jeweils gelungenen Spannungskurve einer jeden Episode bei.

Auf Mörderjagd in „Detective Grace – Staffel 1“. (Copyright: Edel:Motion)

Erfreulich ist zudem, dass die Handlungsstränge rund um das Leben und Leiden des Protagonisten zwar mit jeder Folge weitergesponnen werden, die Fälle als solche aber in sich abgeschlossen sind. Die immer wiederkehrende Zuhilfenahme übernatürlicher Methoden (wie etwa das Pendeln) seitens der Titelfigur mag zwar seinen schweren Stand innerhalb der Polizei und bei seinen Vorgesetzten erklären und ist ein interessantes Element, das in anderen Serien des Genres eher selten anzutreffen ist, wirkt aber dennoch hier wie eine Randnotiz, deren Potenzial nicht gänzlich ausgeschöpft wurde.

Kritiklos kann hingegen der Cast bestehen. Der als Seriendarsteller nicht unerfahrene John Simm (u.a. „Doctor Who“) spielt seine Hauptrolle als Roy Grace glaubwürdig und mit ausreichender Intensität, während Richie Campbell sein ungleiches Pendant, Glenn Branson, bildet. Die von Autor und Produktion angekündigte und angeblich besonders herausgearbeitete „Bromance“ zwischen den beiden Figuren kommt allerdings nicht so zum Ausdruck, wie es scheinbar beabsichtigt war. So bleiben abseits der Fälle die Figuren und Nebenhandlungen noch recht blass. Dies betreffend kann man noch nachlegen.

Fazit

Gelegenheit dazu hätte man in einer bereits produzierten zweiten Staffel, auf die mit vorliegenden Episoden genügend neugierig gemacht wird. Es bleibt daher abzuwarten, ob damit dann noch eine Schippe draufgelegt werden kann.


Detective Grace – Staffel 1

Trailer

Handlung

DSI Roy Grace ist ein vom Schicksal gezeichneter Mann: Vor sechs Jahren verschwand seine Frau unter ungeklärten Umständen und wurde nie gefunden. Gerade deshalb beweist er viel Feingefühl bei seinen Ermittlungen an der herb-schönen Küste Brightons.
Graces Polizeipartner Glenn Branson kann nicht mehr mitansehen, wie sein bester Freund nach einem Eklat wegen seiner ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden bei den archivierten Vermisstenfällen verkümmert. Deshalb involviert er ihn in einen brisanten Fall: Ein kurz vor seiner Hochzeit stehender Bräutigam wird vermisst, die angehende Braut ist verzweifelt. Grace lässt sich von dem Fall auch emotional mitreißen und gerät wieder mit seiner Vorgesetzten aneinander. Doch Branson steht immer für seinen Freund ein, auch als einige Zeit später ein Fall gelöst werden muss, der sich als potenziell lebensbedrohlich für die Kommissare erweist …

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

01 Stirb ewig
02 Stirb schön

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: PAL 16:9
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 25.11.2022
Spieldauer: 178 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde