Review

Nomen est omen

Was als gemütliches Abendessen beginnt, endet in einem Eklat. Der Grund: Ein Vorname.

Doch nicht nur ein beliebiger, sondern ein ganz bestimmter Vorname ist es, der Familie und Freunde des werdenden Vaters Thomas (Florian David Fitz) auf die Palme bringt, als jener verkündet, wie der Nachwuchs heißen soll …

Auf 91 Minuten entspinnt Regisseur Sönke Wortmann seine deutsche Komödie mit dem simplen, aber doch treffenden Namen „Der Vorname“ in Form eines psychologischen Kammerspiels. Dabei handelt es sich um eine Neuverfilmung des 2012 erschienenen französischen Films von Alexandre De La Patellière und Matthieu Delaporte (Originaltitel: Le Prénom).

Namhafte Besetzung

Sofort ins Auge sticht bereits auf dem Cover der Heimkinoveröffentlichung die namhafte Besetzung.
Glaubhaft verkörpern sowohl bereits erwähnter Florian David Fitz als auch Christoph Maria Herbst, Caroline Peters, Justus von Dohnányi, Janina Uhse und Iris Berben ihre Rollen.

Dem Zuschauer bieten sich indes aufgrund der verschiedenen authentisch angelegten Charaktere und ihrer Positionen innerhalb der „Diskussionen“ viele Identifikationsmöglichkeiten. Somit bleibt es nicht aus, sich selbst mit den diversen Pro- und Kontra-Argumenten zu den zur Sprache kommenden Themen während des Filmschauens auseinanderzusetzen.

Zugleich spricht „Der Vorname“ eine breite Zielgruppe an und kommt trotz Stereotype und Klischees ohne deren Überstrapazierung aus. Stattdessen dosiert man diese wohlüberlegt und untermauert dadurch einmal mehr die Glaubwürdigkeit der Charaktere.

Mal hitzig, mal witzig, immer clever und pointiert

Abendessen mit Folgen in „Der Vorname“ (Copyright: Constantin Film)

Die Handlung steigert sich auf temporeiche Art und Weise stetig, indem sich im Laufe des dargestellten Abendessens aus der umstrittenen Vornamenwahl weitere Diskurse entwickeln, während parallel dazu immer mehr Details zu den einzelnen Figuren offenbart werden.
Die dabei entstehenden mal hitzigen, mal witzigen Debatten gestalten sich anspruchsvoll und kommen mit cleverem, pointiertem Humor daher.

Trotz hoher Dialoglastigkeit und begrenzten Schauplatzes wirkt „Der Vorname“ zu keinem Zeitpunkt trocken oder „eingeschränkt“. Vielmehr wird aus der „minimalistischen“ Umsetzung alles herausgeholt, was letztlich zu einem vergnüglichen, teils aber auch nachdenklich stimmenden Filmgenuss führt.

Fazit

Der Erfolg in Form einer Kinobesucherzahl von über 1 Million Zuschauern gibt der Qualität der Komödie Recht.

Wer „Der Vorname“ im Kino verpasst hat, sich jedoch für clevere Komödien begeistern kann, sollte sich dieses Highlight aus dem Hause Constantin Film definitiv ins Heimkino holen.

Trailer

Handlung

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

(Quelle: Constantin Film)

Details

Region: Region B/2
Bildformat: 2.39:1 in 16:9
Audioformat: Deutsch DTS-HD 5.1 / Deutsch Dolby Digital 2.0 / Deutsch Dolby Digital 2.0 Hörfilmfassung
Untertitel: Deutsche UT für Hörgeschädigte, Englische UT
Sprache: Deutsch, Englische Untertitel
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Constantin Film
Erscheinungstermin: 04.04.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 91 Minuten
Extras: Making-of / Interviews / Trailer

Copyright Cover: Constantin Film



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde