Review

Seine Produktion „Prinzessin Fantaghirò“ erreichte Kultstatus und auch die weiteren TV-Mehrteiler wie „Die falsche Prinzessin“ oder „Der Ring des Drachen“ von Regisseur Lamberto Bava fanden in den 90er Jahren eine große Fangemeinde. Studio 100 veröffentlicht diese nostalgischen Märchenfilme nun als komplette Serien auf DVD und es dürfte unzweifelhaft feststehen, dass jene auch gegenwärtig noch großen Anklang finden werden.

Zu verdanken ist dies vor allem der genrespezifischen Inszenierung, die – anders als beispielsweise in „Die falsche Prinzessin“ – in „Der Ring des Drachen“ allerdings um zusätzliche fantastische Elemente erweitert wird. Hielt „Die falsche Prinzessin“ noch strikt am Genre fest, so versprüht „Der Ring des Drachen“ zusätzlich leichte orientalische Züge, während nun vermehrt auch Fantasy-Fans auf ihre Kosten kommen dürften.

Über die „Spezialeffekte“ sollte man natürlich stets liebevoll hinwegsehen, denn nicht selten wird sich dabei an einfachsten Mitteln bedient, um visuelle Resultate zu erreichen. Das ist nichts, was mit heutigen Standards vergleichbar wäre, doch der Fan und potenzielle Neuentdecker sollte sich des Alters der Verfilmung und dessen retro-lastiger technischer Umsetzung bewusst sein.

Gravierende Abzüge gibt es allerdings für die unnötigen Längen, die „Der Ring des Drachen“ immer wieder aufweist. Zwar kommt die Handlung dadurch nie ganz zum Erliegen, doch insgesamt zieht sich die Geschichte zu sehr, ohne dass die Spannung aufrechterhalten wird. Mitreißend geht anders und so plätschern einige Szenen ohne Tempo, Dramatik oder Highlights dahin.

Desidera (Anna Falchi) und Prinz Victor (Joel Beeson) in "Der Ring des Drachen" | Copyright: Studio 100

Desideria (Anna Falchi) und Prinz Victor (Joel Beeson) in „Der Ring des Drachen“ | Copyright: Studio 100

Wie gewohnt setzt Bava auch in „Der Ring des Drachen“ auf weibliche Figuren, sodass Anna Falchi und Sophie Kessel in den Hauptrollen anzutreffen sind. Ihre Rollen, konzipiert (sowohl optisch als auch charakterlich) als kontrastreiches Duo, fallen sehr stereotyp aus und auch die Zwistigkeiten dieser zwei ungleichen Figuren strotzen nicht unbedingt vor Kreativität.

Lamberto Bava war damals also nicht da, um Genres neu zu erfinden, wohl aber, um bewährte Zutaten solide umzusetzen. Sein Erfolg gibt ihm recht und so können sich 2016 Fans des Regisseurs und seiner Filme an Veröffentlichungen wie „Der Ring des Drachen“ erneut erfreuen und sich den nostalgischen Kult für wiederholbare Unterhaltung in die heimischen Gefilde holen. Damit ist die Zielgruppe recht eng definiert; nicht zugreifen sollten Freunde des gestochen scharfen Bildes, denen es an Hightech und Special Effects nicht genug sein kann.

Handlung

Der Ring des Drachen verleiht magische Kräfte. Und so besiegt der mächtige Drachenkönig auch König Karl, den letzten Feind in seinem riesigen Reich. Im Wald findet er das Mädchen Selvaggia, das wie eine Schwester an der Seite seiner Tochter Desideria aufwächst. Selvaggia aber trägt böse Zauberkräfte in sich und wendet sie gegen die gutherzige Desideria an. Im Kampf um die Thronfolge soll Desideria gegen ihren Willen verheiratet werden, verliebt sich aber ausgerechnet in Prinz Victor, den Sohn König Karls. Sie muss fliehen …

(Quelle: Studio 100)

Details

Format: PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Studio 100
Erscheinungstermin: 07.10.2016
Produktionsjahr: 2007
Spieldauer: 183 Minuten

Copyright Cover: Studio 100



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde