Review

Handlung

Die junge Clara Stahlbaum (Mackenzie Foy) und ihre Geschwister haben erst kürzlich ihre Mutter verloren. Für Ablenkung soll eine traditionelle Weihnachtsfeier in prunkvollem Ambiente sorgen. Clara ist jedoch nicht danach, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Sie besucht stattdessen ihren Onkel Drosselmeyer (Morgan Freeman). Sie bittet ihn, ihr zu helfen, eine Spieluhr mit einem einzigartigen Geschenk zu öffnen, die ihre Mutter ihr vermacht hat.

Plötzlich findet sich Clara in einer magischen Parallelwelt wieder, in der sie Prinzessin genannt wird, in der es Orte wie das Schneeflockenland, das Blumenland, das Naschwerkland oder auch das unheilvolle Reich Nummer Vier gibt, das von der tyrannischen Mutter Ingwer (Helen Mirren) beherrscht wird. Gemeinsam mit dem jungen Nussknacker-Soldaten Phillip (Jayden Fowora-Knight) versucht Clara, die Harmonie in den vier Reichen wiederherzustellen und ihrer Bestimmung als Thronfolgerin nach ihrer Mutter gerecht zu werden. Unterstützt wird sie dabei noch von reichlich skurrilen Bewohnern, wie der bonbonfarbenen Zuckerfee (Keira Knightley).

Doch in dieser mysteriösen Welt ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Festtags-Fantasy

Mit Der Nussknacker und die vier Reiche“ ist am 14. März Walt Disneys letztjähriges Vorweihnachts-Festtags-Fantasy-Märchen für das Heimkino erschienen. Der Trailer verspricht – wie gewohnt – familienfreundliche Unterhaltung für Groß und Klein, ein bildgewaltig inszeniertes Fantasy-Spektakel sowie eine äußerst verspielte und farbenfrohe Parallelwelt.

Dieses Versprechen soll der hochwertig produzierte Film, der von E.T.A. Hoffmanns Klassiker „Nussknacker und Mausekönig“ sowie Tschaikowskis berühmtem Ballett „Der Nussknacker“ inspiriert ist, indes nur selten einhalten können.

Kritik

Gerade an den üblicherweise hohen Maßstäben von Walt Disney gemessen, kann man Der Nussknacker und die vier Reiche“ nur als missglückt bezeichnen.

Überraschend leb- und lieblos mutet der Film an. Hier fehlt es an den Disney-typischen Zutaten, denn die kindgerechte Story versprüht nur selten Charme oder Originalität. Stattdessen recycelt der Film ebenjene Bilder, die uns schon aus unzähligen anderen Fantasy-Märchen hinlänglich bekannt sind. Wie eine uninspirierte Mixtur aus Die Chroniken von Narnia und Der Goldene Kompass plätschert der Hybrid-Streifen nur so vor sich hin und bringt dabei noch nicht einmal die obligatorische Disney-Gesangs- oder Tanzszene mit sich, die im Gedächtnis verhaften könnte.

Der Cast

Leider vermag auch die junge Mackenzie Foy („Interstellar“) als Heldin Clara nicht zu überzeugen.

Clara (Mackenzie Foy) und Zuckerfee (Keira Knightley) in „Der Nussknacker und die vier Reiche“ (Copyright: Laurie Sparham / © 2018 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved)

Damit steht sie jedoch nicht allein da, denn auch der übrige – exzellent besetzte – Cast bleibt absolut blass.

Morgan Freeman („The Dark Knight Rises“) verfügt über kaum nennenswerte Screentime und auch Helen Mirrens (“ R.E.D. – Älter, Härter, Besser“) Figur der tyrannischen Mutter Ingwer hat – ebenso wie die gesamte nur sporadisch vorgeführte Welt der vier Reiche – keine wirkliche Tiefe, sondern verfügt allenfalls über angedeutete Züge.

Aus dem hervorragend besetzten Cast bleibt am ehesten Keira Knightley („Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“) als quietschbunte Zuckerwatte-Zuckerfee in einer für sie doch ungewöhnlichen und zuweilen unterhaltsamen und witzigen Rolle hängen.

Fazit

Dass ein 120-133 Millionen-Dollar-Disney-Film bildgewaltig inszeniert ist und über die eine oder andere opulente und effektreiche Szene verfügt, darf das Publikum sicherlich erwarten.

Dessen ungeachtet stellt der Film unter Beweis, dass auch Zuckerwatte-Festtags-Fantasy von Disney nicht unfehlbar ist. Selbst eingefleischte Fans dürfte diese müde und lustlose Veranstaltung von Lasse Hallström und Joe Johnston kalt lassen.

Trailer

Inhalt

Die junge Clara (Mackenzie Foy) findet sich in einer mysteriösen Parallelwelt wieder, als sie sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Schlüssel macht, der eine Spieluhr mit einem einzigartigen Geschenk öffnen soll. Im Schneeflockenland, im Blumenland und im Naschwerkland trifft sie auf allerlei seltsame Bewohner. Zusammen mit dem jungen Soldaten Phillip (Jayden Fowora-Knight) begibt sie sich schließlich ins unheilvolle Reich Nummer Vier, das von der tyrannischen Mutter Ingwer (Helen Mirren) beherrscht wird. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur um Claras Schlüssel, sondern darum, die Harmonie in den vier Reichen wiederherzustellen.

(Quelle: Disney)

Details

Region: Region B/2
Bildformat: 1,85:1 / 16:9
Sprachversionen / Tonformat: Englisch: DTS-HD MA 7.1 / Deutsch: Dolby Digital 7.1 / Italienisch: Dolby Digital 7.1
Untertitel: Deutsch, Italienisch, Englisch für Hörgeschädigte
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Walt Disney Studios Home Entertainment
Erscheinungstermin: 14.03.2019
Spieldauer: 99 Minuten
Extras: Ein Gespräch mit Misty Copeland / Hinter den Kulissen von „Der Nussknacker und die vier Reiche“ / Zusätzliche Szenen / „Fall On Me“ gesungen von Andrea Bocelli und Matteo Bocelli / „Die Nussknacker-Suite“ gespielt von Lang Lang

Copyright Cover: © 2019 Disney



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)