Review

Jetzt auch als Serie

Selbst wenn man kein Fan von Historiendramen war, an der 1986er Romanadaption „Der Name der Rose“ von Regisseur Jean-Jacques Annaud und Produzent Bernd Eichinger, basierend auf dem Werk von Umberto Eco und besetzt mit Sean Connery als William von Baskerville und Christian Slater als Adson von Melk, kam wohl niemand vorbei.

Nun erscheint Ecos Bestseller auch im Serienformat. Doch es stellt sich nach der Sichtung die Frage: Warum?

Die Macher versprechen sich von der 26-Millionen-Euro-Produktion eine moderne Interpretation des historischen Klassiker-Stoffes, mit dem man nun auch die nächste(n) Generation(en) erreichen möchte.

Der bekannten Handlung neues Leben einhauchen

Um dies zu erreichen, wird laut Regisseur Giacomo Battiato der bekannten Handlung neues Leben eingehaucht.

Es geht also erneut nach Italien ins Jahr 1327.
Das Ergebnis dieser Reise sind acht Episoden. Jene orientieren sich dann auch entsprechend nah an der Roman- und erwähnten Filmvorlage, während zusätzlich eingefügte Charaktere respektive bisherige Randfiguren die Handlung weiter ausbauen sollen.

Darunter sind vor allem zwei starke Frauenrollen, die von Nina Fotaras (als „das Mädchen“) und Greta Scarano (als Anna) gut gespielt sind, die Serie jedoch unnötig strecken und aufblähen. Insgesamt entstehen – nicht nur dadurch – zuweilen einige Längen, die die Spannung des Öfteren zum Erliegen bringen.

Namhafte Besetzung

Für weitaus mehr Aufsehen soll neben der Frauenquote allerdings der weitere namhafte Cast sorgen. Hier schöpft man aus den Vollen und verpflichtet John Turturro („Transformers“, „The Big Lebowski“) und Damian Hardung („Club der roten Bänder“) für die Hauptrollen sowie Rupert Everett („Die Insel der besonderen Kinder“, „The Happy Prince“), Michael Emerson („Lost“), Sebastian Koch („Werk ohne Autor“), Richard Sammel („Inglourious Basterds“) und James Cosmo („Game of Thrones“) für weitere Figurenbesetzungen.

In steter Konkurrenz

Obwohl alle ihre Sache gut machen, fällt es schwer, sich gedanklich von der Vorstellung des damaligen Connery-Slater-Duos zu lösen. Unweigerlich führt dies zu Vergleichen, bei denen die aktuelle Besetzung – mit Ausnahme von Everett in seiner Rolle des unbarmherzigen Inquisitors Bernardo Gui – das Nachsehen hat.

Damian Hardung und John Turturro als Hauptfiguren in der Serienadaption „Der Name der Rose“. (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Dies trifft ebenso auf die Atmosphäre der Serie zu. Zwar dunkel, teils bildgewaltig und imposant inszeniert, reicht man nicht an die düstere Stimmung des 80er Jahre Films heran. Der Mystery-Funke springt somit nicht wirkungsvoll auf die Zuschauer über.

Auch die Tiefe, die das Buch in seiner Vielschichtigkeit besitzt, ist in der Serienadaption selten zu spüren. Die einstige Mischung aus Epochenporträt, philosophischer Abhandlung, historischem Krimi und weiterem mehr ist zwar vorhanden, bleibt jedoch in ihren jeweiligen Ansätzen stecken.

Fazit

Daher ist die 2019er Fassung von „Der Name der Rose“ am Ende eine Serie, die insbesondere jene History-Interessierten schauen sollten, welche weder Buch noch Film bereits kennen. Alle anderen sind mit besagten Veröffentlichungen gut bedient und erhalten hier keinen nennenswerten Mehrwert.

Trailer

Handlung

Italien im Jahr 1327: Das Mittelalter neigt sich dem Ende zu und ein neues, aufgeklärtes Weltbild bricht sich langsam Bahn. Die alte Welt und ihre Vertreter sehen ihren Einfluss schwinden und reagieren mit fundamentalistischer Härte. Vor dem Hintergrund des eskalierenden Machtkampfes zwischen Franziskanerorden und Vatikan begibt sich der englische Franziskanermönch William von Baskerville mit dem jungen Novizen Adson von Melk zu einem abgelegenen Kloster in den Alpen. Baskerville soll die Vermittlerrolle bei einem geheimen Konzil der gegnerischen Fraktionen einnehmen. Kaum eingetroffen, werden die Neuankömmlinge Zeugen einer Reihe mysteriöser Morde. Mit detektivischem Spürsinn macht sich der Ordensbruder an die Aufklärung. Allein, er ist auch Gejagter: Bernardo Gui, seines Zeichens skrupel- und gnadenloser Inquisitor, verfolgt die Kritiker des Papstes und hat Baskerville im Visier.

(Quelle: Concorde Home Entertainment)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 18.06.2019
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 400 Minuten
Extras: Featurette, Interviews, B-Roll, Trailer

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde