Review

„Der junge Inspektor Morse“ ermittelt wieder – und tut dies in Staffel 8 bereits wenige Monate nach Veröffentlichung der siebten Staffel dieser britischen Fernsehproduktion nach Motiven des Autors Colin Dexter.

Hingeschaut und mitgedacht

Der Anschluss an die vorausgegangenen Folgen ist allerdings nicht ganz so gut gelungen, sodass es scheint, hier einige inhaltliche Lücken mit der eigenen Fantasie ausfüllen zu müssen.

Fantasie und Mitdenken ist auch bezüglich der Kriminalfälle gefordert, denn obwohl diese sehr abwechslungsreich und spannend daherkommen, gestalten sich deren Auflösungen meist wenig nachvollziehbar.

Das mag mitunter auch daran liegen, dass abermals nur drei Episoden ihren Platz in der Staffel gefunden haben. Damit bleibt die Krimiserie quantitativ auf dem niedrigen Stand der letzten Staffel, und es erklärt vielleicht, dass die Handlung teils recht komprimiert erzählt wirkt.

Positiv hervorzuheben ist jedoch die Atmosphäre, die alle Episoden versprühen. So wird nicht nur der nostalgische Charme der Serie gelungen transportiert, auch die Spannung bleibt erhalten. Ihren Höhepunkt findet jene vor allem in Folge 3 namens „Endstation“, in der düstere Bilder dominieren. Platziert in einem verlassenen Gebäude mit dunkler Vergangenheit bedient man sich hier sogar an horroresken Stilmitteln, die bei zartbesaiteten Zuschauer:innen gar für seichte Gruselmomente sorgen könnten.

Endstation!?

Der Titel des Staffelfinales, „Endstation“, könnte hier zugleich auch Programm sein, denn man munkelt, dass die achte Staffel von „Der junge Inspektor Morse“ gleichzeitig auch die finale Staffel ist und die Serie somit an ihr Ende angekommen ist.

Shaun Evans in der achten Staffel als „Der junge Inspektor Morse“. (Copyright: Edel:Motion)

Schade, denn auch wenn es zunehmend Kritikpunkte gab und gibt, wodurch man an die großartigen Anfänge der Produktion (vgl. etwa Staffel 1 und Staffel 2) scheinbar nicht mehr anknüpfen konnte, bot die Serie doch trotzdem immer noch solide retro-charmante Krimi-Unterhaltung, deren Handlungsstränge eigentlich noch nicht ganz auserzählt sind bzw. noch einiges an Potenzial böten.

Auch auf Shaun Evans, der in einigen aktuellen Folgen erneut wieder Regie geführt hat, möchte man in seiner Titelrolle ungern verzichten, liefert(e) er doch stets eine gute und glaubwürdige Leistung ab.
Dem stehen auch die weiteren Charaktere in nichts nach; vor allem die Nebenrollen wie Jim Strange (gespielt von Sean Rigby) oder Chief Superintendent Bright (gespielt von Anton Lesser) gewannen zuletzt mehr und mehr an Profil.

Resümee

Sind die hier präsentierten Kriminalfälle zwar abgeschlossen, bleiben dennoch einige Fragen offen, die neugierig auf eine weitere Staffel machen. Dadurch und durch die Tatsache, dass sich Staffel 8 kaum wie ein Finale einer Serie anfühlt, ist zu wünschen, dass es ein Wiedersehen mit dem jungen Morse geben wird.


Der junge Inspektor Morse – Staffel 8

Trailer

Handlung

Es ist Anfang 1971, und obwohl Endeavour Morse von den Ereignissen des vergangenen Jahres erschöpft ist, gibt es bei der Mordkommission in Oxford keine Zeit sich auszuruhen. Niedergeschlagen und selten ohne einen Scotch in der Hand, muss Morse gleich in einer ganzen Reihe von schwierigen Mordfällen ermitteln.

Eine Sekretärin wird im Lonsdale College durch eine Bombe, die in einem Paket versteckt ist, getötet. Derweil droht ein unbekannter Anrufer dem Football Starstürmer Swift mit dem Tod. Daraufhin wird Morse, sehr zu seinem Missfallen, zu Swifts Polizeischutz eingeteilt. Im Sommer 1971 werden kurz hintereinander drei Menschen erschossen: ein Taxi Fahrer, ein Priester und ein Burschenschaftler. Die Verbindung zwischen den Opfern scheint ein Schmuddelfilm zu sein.
Das Ende des Jahres wird nicht besinnlicher, als ein Fahrgast nach dem Verlassen eines Busses getötet wird. Auch Morse befand sich im selben Bus, doch wegen seines übermäßigen Alkoholkonsums ist sein Erinnerungsvermögen jedoch stark beeinträchtigt.

Während all dieser Ermittlungen beginnt Morse sich von den Menschen, die ihm nahestehen, zu distanzieren. Hat er einen selbstzerstörerischen Kurs eingeschlagen?

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

01 Nummer Zehn
02 Kleines Vögelchen
03 Endstation

Details

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel:Motion
Erscheinungstermin: 01.04.2022
Spieldauer: 268 Minuten
Extras: Interviews mit Cast & Crew / Behind the Scenes

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde