Review

Es entscheidet immer über das weitere Schicksal einer Serie, wenn ein Hauptdarsteller sie verlässt. Viele Produktionen gehen nach einem solchen Einschnitt zugrunde oder büßen massiv an Qualität ein. „Death in Paradise“ hat es allerdings geschafft, nach dem Ausstieg von Ben Miller das bisherige, extrem hohe qualitative Niveau zu halten.

Bereits in der ersten Folge der dritten Staffel steigt Ben Miller alias Detective Inspector Richard Poole aus. Hierbei wird der klassische und sehr gut in diese Serie passende Weg des Mordes gewählt. Dieses Verbrechen ist die ideale Möglichkeit, einen neuen Detective Inspector aus England zu holen, der das Team der Polizei von Saint-Marie bei den Ermittlungen unterstützt. DI Humphrey Goodman – gespielt von Kris Marshall – hat allerdings keinen leichten Start. Zum einen ist sein Team noch geschockt über den Verlust von Richard Poole und zum anderen nehmen sie ihn zunächst nicht wirklich ernst. Im Verlauf der Ermittlungen glätten sich die Wogen jedoch ein wenig und Goodman wird mehr und mehr akzeptiert.

Dieser Handlungsstrang, der einzig dem Zweck des Hauptdarstellertausches dient, ist hervorragend inszeniert und wirkt absolut nachvollziehbar im Bezug auf die bisherige Handlung der Reihe. Selbstverständlich ist es auch für die Zuschauer nicht leicht, sich von Poole zu verabschieden und Goodman als neuen DI von Saint-Marie zu akzeptieren, aber man kann durchaus sagen, dass Kris Marshall eine ebenfalls sehr interessante Rolle verkörpert. Das Wichtigste ist wohl, dass nicht versucht wurde, den Charakter von Richard Poole zu klonen, sondern mit Humphrey Goodman eine komplett neue Persönlichkeit Einzug in diese Serie hält.

Bereits am Ende der ersten Episode stellt sich daher das bekannte und geliebte „Death in Paradise“-Feeling ein, da sich am Aufbau der Episoden nichts verändert hat. Zu Beginn jeder Folge geschieht ein Mord. Immer ist eine kleine Gruppe Menschen involviert und der Täter kann nur aus eben dieser Gruppe stammen. Das Team um DI Goodman beginnt nun zu ermitteln und beschreitet dabei in der Regel sehr ungewöhnliche Wege. Es wird vor allem noch „klassisch“ ermittelt und statt auf moderne Technik, wie sie in den meisten amerikanischen Serien eingesetzt wird, eher auf Logik gesetzt. Am Ende werden alle Verdächtigen versammelt und der Mörder wird in guter, alter Tradition des Ausschlussverfahrens überführt – eine Hommage an die Anfänge des Krimigenres.

Das neue Team der Polizei von Saint-Marie (Copyright: Edel:Motion)

Das neue Team der Polizei von Saint-Marie (Copyright: Edel:Motion)

Da es sich um eine britische Produktion handelt, darf natürlich der berühmte britische Humor nicht fehlen. Dieser wird wohldosiert eingesetzt, sodass „Death in Paradise“ unterhaltsam, aber nie lächerlich wirkt. Das ist auch gut so, denn die einzelnen Fälle sind so liebevoll und komplex aufgebaut, dass es ein Fehler wäre, sie in einem Comedy-Format zu verbraten.

Denn auch hartgesottene Krimikonsumenten werden Probleme haben, die Morde im Vorfeld aufzuklären. Trotz dieser enormen Komplexität ist die Auflösung am Ende immer nachvollziehbar und löst in der Regel einen „Aha“-Effekt beim Zuseher aus.

Sehr schön ist auch die Tatsache, dass die einzelnen Folgen immer in sich abgeschlossene Fälle behandeln, sodass man theoretisch zu jedem Zeitpunkt in diese Serie einsteigen kann. Es ist natürlich trotzdem ratsam, „Death in Paradise“ komplett und chronologisch zu schauen.

Die dritte Staffel von „Death in Paradise“ übersteht also schadlos einen Hauptdarsteller und weiß nach wie vor zu begeistern. Es ist eine Freude, diese Serie zu schauen und es ist sehr schade, dass diese Staffel nach nur acht Folgen bereits vorbei ist. Doch eine vierte Staffel wurde bereits angekündigt.

Trailer

Inhalt

Durch Richard Poole’s vorzeitiges und tragisches Ableben wird Humphrey Goodman der neue Detective Inspector auf der schönen Insel Saint Marie. Doch während er sich begeistert das Karibische Leben zu eigen macht, merken die Mitglieder seines neuen Teams Camille, Dwayne und Fidel schnell, dass sie einen weiteren exzentrischen und ziemlich frustrierenden Engländer am Hals haben … Humphrey’s scheinbar zufälliges und desorganisiertes Vorgehen bei der Aufklärung von Verbrechen wirkt zunächst verwirrend, doch es dauert nicht lange, bis sie erkennen, dass sie einen außergewöhnlichen Detective in ihrer Mitte haben – einen, der fähig ist, den rätselhaften Mord an seinem Vorgänger aufzuklären. Und so macht das Team gemeinsam weiter und löst mit Bravour eine Menge verwirrender, rätselhafter Morde. Angefangen bei Zombiefilm-Lichtdoubles, über mondäne Stewardessen, bis hin zu Lokalpolitikern. Das ist alles nichts Besonderes – wenn es einen Tod im Paradies gibt.

(Copyright: Edel:Motion)

Episoden

DVD 1

– Tickende Uhren
– Tödliche Schokolade

DVD 2

– Wahrheit und Fälschung
– Mord mit Verspätung

DVD 3

– Familienbande
– Der Ruf der Wildnis

DVD 4

– Der Sturm
– Liebeleien

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 12. September 2014
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 420 Minuten

(Copyright Cover: Edel:Motion)



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.