Review

„Death Parade Vol. 1“ entführt seine Zuschauer ins Jenseits, allerdings nicht in den Himmel oder die Hölle, sondern in eine Zwischenstufe: die Bar Quindecim.

Zu Beginn einer jeden Folge gelangen zwei nichtsahnende Personen an diesen geheimnisvollen Ort und werden von dem mysteriösen Barkeeper Decim empfangen. Die Ankömmlinge wissen dabei noch nicht, dass sie bereits verstorben sind und auch Decim klärt sie darüber zunächst nicht auf. Ferner wissen die jüngst Verstorbenen nicht, wie sie in die Bar gekommen sind. Der Zuschauer erfährt derweil, dass hier zwei Tote aufeinandertreffen, die zur gleichen Zeit gestorben sind. Barkeeper Decim eröffnet den Besuchern dann, dass diese um ihr Leben spielen müssen, was, wie wir nun schon wissen, nicht ganz der Wahrheit entspricht. Lassen sich die aus dem Leben Geschiedenen nicht auf dieses Spiel des Todes ein, können sie das Quindecim nicht wieder verlassen. In diesem Rahmen müssen die Teilnehmer etwa an Spielen wie Billard, Darts oder Bowling partizipieren, wobei Decim als eine Art Schiedsrichter fungiert und über deren weiteres Schicksal entscheidet. Der Preis der Spiele soll die unsterbliche Seele des Gewinners sein. Im Verlauf der Duelle wird die Angst als ursprünglichste und instinktivste Emotion offenbart und der ruhige Barkeeper erkennt im Angesicht des Todes die wahre Natur seiner Kandidaten.

Unter der Regie von Yuzuru Tachikawa, der in Personalunion auch noch Schöpfer und Autor von „Death Parade“ ist, hat das japanische Animations-Studio „Madhouse“ einen visuell hochwertigen Anime geschaffen, wobei hier vor allem auch die deutsche Synchronisation von der Synchronfirma „Neue Tonfilm München“ zu überzeugen weiß.

Direkt zu Beginn der ersten Folge dürfte TV- und Filmfreunden vor allem die Stimme des mysteriösen Barkeepers Decim auffallen, denn dieser wird von keinem anderen als Benjamin Völz gesprochen. Dieser ist einem breiten Publikum insbesondere als deutsche Stimme von Keanu Reeves, David Duchovny, Charlie Sheen, Matthew McConaughey und noch einigen mehr bekannt. Ein Synchronsprecher, den man also mit einigen der ganz Großen aus Hollywood verbindet und auch hier passt seine Stimme wunderbar zu der Rolle des Decim.

Willkommen im Quindecim: In seiner Bar lässt der mysteriöse Decim frisch Verstorbene Billard,
Dart oder Bowling gegeneinander spielen, damit er ein Urteil über ihr weiteres Schicksal fällen kann. (Copyright: Universum Film / Yuzuru Tachikawa / MADHOUSE/NTV/VAP)

Was die Story anbelangt, so besticht diese durch interessante Charaktere, eine intensive Atmosphäre und eine durchaus fordernde Thematik. Zuschauer, die hauptsächlich an Shōnen interessiert sind, die vorwiegend Wert auf Action, Abenteuer und Humor legen, werden mit „Death Parade“ nicht glücklich werden, denn hier gibt es nichts zu lachen und auch das Erzähltempo ist zumeist eher gemächlich. Dass die Serie bislang teilweise etwas kitschig und mitunter (noch) schwer nachvollziehbar ist, ändert aber nichts daran, dass sie insgesamt gute Unterhaltung bietet. Wer seine Religion allerdings allzu ernst nimmt, möge lieber die Finger von dieser Serie lassen.

Neben den vier regulären ersten Folgen des Anime enthält „Death Parade Vol. 1“ auch noch den Kurzfilm „Death Billiards“ mit dem Originalton und deutschen Untertiteln, auf dem die Serie basiert. Ein sehr nettes Extra.

Gerade weil die ersten vier Folgen bisher in einigen Belangen noch sehr geheimnisumwoben sind, machen sie Lust auf mehr, vor allem möchte man mehr über die Charaktere erfahren. „Death Parade“ hat daher definitiv großes Potenzial; es bleibt abzuwarten, ob die anschließenden Veröffentlichungen das bisherige Niveau noch halten oder sogar übertreffen können.

Trailer

Inhalt

„Willkommen in der Bar Quindecim!“ Ein besonderer Ort, wie die ahnungslosen Besucher schnell feststellen müssen. Denn hier treffen jeweils zwei frisch aus dem Leben Geschiedene auf den mysteriösen Barkeeper Decim, um sich im weiteren Verlauf ihrem postmortalen Schicksal bei einer Partie Billard, Darts oder Bowling zu stellen. Und so entwickelt sich ein grausames, schicksalsentscheidendes Do-or-Die Spiel, in dem die wahre Natur der Gäste ans Tageslicht tritt …

(Quelle: Universum Film)

Episoden

01 Death Seven Darts
02 Death Reverse
03 Rolling Ballade
04 Death Arcade

Details

Sprache: Japanisch (DTS-HD 2.0), Deutsch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 10.03.2017
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 91 Minuten
Extras: Death Billiards (OmU) / Preview-Clips Folge 02 – 05;

Copyright Cover: Universum Film / Yuzuru Tachikawa / MADHOUSE/NTV/VAP



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)