Review

Während die Kamine der Zuschauer bereits fleißig brennen und die Genrekollegen mit obligatorischen Weihnachtsspecials auffahren, bleibt sich die britisch-französische Fernsehserie „Death in Paradise“ auch mit Staffel 5 treu und lädt den Hobbyermittler mittels acht neuer Fälle ein, der Karibik einen Besuch abzustatten.
Auf Sonne, Strand und Mord ist hier Verlass und selbst in der kühlen Winter-Weihnachtszeit kann das überzeugen.

Der typische Aufbau einer jeden Folge (angefangen mit dem Verbrechen, über das Eingrenzen eines verdächtigen Personenkreises und die anschließende an Komplexität zunehmende Ermittlungsarbeit bis hin zur finalen Auflösung mit und vor allen Beteiligten à la Agatha Christie) hat sich schon vier Staffeln lang bewährt und davon wird auch in „Death in Paradise – Staffel 5“ nicht abgewichen. Dabei spricht es für die interessanten Fälle, dass der bzw. die Täter trotz vorgegebener Tatsachen und Indizien nicht vom Zuschauer vorzeitig ermittelt werden kann bzw. können.

Die Fälle als solche stellen sich abermals gut und abwechslungsreich dar. Vom „normalen“ Kriminalfall bis hin zum verschachtelten, komplexen und nahezu „perfekten“ Mord wird ein unterschiedlicher variabler Anspruch geboten, der sowohl den Casual-Krimi-Fan als auch den Crime-Nerd zufriedenstellen sollte.

Weil die Auflösungen am Ende darüber hinaus stets plausibel erklärt werden und nachvollziehbar bleiben, wirkt jede Folge sehr authentisch.

Zur Authentizität tragen zusätzlich die einzelnen Charaktere und das Setting insgesamt bei. Genau so, wie „Death in Paradise“ zeigt, stellt man sich die Polizeiarbeit auf einer kleinen Insel – wie das fiktive Karibikeiland Sainte-Marie sie darstellt – auch vor.

Protagonist Detective Inspector Humphrey Goodman (verkörpert von Kris Marshall) hat seinen Vorgänger Detective Inspector Richard Poole (ehemals zu sehen in den Staffeln 1-3 und gespielt von Ben Miller) mittlerweile hervorragend ersetzt.
Gab es in der dritten und insbesondere vierten Staffel insgesamt viele Ausstiege und Neuzugänge innerhalb der Serie zu verzeichnen, lässt sich bescheinigen, dass nicht nur die neuen Figuren, sondern auch die neuen Schauspieler inzwischen in der Serie angekommen sind – jedoch mit einer Ausnahme!
Detective Sergeant Florence Cassell (gespielt von Joséphine Jobert) löste Detective Sergeant Camille Bordey (gespielt von  Sara Martins) ab, deren Weggang Fans der Serie zunächst einen kleinen Schlag versetzte. Kritisierten wir bereits an der letzten Veröffentlichung die wenig aussagekräftige neue Rolle bzw. deren fehlendes Profil, das auch seitens schauspielerischer Leistungen nicht erbracht wurde, kann diese Kritik auch in Staffel 5 fortgesetzt werden. Während sich Kollegen-Neuzugang J.P. Hooper (Tobi Bakare) als Charakter in „Death in Paradise“ zunehmend etabliert und eigene Nebenhandlungsstränge zugewiesen bekommt, bleibt die Figur Florence Cassell trotz hoher Bildschirmpräsenz immer noch zu blass. Als Abziehbild, Kopie oder Schatten von Vorgängerin Camille Bordey tritt der Charakter hier auf und geht dadurch inmitten der anderen starken und interessanten Figuren unter. Weder Entwicklungen von noch Backgroundinfos zu dieser Figur wird man feststellen, sodass einiges an diesbezüglichem Potenzial verschenkt wird.

Sonne, Strand und Mord: "Death in Paradise" kehrt mit Staffel 5 ins Heimkino zurück. (Copyright: Edel:Motion)

Sonne, Strand und Mord: „Death in Paradise“ kehrt mit Staffel 5 ins Heimkino zurück. (Copyright: Edel:Motion)

Ähnlich ergeht es dem Nebenhandlungsstrang des Protagonisten. Seine sich ankündigende Midlife-Crisis und die damit einhergehende Frauensuche bieten Platz für reichliche Ideen, die allesamt nicht umgesetzt wurden. Vielversprechend integriert man diesen Handlungsstrang zwar in die Serie, vernachlässigt ihn aber anschließend zu sehr. Dabei hätte sich dadurch durchaus der eine oder andere Lacher mehr ergeben.

Trotzdem wird „Death in Paradise“ auch durch Staffel 5 seiner Ausnahmeposition im Genre gerecht und bereichert ein weiteres Mal mit seinen acht neuen Fällen die Krimilandschaft. Nur durch Kritik auf höchstem Niveau schrammt die aktuelle Veröffentlichung an der Höchstwertung vorbei. Nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen) sollte hier jeder Krimi-Fan bedenkenlos zugreifen.

Trailer

Inhalt

In einer neuen Staffel „Death in Paradise“ steht Humphrey Goodman (Kris Marshall) mit seinem neuen Team vor den bisher verblüffendsten Fällen von Saint Marie. Können sie auch dieses Mal gelöst werden?

Detektiv Humphrey Goodman fühlt sich auf der wunderschönen Karibikinsel Saint-Marie endlich heimisch, jedoch diagnostiziert sein Freund Dwayne bei ihm eine Midlife-Crisis dessen Wurzeln in Humphreys mangelndem Liebesleben auszumachen sind. Während der Scharfsinn des Detektives bei der Lösung des Puzzles der Romantik an seine Grenzen stößt, verlangen ihm die neuen verblüffenden Fälle alle seine deduktiven Fähigkeiten ab. Neben einem Model, welches erdrosselt wird, nachdem sie direkt von dem Catwalk kommt, bis hin zu einer Vergiftung in die Commissioner Patterson selbst verwickelt ist, sind wieder eine Vielzahl an rätselhafter Morde dabei, die es zu lösen gilt …

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

DVD 01:
– Ein stummer Zeuge
– Die Smaragdinsel

DVD 02:
– Todschick
– Späte Reue

DVD 03:
– Der letzte Besuch
– Eiskalter Mord

DVD 04:
– Der Silberschatz
– Von Liebe und Tod

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 11.11.2016
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 440 Minuten
Extras: Making-of

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde