Review

Die Krimiserie „Death in Paradise“ ist zurück – und das nicht nur auf ZDFneo ab 19. August 2016, sondern auch auf DVD.

Doch in der vierten Staffel scheiden nicht nur die Mordopfer dahin, auch die Stammbesetzung entschwindet erschreckend schnell. Hat der Alt-Fan den Ausstieg von Ben Miller alias Detective Inspector Richard Poole in Staffel 3 so gerade verkraftet, wird er bereits in der ersten Episode der vorliegenden Veröffentlichung mit dem Weggang Gary Carrs in seiner Rolle als Fidel Best konfrontiert. Damit nicht genug, muss man sich im Laufe der Staffel von Sara Martins als Camille Bordey verabschieden und somit gleichzeitig von einer tragenden Hauptfigur, die neben ihrem männlichen Ermittlungspartner zum Gesicht und Aushängeschild der Serie avanciert ist.

Um die Frauenquote beizubehalten wird schon früh die Figur Florence Cassell (gespielt von Joséphine Jobert) eingeführt, während zu einem späteren Zeitpunkt Tobi Bakare als J.P. Hooper einen Fidel-Ersatz darstellen soll. Zwei neue Charaktere, bei denen leider versäumt wird, ihnen ein aussagekräftiges Profil zu verpassen. Ohne Einführung, Backgroundinformationen oder sonstige nebenhandlungstaugliche Hintergrundgeschichten sind sie auf einmal einfach da – und bleiben bis zum Ende von Staffel 4 entsprechend blass. Vor allem die Rolle der Florence Cassell wirkt zunehmend wie eine Kopie ihrer Vorgängerin; es fehlt beiden Figuren an einer individuellen Note. Diesbezüglich wird weder das Potenzial der neuen Charaktere ausreichend ausgeschöpft noch wird scheinbar versucht, die Figuren etwas kreativer und eigenständiger anzulegen. Schade, denn dadurch vermissen und fehlen Fans der Serie die verlustig gegangenen bekannten Gesichter umso mehr.
Dass sich andere Lösungen hätten finden lassen können, beweisen u.a. jene Folgen, in denen Commissioner Selwyn Patterson (Don Warrington) mehr Teammitglied als Chef spielt. Eine erfrischende Idee, die für das eine oder andere Schmunzeln beim Zuschauer sorgen wird.

Auf die Probe stellt man allerdings die eigene Ermittlungsfähigkeit, denn abermals sind die dargebotenen acht Fälle clever ausgedacht und komplex inszeniert. Hier macht das Mitraten durchaus Spaß und erhält die Spannung – sieht man von 1-2 zu konstruiert wirkenden Fällen (u.a. „Doppelmord der anderen Art“) einmal ab, denn jene machen selbst Hardcore-Fans und Krimiprofis das Täterentlarven schwer und wirken alles in allem nicht unbedingt nachvollziehbar.

Personelle Umstrukturierungen bei "Death in Paradise - Staffel 4" (Copyright: Edel:Motion)

Personelle Umstrukturierungen bei „Death in Paradise – Staffel 4“ (Copyright: Edel:Motion)

Damit sind die Kritikpunkte der aktuellen Staffel von „Death in Paradise“ jedoch benannt und das Beanstanden erschöpft sich glücklicherweise auch schon, denn immer noch kann die britisch-französische Koproduktion mit ihrer Eigenständigkeit und Andersartigkeit punkten und das Krimigenre mit seinem Inselflair bereichern.
Dass darüber hinaus die Prinzipien und Pfeiler der Serie beibehalten werden, darunter u.a. das Zusammenführen aller Figuren einer Folge, um den Täter vor versammelter Mannschaft zu überführen, bzw. der generell immer gleiche Aufbau einer Episode, kommt „Death in Paradise“-Freunden mehr als entgegen.

Eine traumhafte Kulisse, tolle unterschiedliche Schauspieler, eine nicht zu beanstandende Synchronisation und insgesamt sehr abwechslungsreiche und komplexe Fälle sorgen dafür, dass man über die Schwachstellen der vierten Staffel von „Death in Paradise“ hinwegsehen kann und auch möchte. Für eingefleischte Fans heißt es tapfer bleiben und sich mit den Neuzugängen arrangieren, alle anderen finden hier eine geniale und intelligente Krimiserie vor, die es nicht nötig hat, sich beispielsweise durch Hightech gebundene Ermittlungen zu profilieren.

Trailer

Inhalt

Death in Paradise kehrt mit einer weiteren Staffel voller Überraschungen und Wendungen zurück. Humphrey Goodman (Kris Marshall) und sein Team stehen erneut vor vielen komplizierten Aufgaben: Können die verschiedenen Puzzleteile zu einem Ganzen zusammengefügt werden?

Seitdem der unbeholfene Detektiv Humphrey Goodman sich auf der sonnigen und idyllischen Insel Saint Marie niedergelassen hat, stößt er seinen Kollegen vor den Kopf und beeindruckt sie zugleich mit seiner besonderen Art der Ermittlung.
Von einer unheimlichen Messerstecherei während einer spiritistischen Sitzung bis hin zu dem mysteriösen Ertrinken der Braut auf ihrem Junggesellinnenabschied – alles ist dabei, um Humphreys brillantes Gespür für Verbrecher an seine Grenzen zu bringen. Er ist zwar genauso vergesslich, vom Pech verfolgt und tollpatschig wie immer, aber sein Instinkt, die Täter ausfindig zu machen, hat in keinster Weise nachgelassen.

(Quelle: Edel:Motion)

Episoden

DVD 01:
– Der Mann, den es nicht gab
– Mord gegen Liebe

DVD 02:
– Ein bitterer Nachgeschmack
– Im Schein der Kerze

DVD 03:
– Eine lange Reise
– Falscher Ehrgeiz

DVD 04:
– Doppelmord der anderen Art
– Besuchszeiten

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 09.09.2016
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 417 Minuten

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde