Review

Outgesourcter Suizid

Lebensmüde, aber mit den Selbstmordversuchen will es einfach nicht klappen? Wie wäre es dann also, den Suizid einem Profi zu überlassen?

Der Idee von einem outgesourcten Selbstmord geht Regisseur Tom Edmunds in seinem Langfilmdebüt „Dead in a week“ nach und verhilft seinem Protagonisten, dem erfolglosen Schriftsteller William (Aneurin Barnard), in knapp 91 Minuten dabei, seinen Suizid in die Hände des Auftragskillers Leslie (Tom Wilkinson) zu legen.

Doch was tun, wenn sich das Schicksal wendet, ein Suizid nun doch etwas zu final erscheint, der Profi einem jedoch weiterhin nach dem Leben trachtet, um seine Mordquote zu erfüllen und dem drohenden Ruhestand noch eine Weile zu entkommen?

Dann hilft vor allem rabenschwarzer britischer Humor sowie eine gehörige Prise Ironie, um die überraschenden Wendungen (und teils auch vorhandenen Schockmomente) innerhalb der Komödie so richtig zünden zu lassen.

An all dem mangelt es „Dead in a week“ nicht. Insbesondere durch die überspitzte Darstellung eines ernsten Themas mittels der vertraglichen Festlegung von Rahmenbedingungen wird hier nicht nur Suizid zum bürokratischen Akt, sondern der Film skurril, absurd und überaus komisch.

Perfekter Soundtrack

Und so steht für den geneigten Filmfreund wunderbare originelle Unterhaltung auf dem Programm, die durch einen hervorragenden Soundtrack veredelt wird.
Jener passt mit seiner Titelauswahl brillant auf die jeweiligen Szenen und unterstreicht zuweilen abermals deren ironische Aspekte.

Im Original

Diesbezüglich – und auch die Gags betreffend – ist es allerdings hilfreich, dem Englischen ein wenig mächtig zu sein. Wer diese Voraussetzung mitbringt, dem sei daher empfohlen, „Dead in a week“ im englischen Original anzuschauen, da sowohl die Emotionen als auch die Witze ansonsten in der deutschen Übersetzung phasenweise an Wirkung verlieren.

Tempo gegen Längen

Mit dem einen oder anderen Kollateralschaden beschäftigt: Auftragskiller Leslie (Tom Wilkinson) in „Dead in a week“ (Copyright: Ascot Elite Home Entertainment)

Für einige Zuschauer hätte die Komödie zudem stellenweise etwas mehr Tempo (vielleicht sogar noch überspitztere Szenen) vertragen können, um Längen zu verhindern, die dem Film immer mal wieder den Schwung nehmen.

Darüber hinweg trösten allerdings sowohl eine starke Besetzung als auch die Farbgebung des Films, die – nicht gerade sehr bunt, sondern vielmehr gedeckt – die depressive Stimmung der Hauptfigur widerspiegeln und hervorragend zum britischen Setting passt.

Am Ende von „Dead in a week“ mag man sich à la Alanis Morissette fragen: Isn’t it ironic? Die Antwort lautet: Ja, ist es! Und genau das ist auch einer von vielen Gründen, weshalb die Komödie definitiv auf die Watchlist gesetzt werden sollte.

Trailer

Handlung

William hat es wirklich versucht: Sprung von der Brücke, Tabletten, Autoabgase, Föhn in der Wanne. Er hat alles überlebt. Jetzt hilft nur noch eins, er muss seinen Tod delegieren. Hitman Leslie macht einen seriösen Eindruck. Er hat eine Broschüre, aus der man seine Todesart wählen kann. Killer und Kunde werden sich schnell einig und William sieht erfreut seinem Ende entgegen. Da geschieht Unerwartetes und sein Leben wird plötzlich spannend, geradezu schön. Doch Leslie muss dringend einen Mord vorweisen, damit ihn die britische Killer-Zunft nicht zwangspensioniert. Er hat keine Lust auf Ruhestand und will Williams Auftrag keinesfalls stornieren …

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

Details

Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 30.11.2018
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 91 Minuten

Copyright Cover: Ascot Elite



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde