Review

Längst vorbei ist die Zeit, in der der Dame noch klassisch der Hof gemacht wurde und das wehrte Fräulein auf die Gunst des Mannes hoffte oder sogar darauf angewiesen war. Was aber Vergangenheit und Gegenwart (und vermutlich auch Zukunft) gemeinsam haben, ist die Hoffnung eines jeden Menschen auf die wahre Liebe. So wundert es nicht, dass mit diesem Traum vom Glück heutzutage der große Reibach gemacht wird und sich im Netz entsprechend viele Dating-Portale finden. Sind die ersten Kontakte geknüpft, treffen sich die Nutzer oft auf ein (mal mehr und mal weniger „blindes“) Date. Dass es dabei zu skurrilen, erfreulichen und/oder schicksalhaften Begegnungen und Erlebnissen kommen kann, das zeigt auch die Fernsehserie „Dates“, deren erste Staffel seit August auf SIXX lief und nun auf DVD erhältlich ist.

Zu jung für ein Date? Episode: "David und Ellie" (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Zu jung für ein Date? Episode: „David und Ellie“ (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

In neun Episoden nimmt der Zuschauer die Position des Beobachters ein und verfolgt gebannt das Aufeinandertreffen verschiedener Paarkonstellationen.
Die Figuren sind dabei so facettenreich wie interessant und unterschiedlich, sodass jede Folge viel Abwechslung parathält.
Zu verdanken ist dies insbesondere der gelungenen Besetzung, denn Schauspieler wie Will Mellor, die „Game of Thrones“-Heilerin Oona Chaplin (zu sehen dort in der 2. und 3. Staffel) oder der Serien-affine Ben Chaplin sind ihre Charakterrollen wie auf den Leib geschneidert.

Die Serie selbst ist sehr fokussiert auf die jeweils im Mittelpunkt stehenden Paare und ebenso auf deren „Probleme“.
Somit verfällt „Dates“, wie der Name vielleicht zunächst vermuten lassen könnte, weder ins Kitschige noch werden klassische Hollywood-Romanzen dargeboten. Vielmehr präsentieren sich die Verabredungen sehr alltäglich und spiegeln damit authentisch das wider, was auch dem Zuschauer bei einem Blind Date theoretisch passieren könnte.

Ab und zu, jedoch nicht auffallend oft und insbesondere in den derberen Dialogpassagen, erkennt man dabei die Handschrift des Ideengebers Brian Elsley, der bereits für die heiß diskutierte Serie „Skins“ verantwortlich war.
Jene lässt sich insgesamt aber nur schwer mit „Dates“ vergleichen und das ist gut so, denn dies beweist, dass ein Format wie „Dates“ am Fernsehmarkt noch fehlte.

In der Rolle des Voyeurs verfolgen wir also die unterschiedlichen Dates, welche die Protagonisten zwar nicht immer die große Liebe finden lassen, dafür aber u.a den Weg in das Schlafzimmer des Gegenübers. Dort wartet dann auch schon mal eine unschöne Begegnung auf die Figuren, wie die Folge „Jenny und Christian“ zeigt.

Wird es ein Happy End für David (Will Mellor) und Mia (Oona Chaplin) geben? (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Wird es ein Happy End für David (Will Mellor) und Mia (Oona Chaplin) geben? (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Auch an Tiefe fehlt es „Dates“ nicht. Obschon der Zuschauer vielleicht einige Zeit benötigt, um Zugang zur Serie zu finden, bleibt es hier nicht bei stumpfer Unterhaltung. So haben einige Figuren mit ihren eigenen Dämonen (und schließlich auch mit denen des potenziellen Partners) zu kämpfen, andere wagen kein Coming-Out und leben ein Leben, das zwar der Familie, nicht aber der Figur selbst gefällt („Erica und Kate“, „Erica und Callum“). Wie die Problematiken auch angelegt sind, langweilig wird es zu keinem Zeitpunkt und schließlich verknüpfen sich einige Einzelschicksale sogar miteinander. Dadurch ist, obwohl die Figuren in den einzelnen Episoden wechseln, ein roter Faden der Serie zu erkennen. Insbesondere die Begegnung zwischen Mia und David spielt dahingehend eine Rolle, da sie zum einen die Staffel eröffnet und zum anderen abschließt.

Letztlich seien noch die Dialoge zu erwähnen, die teils sehr tiefgreifend und niveauvoll, teils derb und direkt (wie aus „Skins“ bekannt) ausfallen. Durch sie lernen sich nicht nur die Figuren untereinander besser kennen, sondern auch der Zuschauer gewinnt ein konkreteres Bild von ihnen.

Wider Erwarten und im Verlauf der Serie immer mehr weiß „Dates“ zu begeistern. Ein fast schon alltägliches Phänomen wird hier gelungen thematisiert und mit aussagekräftigen Charakteren inszeniert. Wer genug vom Hollywood-Kitsch hat, der sollte zugreifen!

Trailer

Inhalt

London – im sozialen Minenfeld der Datingwelt des 21. Jahrhunderts

Elf Single-Großstädter versuchen durch Online-Dating ihren Traumpartner zu finden. Jeder von ihnen trifft sich zu einem ersten Date und wird dabei mit Lügen, Geständnissen, Vertrauenskrisen und sexuellen Verwirrungen konfrontiert – eine Achterbahn der Gefühle.
Dabei wird allen schnell klar, dass alles möglich ist und gleichzeitig nichts so kompliziert, wie das Suchen und Finden der wahren Liebe.

„Dates“ begleitet in neun Episoden das Zusammentreffen verschiedener Paare. Auf schnippische, sexy und emotionale Art wird das komplizierte und verrückte Verhalten der Fremden zueinander erzählt. Mit der Zeit verbinden sich die Einzelschicksale immer weiter miteinander – zu einem unerwarteten Finale.

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises)

Episoden

DVD 01
01 David und Mia
02 Jenny und Nick
03 Mia und Stephen
04 Erica und Kate

DVD 02
05 David und Ellie
06 Erica und Callum
07 Stephen ans Mia
08 Jenny und Christian
09 Mia und David

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 24.10.2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 270 Minuten



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde