Review

Treffen sich sieben Freunde zum Abendessen …

Dies könnte der Beginn eines Witzes werden, ist aber in diesem Fall die Ausgangssituation des Films „Das perfekte Geheimnis“.

Dabei handelt es sich um eine bei Constantin Film erschienene deutsche Komödie. Diese wiederum ist ein Remake des italienischen Kinofilms „Perfetti Sconosciuti“ von Paolo Genovese aus dem Jahr 2016, der bereits in zahlreichen Ländern neuverfilmt wurde. Durch Regisseur Bora Dagtekin, der schon für die „Fack Ju Göhte“-Trilogie verantwortlich zeichnet, gelangte der Ensemblefilm 2019 auch ins deutsche Kino – und nun ins hiesige Heimkino.

Worum geht es?

Es geht um drei Frauen, vier Männer, sieben Smartphones und die Frage: Wie gut kennen sich die Freunde und Paare wirklich?

Als die zusammengefundene Runde bei einem Abendessen über Ehrlichkeit diskutiert, entschließen sich die Beteiligten zu einem Spiel: Alle legen ihre Smartphones auf den Tisch, und alles, was reinkommt, wird geteilt.
Nachrichten werden vorgelesen, Telefonate laut mitgehört, jede noch so kleine WhatsApp wird gezeigt.
Doch was als harmloser Spaß beginnt, artet bald zu einem emotionalen Durcheinander aus – voller überraschender Wendungen und delikater Offenbarungen. Denn in dem scheinbar perfekten Freundeskreis gibt es mehr Geheimnisse und Lebenslügen, als zu Beginn des Spiels zu erwarten waren …

Die Besetzung

Angelegt als tragikomisches Kammerspiel sind Parallelen zum Film „Der Vorname“ nicht von der Hand zu weisen. Auch einige Schauspieler dieser Produktion (sowie aus „Fack Ju Göhte 1-3“) finden sich hier wieder.
Und so abendisst und streitet sich hier eine illustre Runde bekannter deutscher SchauspielerInnen auf 120 Minuten, darunter Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Karoline Herfurth, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring und Jessica Schwarz.

Die schauspielerische Leistung fällt dabei sehr unterschiedlich aus.
Während man Elyas M’Barek, Frederick Lau und Florian Daniel Fitz in von ihnen bewährten und ähnlich gearteten Rollen wiederfindet, die leider erneut ein nur begrenztes schauspielerisches Repertoire offenbaren und daher das Erwartbare präsentieren, fügt sich Wotan Wilke Möhring als Schönheitsoperateur Rocco Koch nur bedingt harmonisch in die Gruppe ein. Wie schon in dem Action-Thriller „Steig. Nicht. Aus!“ oder in der Thriller-Serie „West of Liberty“ wirkt sein Spiel stark reduziert, seine Gefühlsregungen eher offensichtlich geschauspielert denn glaubwürdig und authentisch sowie seine Figur sehr eindimensional. Selbst der renommierteste Akademiker wird beispielsweise im Alltag nicht so mit seiner Teenie-Tochter reden, wie die Figur Rocco Koch es in „Das perfekte Geheimnis“ tut.

Kritik zum Film

Trotz einer Besetzung durch die hierzulande momentan wohl angesagtesten DarstellerInnen, braucht der Film einige Zeit, um in Fahrt zu kommen. Der Beginn wirkt langatmig, bevor dann das eigentliche – titelgebende – Geschehen seinen Lauf nimmt, bei dem sämtliche Beziehungen der Protagonisten auf eine harte Probe gestellt werden sollen.

Carlotta Keschwari (Karoline Herfurth) und Leo Keschwari (Elyas M’Barek) als Paar in „Das perfekte Geheimnis“. (Copyright: Constantin Film)

Überraschende sowie vorhersehbare Wendungen halten sich die Waage, und auch der Humor trifft nicht immer ins Schwarze. Gerade den direkten Vergleich mit „Der Vorname“ hält „Das perfekte Geheimnis“ daher nicht stand. Cleverer, witziger und teils zum Nachdenken anregend fiel jener Film aus, während „Das perfekte Geheimnis“ mit all dem hinter dem Berg hält.

Leider wird schließlich außerdem verpasst, den Film an der richtigen Stelle enden zu lassen. Einige Szenen am Schluss sind somit entbehrlich, das jeweils zwanghafte Happy End einiger Konflikte wirkt unglaubwürdig.

Fazit

Für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Fernsehabend eignet sich „Das perfekte Geheimnis“ allerdings doch. Mehr, aber auch nicht weniger darf man jedoch nicht erwarten.

Trailer

Handlung

Wie viele Geheimnisse verträgt eine Freundschaft?

Drei Frauen. Vier Männer. Sieben Telefone. Und die Frage: Wie gut kennen sich diese Freunde und Paare wirklich?
Als sie bei einem Abendessen über Ehrlichkeit diskutieren, entschließen sie sich zu einem Spiel: Alle legen ihre Smartphones auf den Tisch, und alles, was reinkommt, wird geteilt. Nachrichten werden vorgelesen, Telefonate laut mitgehört, jede noch so kleine WhatsApp wird gezeigt. Was als harmloser Spaß beginnt, artet bald zu einem emotionalen Durcheinander aus – voller überraschender Wendungen und delikater Offenbarungen. Denn in dem scheinbar perfekten Freundeskreis gibt es mehr Geheimnisse und Lebenslügen, als zu Beginn des Spiels zu erwarten waren.

(Quelle: Constantin Film)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region B/2
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Constantin Film
Erscheinungstermin: 24.03.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 120 Minuten
Extras: Behind the Scenes-Clips / Setaufbau / Outtakes (lange Version) / Extended Scenes / Interviews / Audiokommentar mit Elyas M’Barek und Florian David Fitz / Trailer / Hörspielprobe

Copyright Cover: Constantin Film



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde