Review

Mit der seit November im Heimkino angekommenen zweiten Staffel der Fernsehserie „Das Boot“ findet diese, abermals unter der Regie von Andreas Prochaska, ihre Fortsetzung.

Erneut umfasst die Staffel acht Folgen, deren Handlung im Dezember 1942, knapp nach Ende der ersten Staffel, einsetzt. Nahtlos wird somit das weitererzählt, was in Staffel 1 begonnen wurde.

Die Kritikpunkte aus Staffel 1 manifestieren sich hier

Weitergemacht wird zudem mit den vielen verschiedenen Erzählsträngen. Waren diese bereits ein Kritikpunkt der ersten Staffel, fallen sie nun sogar noch negativer auf.
Mehr an Land statt auf See und mit Schauplatzwechseln von La Rochelle nach New York versehen, verfehlt dieses Vorgehen hier einmal mehr das Ziel.

Insgesamt möchte „Das Boot – Staffel 2“ wieder sehr viel, schwimmt dabei im Fahrwasser eines Agententhrillers ebenso mit wie in jenem eines Dramas – und verliert dadurch beinahe sogar das eigentliche Thema aus den Augen.

Wer bei Staffel 2 einschaltet, weiß vermutlich inzwischen, dass es der Produktion weder auf die Nähe zu den Vorlagen (wie Lothar-Günther Buchheims Romane „Das Boot“ und „Die Festung“ sowie Wolfgang Petersens gleichnamiger Kinofilm von 1981), noch auf historische Authentizität und Korrektheit ankommt.

Es wundert daher nicht, dass beispielsweise die teils bereits in Staffel 1 eingeführten starken Frauenfiguren abermals sehr im Fokus stehen. So löblich dies auch ist, wirkt es zuweilen doch sehr überstrapaziert und berechnend integriert. Darüber hinaus fehlt es leider auch ihnen, wie schon den meisten weiteren Charakteren, an Ecken und Kanten, sodass selbst eine Widerstandskämpferin eher klischiert statt mutig und eigenwillig daherkommt, während ihr die Rolle nicht gänzlich abgenommen wird.

Mit an Bord: Clemens Schick

Clemens Schick ist als Korvettenkapitän Johannes von Reinhartz neu an Bord in „Das Boot – Staffel 2“. (Copyright: Stephan Rabold / Bavaria Fiction GmbH)

Zu einigen bereits vertrauten Gesichtern aus Staffel 1 gesellen sich nun noch neue. Darunter u.a. Clemens Schick (u.a. „Arctic Circle – Der unsichtbare Tod“, „Stille Reserven“) als Korvettenkapitän Johannes von Reinhartz.

Ist der ihm zugedachte Handlungsstrang noch interessant und Episoden füllend, entpuppen sich einige andere schon bald als überflüssig. Sie blähen die zweite Staffel nur unnötig auf und sorgen nicht dafür, dass sich „Das Boot“ mit dieser Fortsetzung nachhaltig im Gedächtnis der Zuschauer festsetzt.

Fazit

Während man Vieles – und optisch gelungen Inszeniertes – sieht, sieht man vom immerhin titelgebenden „Boot“ letztlich doch recht wenig. Die bereits in Staffel 1 festgestellten Kritikpunkte manifestieren sich hier einmal mehr. Wer damit aber bereits in den ersten acht Folgen gut leben konnte, wird auch mit den vorliegenden acht Episoden gut unterhalten werden.

Trailer

Handlung

Dezember 1942: Der erfahrene U-Boot-Kommandant Johannes von Reinhartz (Clemens Schick) erhält den Auftrag, mit der U-822 in geheimer Mission drei Saboteure an der US-Ostküste abzusetzen. Als jedoch seine Loyalität in Frage gestellt wird, nimmt U-612 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Wrangel (Stefan Konarske) seine Verfolgung auf.

Dem Tod auf dem Atlantik entflohen, kommt der ehemalige Kommandant der U-612, Kaleun Klaus Hoffmann (Rick Okon), in New York an und lernt den zwielichtigen deutschstämmigen Anwalt Berger (Thomas Kretschmann) kennen. Kann dieser ihm die Rückkehr nach Deutschland ermöglichen?

In La Rochelle ist Simone (Vicky Krieps) weiter im Widerstand aktiv, obwohl Gestapochef Forster (Tom Wlaschiha) sie im Visier hat. Zusammen mit Margot (Fleur Geffrier) will sie einer jüdischen Familie bei der Flucht helfen.

(Quelle: WDR mediagroup / Release Company)

Episoden

01 Überlebensstrategien
02 Unbequeme Allianzen
03 Sabotage
04 Die Würfel sind gefallen
05 Befehl zum Töten
06 Letzte Entscheidungen
07 Kopf an Kopf
08 Auf der anderen Seite

Details

Sprache: Deutsch, Originalversion (Deutsch, Englisch, Französisch)
Ton: Dolby Atmos® (Deutsch, OV)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildseitenformat: 16:9 / 2.00:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: WDR mediagroup / Release Company
Erscheinungstermin: 27.11.2020
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: ca. 480 Minuten

Copyright Cover: WDR mediagroup / Release Company



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde