Review

Im Mittelpunkt des Films „Das 9. Leben des Louis Drax“ steht der titelgebende kleine Junge Louis Drax (Aiden Longworth). Dieser bezeichnet sich selbst als ein Unfall-Kind. Ständig passiert dem kleinen Mann irgendetwas Fürchterliches, wodurch er beinahe ums Leben kommt. Bislang hat er seine horrormäßigen Unfälle aber noch immer überlebt. Vor allem seine Mutter Natalie Drax (Sarah Gadon) ist in größter Sorge, weshalb sie ihren pfiffigen Sohn dem Therapeuten Dr. Perez (Oliver Platt) anvertraut, zu dem Louis ein gutes Verhältnis aufbaut. Louis‘ Mutter beendet die Therapie kurz danach allerdings aus zunächst unerklärlichen Gründen. An seinem neunten Geburtstag erlebt Louis dann seinen bisher schlimmsten Unfall. Das Unfall-Kind stürzt eine tiefe Klippe hinunter und wird im Krankenhaus zunächst für tot erklärt. Louis erwacht jedoch wieder und fällt anschließend ins Koma. In der Klinik kümmert sich von nun an Dr. Allan Pascal (Jamie Dornan, zuletzt auch schon bei uns in der Besprechung in „Operation Anthropoid“ gemeinsam mit Cillian Murphy) um den jungen Unglücksraben. Mysteriös sind hier aber nicht nur die Umstände und die Regelmäßigkeit der Unfälle des Pechvogels, sondern auch das spurlose Verschwinden von Louis‘ Vater (Aaron Paul) nach dem Unglücksfall. Handelte es sich wirklich um einen Unfall oder steckt mehr dahinter?

Der französische Regisseur Alexandre Aja ist bislang insbesondere für seine Horrorfilme und darunter vor allem für „The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen“ von 2006 bekannt. Mit „Das 9. Leben des Louis Drax“ wendet sich Aja nun mehr dem Mainstream zu, ohne aber gänzlich auf surreale Momente zu verzichten. Dabei bedient er sich eines talentierten Casts, in dem sich unter anderem Jamie Dornan, Oliver Platt (man kennt ihn etwa aus Roland Emmerichs „2012“) sowie „Breaking Bad“-Star Aaron Paul finden.

Allerdings weiß der Film, der wohl am ehesten als Thriller eingeordnet werden kann, nur phasenweise zu überzeugen. Für einen Thriller ist nun mal das Erzeugen von Spannung unerlässlich; dies geschieht hier aber in zu wenigen und noch dazu kurzen Passagen. Das Tempo wirkt häufig unnötig verschleppt.

Am stärksten ist der Film dann, wenn der Zuschauer von Louis Drax, als Voice-over-Erzähler, Informationen über dessen Lebensgeschichte erhält und derart Einblicke in die Wünsche und Ängste des Jungen erhält; oder auch visuell, wenn der Wirklichkeitsstatus der Ereignisse für den Zuschauer unsicher ist, wenn er etwa in der Schwebe gehalten wird, ob er gerade eine Traumsequenz oder die Realität betrachtet.

Louis Drax mit seinen Eltern in „Das 9. Leben des Louis Drax“ (Copyright: Universum Film)

Alles in allem drängt sich aber der Eindruck auf, dass Regisseur Alexandre Aja hier womöglich zu viel wollte. Sein Film ist eine unausgegoren wirkende Genre-Melange aus Thriller-, Horror-, Fantasy-, Krimi- und Drama-Elementen, ohne irgendetwas davon wirklich zu sein. Gänzlich schlecht ist sein Film sicherlich auch bis zum Ende nicht und die Darsteller sind durchaus überzeugend. Allerdings wird gerade das Ende des Filmes für den – aufmerksamen – Zuschauer frühzeitig vorhersehbar, worunter auch die Spannung leidet.

Für einen atmosphärisch-spannenden Filmabend verdient dieser Genre-Mix somit leider keine Empfehlung.

Trailer

Inhalt

Louis Drax ist kein normaler Junge. Jedes Jahr stoßen ihm unter rätselhaften Umständen schreckliche Unfälle zu, die er aus unerklärlichen Gründen immer überlebt hat. An seinem neunten Geburtstag erlebt Louis sein bisher schlimmstes Unglück: Er stürzt in eine tiefe Schlucht und fällt ins Koma. Nach dem Vorfall verschwindet Louis‘ Vater (Aaron Paul) spurlos und der Junge wird in der Klinik von Dr. Allan Pascal (Jamie Dornan) behandelt. Dieser untersucht mit ungewöhnlichen Methoden, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Während er immer tiefer in das Bewusstsein des Jungen vordringt, übt Louis‘ Mutter Natalie (Sarah Gadon) eine seltsame Faszination auf Dr. Pascal aus …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 21.04.2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 107 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)