Review

„Wir werden alle sterben!“ spoilert Bruce Willis vermeintlich gleich zu Beginn des Sci-Fi Actioners „Cosmic Sin – Invasion im All“, der durch Koch Films das deutsche Heimkino erreicht. Und Fans des Schauspielers werden sich freuen, ihre Ikone mal wieder in einem derartigen Genre-Film bestaunen zu können.

Staunen wird man dann auch nicht schlecht, jedoch nicht unbedingt auf positive Art.

Die Vorgeschichte

Ehe die im Titel angekündigte Invasion beginnt, wird der Zuschauer zunächst in sekundenschnelle (und in dieser Schnelligkeit kaum mitverfolgbar) über das sich über einen enormen Zeitraum streckende bisherige Geschehen und letztlich über die Ausgangssituation der dann einsetzenden Handlung informiert. Und die schildert sich wie folgt:

2031 – Gründung der 1. Mars-Kolonie.

2042 – Bildung der Allianz. 
Quanten-Antriebstechnik ermöglicht es der Menschheit, den Kosmos zu besiedeln.

2281 – Mars-Kolonie scheitert.
Die Allianz herrscht über drei Kolonien: Erde, Zafdie und Ellora.

2519 – Zafdie will sich von der Allianz trennen.
Der „Blutgeneral“ James Ford wirft eine Q-Bombe auf die rebellierende Kolonie.

aus der Einleitungssequenz von „Cosmic Sin – Invasion im All“

Noch Fragen? Eine Menge sicherlich, aber darüber nachzudenken, bleibt nach diesem flotten, rein schriftlich dargebotenen „Intro“ keine Zeit, denn – wir schreiben inzwischen schon das Jahr 2524: Der eigentliche Film beginnt und die Handlung setzt ein.

Zur Handlung

Diese wiederum wirkt sehr komprimiert. Hintergründe oder Tiefgang werden dabei nicht geboten. Stattdessen gibt es bekannte wie beliebte Zutaten, mit denen man eher keinen Innovationspreis gewinnen wird. Auf die Komprimierung und die daraus resultierende Berechen- sowie Vorhersehbarkeit deuten bereits Schlagworte in der Inhaltsangabe hin, wie etwa „feindliche Invasion“, „Krieg gegen feindliche Aliens“ und „gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit“, „in dem die Zukunft der gesamten Menschheit entschieden wird“.

Einzelgängerische, furchtlose Kämpfer treffen dabei auf eigenwillige, in Verruf geratene Helden vergangener Zeiten. Für die Frauenquote wird ebenfalls gesorgt, ohne dabei auf Stereotype verzichten zu müssen. Und die Aliens? Die treten optisch nicht nennenswert ungewöhnlich auf und nutzen die Menschen als Wirte. Ebenfalls ein nicht neuer Gedanke.

Die gezeigte Action fällt solide aus, bietet aber auch nichts, was Genre-Fans nicht schon anderswo gesehen hätten.
Während die „Sci-Fi“-Effekte noch recht gut aussehen und nicht nur in den Kämpfen ein bisschen was hermachen, wirken die gewöhnlichen Kulissen indes sehr künstlich und offensichtlich „billig“. Das ist jedoch nicht einmal einer Low-Budget Produktion geschuldet, sondern darauf zurückzuführen, dass das Setting eher lieblos und ohne großen Aufwand kreiert wurde. So hätte man auch mit weniger zur Verfügung stehendem Geld visuell mehr aus den Schauplätzen herausholen können.

Leider kommt „Cosmic Sin“ zudem erst sehr spät in Fahrt und besteht – so der dominierende Eindruck – in der Hauptsache aus bruchstückhaft aneinandergereihten Szenen. Dies und die Tatsache, dass in den Gesprächen viel fachgesimpelt wird, machen die Handlung teilweise wenig zugänglich und nachvollziehbar.

Bruce Willis und Co. stellen sich im Sci-Fi-Actioner „Cosmic Sin“ der „Invasion im All“. (Copyright. Koch Films)

Apropos Gespräche: Hat man mit Auftreten von Bruce Willis als „Blutgeneral“ James Ford zunächst den Verdacht, als habe man hier die Dialoge erst nach Bekanntgabe der Besetzung geschrieben, um dann mutwillig an dessen markanten Sprüchen aus „Stirb Langsam“ festzuhalten, fallen die Dialoge abseits dieser Willis’schen Weisheiten eher rar und (noch) stumpf(er) aus. Sorgt das eine zumindest für kurzweilige Unterhaltung und einen gewissen Coolnessfaktor von Willis‘ Figur, ermüdet das andere zusehends.

Nicht nur diesbezüglich, sondern auch aufgrund des hier gebotenen Schauspiels des einstigen Action-Helden Hollywoods wird man sich streiten über die Zweideutigkeit des Satzes

Mit Bruce Willis ab ins All!

Denn Namen wie Bruce Willis oder Frank Grillo laden zunächst ein, sich mit dem Cast auf die Reise ins All zu begeben. Schnell möchte man dann aber die Besetzung dort lassen. Die letzten Filme der beiden (u.a. „Glass“ und „Death Wish“ mit Bruce Willis sowie „Jiu Jitsu“ mit Frank Grillo) hätten eventuell schon eine Warnung sein können, um die Erwartungen hier nicht allzu hoch zu schrauben.

Ein Highlight der Veröffentlichung ist aber der Soundtrack. Stilistisch passend kann man der Musik einiges abgewinnen.

Fazit

Auf der Verpackung beworben mit den Worten „bildgewaltiger Sci-Fi-Actionknaller mit Bruce Willis, Frank Grillo und WWE-Superstar Lana. Produziert von Corey Large („It Follows“)“, entpuppt sich „Cosmic Sin – Invasion im All“ letztlich nur als seichte Unterhaltung, von der man – trotz namhafter Besetzung – nicht zu viel erwarten sollte.


Cosmic Sin – Invasion im All [Blu-ray]

Trailer

Handlung

In einer fernen Zukunft wird der Ex-Soldat James Ford reaktiviert, um eine feindliche Invasion zu verhindern. Zusammen mit sieben Mitstreitern und einer Gruppe Wissenschaftler zieht Ford in den Krieg gegen feindliche Aliens, die in der Lage sind, den menschlichen Körper zu infizieren und zu übernehmen. Ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in dem die Zukunft der gesamten Menschheit entschieden wird.

(Quelle: Koch Films)

Details

Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DTS-HD Master Audio 5.1
Bildseitenformat: 2.40:1 (16:9)
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 12.05.2021
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: ca. 88 Minuten
Extras: Trailer, Slideshow

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde