Review

„Oh seht nur, ein Massaker.“ – Eine unaufgeregte Feststellung, die einer der Lehrer an der Grundschule von Fort Chicken in den Raum stellt, während die Schüler auf dem Pausenhof mit Augäpfeln und Darmschlingen spielen. Und in ihrer Schlichtheit irgendwie treffend. Mittendrin in dieser bizarren Szenerie aus „Cooties“ auch noch Elijah Wood, der als Aushilfslehrer den wohl schlimmsten Montag aller Zeiten in Filmform präsentiert.

Der erzählerische Ausgangspunkt von „Cooties“ ist dabei schnell umrissen: Der von Elijah Wood verkörperte Protagonist Clint Hedson muss irgendwie mit der neuen-alten Realität klarkommen. Während er sich selbst als erfolgreicher Schriftsteller sehen will, scheiterte sein Plan in New York über ein besessenes Boot zu schreiben. Nun muss er in seine Heimat zurückkehren, in den behüteten Schoß seiner Mutter und an die Grundschule, in der er selbst schon gemobbt wurde. Tja, auch das setzt sich an besagtem Montag fort, denn sein erster Tag als Vertretungslehrer einer vierten Klasse beginnt eher mies. Erst von seinen Schülern beleidigt, muss er sich auch noch mit der mysteriösen Beißattacke einer Schülerin auseinandersetzen. Und dann bietet nicht mal das Lehrerzimmer Schutz. Dort findet er zwar die niedliche Lucy, aber auch ihren grobschlächtigen Freund und andere krude Lehrerfiguren. Am Anfang vom Ende ist es dann diese Loserbande, die Clint zur Seite steht, als der schreckliche Zombie-Virus ausbricht, der nur Kinder befällt. (Ein Virus, der im Übrigen von verseuchten Chickenuggets stammt, wie man direkt im sehr ansehnlichen – weil ekligen – Vorspann erfährt.)

Kinder als Zombies? Theoretisch erst mal ein schwieriges Thema, zumindest wenn man anderen Filmemachern glaubt, die selten bis nie Kinder in ihre postapokalyptischen Szenarien einbauen. Aber tatsächlich haben sich die Drehbuchautoren sogar für diese abgedrehte Idee eine wissenschaftliche Erklärung überlegt. Bestechende Logik vermisst der Zuschauer hier auf jeden Fall nicht. Zarte Gemüter könnten allerdings mit der Gewalt von und gegen die kleinen Monster ihre Probleme haben. Da lässt sich nicht dran rütteln, allerdings ist es gerade diese Absurdität und Übertreibung, die „Cooties“ einen überraschenden und besonderen Witz verleihen. Wer sich darauf einlassen kann, hat hier echt einiges zu lachen. Und ja, dabei wird auch das eine oder andere Lehrerklischee ausgegraben, das die Schauspieler ziemlich gut verkörpern.

Lehrer vs. Schüler bzw. Zombie-Kids. In Cooties wird auch schon mal die Thermoskanne zweckentfremdet, um sich gegen die lästigen Plagegeister zu wehren. (Copyright: Universal Pictures)

Lehrer vs. Schüler bzw. Zombie-Kids. In Cooties wird auch schon mal die Thermoskanne zweckentfremdet, um sich gegen die lästigen Plagegeister zu wehren. (Copyright: Universal Pictures)

Vor allem bei Elijah Wood selbst könnte man gelegentlich denken, dass mehr als nur ein wahrer Kern hinter seiner Schauspielerei steckt. Das alles zusammengenommen, durch den Fleischwolf gedreht und es kommt genau die richtige Menge Blut und Witz für eine „Horror-Comedy“ bei rum!

Aber ganz ehrlich: Wenn das Drehbuch schon von zwei Typen geschrieben wird, von denen der eine „SAW“ und der andere „GLEE“ geschrieben hat, kann es am Ende nur ein extremes Ergebnis geben – in diesem Fall eben ein extrem gutes!

Flankiert von einer ansprechend blutigen Optik und akustisch mit herrlich schräger Musik im Stile von Danny Elfman unterlegt, entsteht so ein schräges, lustiges und absurdes Filmprojekt, das Genrefans begeistern wird.
Da sind sogar die letzten fünf Filmminuten verzeihlich, denn das eher schwache Ende wird durch die vorherige Leistung gut kompensiert.

Trailer

Handlung

Bitte nicht die Kinder füttern

Der erste Arbeitstag von Clint Hadson (Elijah Wood) als Vertretungslehrer an seiner alten Grundschule endet, im wahrsten Sinne des Wortes, im absoluten Horror. Ein mysteriöser Virus aus der Schulkantine verwandelt die kleinen Racker in blutrünstige Bestien. Um seine eigene Haut zu retten, wird Clint zum Anführer der hoffnungslos überforderten Lehrer im Kampf gegen die tobenden Minimonster.

(Quelle: Universal Pictures)

Details

Ton: DTS Digital Surround 5.1 (PL – Voice Over, P, E, HUN), DTS-HD Master Audio 5.1 (D, GB)
Bild: 2,40:1 Letterbox in High Definition
Untertitel: D, GB, BUL, DK, FIN, F, ISL, NL, N, PL, P, RO, S, E, TRK, CZ, HUN
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universal Pictures Germany GmbH
Erscheinungstermin: 15.10.2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 88 Minuten
Extras: Interview mit Elijah Wood

Copyright Cover: Universal Pictures



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer