Review

Martin Skalsky ist hauptberuflich als Filmkomponist tätig – und plötzlich (mit Cody) auf den Hund gekommen.
Damit ist er nicht allein auf der Welt, aber er ist einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige, der darüber einen bewegenden Dokumentarfilm gedreht hat.

Unter dem Titel „Cody – Wie ein Hund die Welt verändert“ feierte sein Regiedebüt Kinopremiere. Nun ist der ca. 87-minütige persönliche Einblick in sein und Codys Leben auch im Heimkino angekommen. Dies nicht nur zur Freude aller Hunde-Fans.

Der Film geht uns alle etwas an

Jene werden es natürlich vorrangig sein, die sich den Film anschauen. Doch sehen sollten ihn alle, denn er beschäftigt sich nicht nur mit dem Hund Cody als neuen, treuen Weggefährten Skalskys sowie festen Bestandteil seiner kleinen – ebenfalls anwachsenden – Familie und stellt zudem die Fragen: Was passiert, wenn Cody mit seiner Vergangenheit als Straßenhund konfrontiert wird und seine Gefährtin Blanche wiedersieht? Wie wird er sich entscheiden: Bleibt er
in seiner neuen Familie oder bevorzugt er das Leben mit Blanche?

Darüber hinaus – und wichtiger noch – sind die implizierten und uns alle angehenden Fragen: Wie gehen Menschen mit ihrer Umwelt, insbesondere mit Tieren um? Sind sie bereit, ihnen Rechte einzuräumen? Und – um es mit einem Buchtitel von Schriftstellerin, „Hundeflüsterin“ und Therapeutin Maike Maja Nowak zu formulieren – wie viel Mensch braucht ein Hund?

Ergreifende und informative Hundebiografie

Um Antworten auf all diese Fragen und Gedankengänge zu bekommen, begibt sich Skalsky auf die Reise in die Vergangenheit seines Hundes Cody, der – wie viele seiner Artgenossen – in Rumänien das Schicksal eines Straßenhundes teilte, ehe er von Familie Skalsky in die Schweiz adoptiert wurde und damit der in Rumänien bis 2001 gesetzlich legalen Hundetötung entkam.

Es breitet sich eine ebenso ergreifende wie informative Hundebiografie vor den Zuschauern aus, die diese – insbesondere auch aufgrund der emotionalen Bilder – nicht kalt lässt.
Die dabei entstandenen respektive gezeigten Aufnahmen reichen dabei von beispielhaften Bildern zu Hundetötungen und -quälereien, die nichts für schwache Nerven sind, bis hin zu Codys gegenwärtigem Leben in der weiten und idyllischen Natur der Schweiz, die ihm – in seiner Rolle als Haustier inmitten seiner neuen Familie – ein Gefühl von Freiheit vermittelt, das er in anderer Form auch als Straßenhund kannte.

Wie jene fern der Gefahr, gefangen und getötet zu werden, auch leben könnten, zeigen wiederum integrierte Aufnahmen der Rettungsstation „Territorio de Zaguates“ in Costa Rica.

Zugute kommt der Dokumentation außerdem der eigentliche Beruf Skalskys als Filmkomponist. So fällt die musikalische Untermalung von „Cody – Wie ein Hund die Welt verändert“ stets stimmungsvoll aus.

Informative Interviews als Extras

Darüber hinaus kommt die DVD-Veröffentlichung mit Interviews als Bonusmaterial daher. Hier kommen sowohl Maike Maja Nowak als auch der Philosophie-Professor Mark Rowlands von der Universität Miami zu Wort. Informativ und zum Nach- bzw. Weiterdenken anregend offenbaren sie viel Wahres und Gutes und legen dabei den Fokus nicht nur auf das Miteinander von Mensch und Hund im Speziellen, sondern ebenso auf das Miteinander von Mensch, Tier und Natur im Allgemeinen. Ausschnitte aus dem Gespräch mit Mark Rowlands wurden außerdem von Skalsky an passender Stelle im Film selbst platziert.

Mögliche Kritik

Martin Skalsky beschäftigt sich mit elementaren Fragen zum Miteinander von Mensch und Hund anhand der Biografie seines eigenen Hundes Cody in „Cody – Wie ein Hund die Welt verändert“. (Copyright: Filmwelt)

Möchte man etwas kritisieren, könnte man anbringen, dass sich der Film ein wenig unharmonisch aneinandergereiht anfühlt. Beiträge zur „Hunde-Insel“ in Costa Rica, Gespräche mit Maike Maja Nowak, Interviewausschnitte mit Mark Rowlands, Einblicke in das Familienleben mit Cody und Besuche in London, bei denen es zum Wiedersehen zwischen Cody und seiner ehemaligen Weggefährtin Blanche kommt, wechseln sich oft scheinbar willkürlich ab und hätten in ihrer Abfolge ein wenig logischer bzw. harmonischer platziert werden können.

An den Aussagen des Films ändert dies jedoch nichts; ebenso wissen dessen Aufnahmen visuell insgesamt zu überzeugen.

Fazit

Damit ist und bleibt „Cody – Wie ein Hund die Welt verändert“ ein sehenswerter und einfühlsam dargebotener Dokumentarfilm, der – wie eine Pressestimme bereits passend titelte – „allen Hunden dieser Welt eine Stimme [gibt]“.

Trailer

Handlung

Eine junge Familie adoptiert den rumänischen Straßenhund Cody in die Schweiz. Cody wächst ihr schnell ans Herz, verändert ihr Leben und eröffnet ihr eine neue Welt: das Zusammenleben von Mensch und Tier. Auf der Suche nach den Spuren seiner Vergangenheit erfährt die Familie mehr über das Leben in Rumänien, das Cody hinter sich gelassen hat. Er war dort mit der Streuner-Hündin Blanche in Freiheit, aber auch in ständiger Gefahr, umzukommen. Was passiert, wenn er mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird und seine Gefährtin wiedersieht? Wie wird er sich entscheiden – bleibt er in seiner Familie oder bevorzugt er das Leben mit Blanche?

Codys Schicksal führt zu wichtigen Themen unserer Zeit: Wie gehen Menschen mit ihrer Umwelt, insbesondere mit Tieren um – und sind sie dazu bereit, ihnen Rechte einzuräumen?

(Quelle: Filmwelt)

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Details

Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 2.39:1 in 16:9
Ton: Dolby Digital 5.1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Filmwelt / EuroVideo
Erscheinungstermin: 05.11.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: ca. 87 Minuten
Extras: Interviews / Kinotrailer

Copyright Cover: Filmwelt



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde