Review

Vom Kurzfilm über eine Crowdfunding-Kampage zum Spielfilm

2016 kreierte Regisseur Jeff Chan einen Kurzfilm namens „Code 8“.

Mit schauspielerischer Unterstützung von den Cousins Robbie und Stephen Amell sowie „The Fast and the Furious“-Darsteller Sung Kang plante er mit dem Ergebnis noch Größeres; ein Spielfilm von „Code 8“ sollte her.

Das Vorhaben wurde in die Realität umgesetzt, nachdem eine dazugehörige Crowdfunding-Kampagne äußerst erfolgreich verlief. Nun gibt es „Code 8“ als 2019er Filmversion über Koch Media auf Blu-ray, DVD und digital auch für das hiesige Heimkino.

>X-Men< meets >District 9<?

Laut Presseinformation wandelt Chan mit seinem Werk „Code 8“ auf den Spuren der „X-Men“ und „District 9“. Sein futuristischer Sci-Fi-Actionthriller soll mit atemberaubenden Effekten, Superhelden-Action und einer Starbesetzung, vorrangig bestehend aus dem eingangs erwähnten Trio Amell, Amell und Kang, daherkommen. Auch der auf dem Cover prangernde Slogan „Fear is the most dangerous power“ lässt die Erwartungen in die Höhe schnellen.

Doch treffen diese Ankündigungen und Verheißungen auch zu?
Nach einer Gesamtlaufzeit von 98 Minuten kann man sich eine Antwort auf diese Frage erlauben – und die fällt wohl in den meisten Fällen zwar wohlwollend, aber ernüchternd aus. Denn mehr als durchschnittliche Filmabendkost kann „Code 8“ leider nicht bieten.

Amell im Doppelpack und der übrige Cast

An den Schauspielern liegt dies jedoch nicht unbedingt. Obschon hier keine Glanzleistung vollbracht wird und sich die namhaften Akteure (vor allem auch „Arrow“-Star Stephen Amell) mit „Code 8“ nicht gerade in das Gedächtnis der Zuschauer spielen, performen sie ihre Rollen solide, sorgen immerhin für ein mögliches Aushängeschild des Films und stellen die weiteren (Neben)rollen in den Schatten.

Mehr kann man jedoch auch nicht erwarten, bedenkt man die eher maue Handlung, die weder innovativ noch kreativ oder gar tiefgründig ausfällt.

Worum geht es?

„Code 8“ entführt die Zuschauer nach Lincoln City in der nahen Zukunft. 4 % der Menschheit werden in dieser Zeit mit übernatürlichen Fähigkeiten geboren. Manche können Hitze erzeugen, andere Wunden heilen. Oder haben einen Körper, der von Kopf bis Fuß unter Strom steht – so wie Hauptfigur Connor Reed, auch bekannt als „Electric“ (und gespielt von Robbie Amell).

Doch nicht nur, dass diese Mutanten von der Allgemeinheit ausgestoßen in Armut leben und von martialisch ausgerüsteten Spezialeinheiten überwacht werden, Connors Mutter ist zudem krank und das nötige Geld für eine Behandlung fehlt.

Um ihr zu helfen und nebenbei noch den Umsturz in der Gesellschaft herbeiführen, schließt er sich unter Einsatz seiner Kräfte einer kriminellen Gang aus „Specials“ an. Fortan wird es in seinem Leben noch turbulenter und nicht selten auch mal blutig …

Kritik

Tatsächlich steckt hier viel Potenzial für einen Superhelden-Blockbuster drin, der einer „X-Men“-Filmreihe durchaus hätte das Wasser reichen können. Mehr als ein kleines Schwappen, das kaum an sein Vorbild heranreicht, findet im Ergebnis aber nicht statt.

Robbie Amell als elektrisierender Mutant Connor Reed im Sci-Fi-Actioner „Code 8“. (Copyright: Koch Media)

So versäumt man es, dem Handlungsstrang rund um die kranke Mutter Emotionalität und Tiefgang zu verpassen. Zudem beeindruckt der Handlungsverlauf insgesamt nicht wie erwartet oder erhofft.
Ebenso hätten die Dialoge spritziger und die Figuren kantiger ausfallen können.

Auch wenn man von einem Sci-Fi-Actioner keine Charakterstudie, dramaturgische Höchstleistungen oder tiefschürfende Handlungen erwartet, wäre es dennoch schön gewesen, von allem ein wenig mehr zu sehen. So aber bleibt vieles zu oberflächlich – und „Code 8“ schwimmt lediglich im Fahrwasser von Genre-Größen mit, statt ein Ausrufezeichen zu setzen.

Fazit

Über weite Strecken kann der eigentlich spannende und actiongeladene Film daher nicht mitreißen. Mitunter zwar nett unterhaltend, besitzt „Code 8“ keine nachhaltige Wirkung, sodass Chans Werk nach der Sichtung bereits schnell wieder vergessen ist. Schade, hier wäre definitiv mehr drin gewesen.

 

Trailer

Handlung

Lincoln City, in der nahen Zukunft: 4 % der Menschheit werden mit übernatürlichen Fähigkeiten geboren. Manche können Hitze erzeugen, andere Wunden heilen. Oder haben einen Körper, der von Kopf bis Fuß unter Strom steht – so wie Connor Reed, auch bekannt als „Electric“. Doch die Mutanten leben von der Allgemeinheit ausgestoßen in Armut und werden von martialisch ausgerüsteten Spezialeinheiten überwacht. Um den Umsturz in der Gesellschaft herbeiführen, schließt sich Connor unter Einsatz seiner Kräfte einer kriminellen Gang aus „Specials“ an.

Auf den Spuren der X-MEN und von DISTRICT 9 wandelt dieser futuristische Sci Fi-Actionthriller, in dessen Hauptrollen ARROW-Star Stephen Amell, sein Cousin Robbie Amell (THE FLASH) und Sung Kang aus der FAST & FURIOUS-Saga zu sehen sind.

(Quelle: Koch Media)

Details

Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 30.01.2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 98 Minuten
Extras: Trailer, Kurzfilm

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde