Review

>Sleepy Hollow trifft auf Brothers Grimm<

So heißt es zur Veröffentlichung der „Chroniken der Finsternis“, die kürzlich als Trilogie im limitierten 3-Disc SteelBook bei capelight pictures erschienen sind.

Die darin enthaltenen drei Teile des Fantasy-Horrors, „Der schwarze Reiter“, „Der Dämonenjäger“ und „Blutige Rache“, basieren frei auf den Kurzgeschichten „Abende auf dem Weiler bei Dikanka“ und „Mirgorod“ des russischen Schriftstellers Nikolai Gogol.

Die Regie übernahm Egor Baranov. Er entführt seine Zuschauer in ein volkstümliches, vom Aberglauben geprägtes Russland, in dem Unvorstellbares wahr wird. Dafür werden Stilelemente des Horror, der Fantasy, der Mystery und der historischen Krimis miteinander verbunden.

Worum gehts?

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Protagonist Nikolai Gogol, ein erfolgloser Schriftsteller, der sich seinen Lebensunterhalt bei der Sankt Petersburger Polizei mit der Dokumentation von Mordfällen verdient. Seit seiner Kindheit plagen ihn Visionen. Diese kommen ihm und Ermittler Yakow Guro für die Aufklärung der Fälle nun allerdings zugute.

Beide zieht es schließlich in das kleine Dorf Dikanda, in dem bereits drei junge Frauen ermordet wurden. Doch ihre Untersuchungen liefern nicht nur potenzielle Täter ans Licht, sondern auch ein dunkles Geheimnis …

Die Besetzung

Verkörpert werden die beiden Hauptfiguren von Alexander Petrow (Gogol) und Oleg Menschikow (Guro). Gemeinsam standen sie bereits für den Sci-Fi-Film „Attraction“ vor der Kamera. Und auch in „Chroniken der Finsternis – Die Trilogie“ wirken sie in ihrer Zusammenarbeit wie ein eingespieltes Team.

Kann sich Menschikow auf ermittlungstechnische Arbeiten konzentrieren, und dabei ebenso mysteriös wie intelligent erscheinen, fällt Petrow eine weitaus schwierigere Aufgabe zu. Die seiner Rolle zugeschriebenen Wahnvorstellungen, Visionen und Alpträume ohne Übertreibungen an die Zuschauer zu transportieren, ist in dieser Verfilmung voller surrealer Sequenzen eine Kunst für sich. Dem Schauspieler gelingt dies ganz solide und glaubwürdig, und auch optisch fügt er sich gut in den Kontext des Dreiteilers ein. Nicht nur diesbezüglich werden somit die eingangs erwähnten Assoziationen und Vergleiche zu „Sleepy Hollow“ oder „Brothers Grimm“ – nachvollziehbar – geweckt.

Zwischen Surrealem, Wahn und Visionen

Szenenbild aus „Chroniken der Finsternis – Die Trilogie“ (Copyright: capelight pictures)

Während angesichts der illustren Schar fantastischer Wesen (u.a. Dämonen, Geister, Hexen und (Wasser)nymphen) des einen Fantasy-Herz allerdings höherschlägt, könnten andere die zahlreichen Flashbacks, die verstörenden, surrealen Visionen, die albtraumartigen Wahnvorstellungen und die augenscheinlichen Parallelwelt-Szenarien als zu verwirrend oder gar störend empfinden. Diesbezüglich sollte man vorher dringend wissen, was einen erwarten wird, um keine Enttäuschung zu erleben.

Ist man dafür aufgeschlossen, wird man innerhalb der Gesamtlaufzeit von 303 Minuten teils gut gemachter Spezialeffekte gewahr, teils wirken diese allerdings auch wie aus einem 80er Trash-/B-Movie bzw. einem altbackenen Märchenfilm entstammend. Insgesamt kommt diese Machart der Trilogie jedoch zugute. Denn – wenngleich eine Geschmacksfrage – zum Stil und zur Atmosphäre trägt sie auf alle Fälle bei.

Limitiertes 3-Disc SteelBook

Ein echter Hingucker, der kritiklos besteht, ist hingegen das limitierte 3-Disc SteelBook. Dessen Coverdesign verdeutlicht schon, mit welchen Genre(s) man es hier zu tun haben wird. Dass diese Version zudem die gesamte Trilogie umfasst (Teil 1 der Trilogie, „Chroniken der Finsternis – Der schwarze Reiter“, erscheint zeitgleich einzeln auf Blu-ray, DVD sowie digital) ist ein Kaufanreiz mehr – insbesondere für Genre-Fans mit Faible für Nostalgie.

Trailer

Handlung

Sleepy Hollow trifft auf Brothers Grimm

Nikolai Gogol ist ein erfolgloser Schriftsteller, der sich seinen Lebensunterhalt bei der Sankt Petersburger Polizei mit der Dokumentation von Mordfällen verdient. Seit seiner Kindheit wird er von heftigen Anfällen geplagt, bei denen er Visionen hat, die nun immer häufiger an den Tatorten auftreten und zur Aufklärung der Fälle beitragen. Als der berühmte Ermittler Yakow Guro Zeuge eines solchen Anfalls wird, nimmt er den jungen Gogol mit in das kleine Dorf Dikanka, um mit dessen Hilfe eine blutige Mordserie aufzuklären, der bislang drei junge Frauen zum Opfer gefallen sind. Im Zuge ihrer Ermittlungen stoßen die beiden auf ein dunkles Geheimnis.

Die Trilogie umfasst die Teile „Der schwarze Reiter“, „Der Dämonenjäger“ und „Blutige Rache“.

(Quelle: capelight pictures)

Details

Format: Breitbild
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: capelight pictures
Erscheinungstermin: 05.07.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 303 Minuten

Cover Copyright: capelight pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde