Review

Die Mörderpuppe ist zurück

Die Ära der Remakes, Reboots und Neuinterpretationen ist noch immer in vollem Gange. Ob Disney-Klassiker wie „Der König der Löwen“ oder „Aladdin“, die beide in diesem Jahr eine Realverfilmung erfahren haben, oder Stephen King-Filme wie „Esoder „Friedhof der Kuscheltiere“ – die Wiederverwertungsmaschinerie boomt.

Zu den genannten gesellt sich nunmehr Child’s Play“, das Reboot des gleichnamigen 1988er-Films von Tom Holland, der hierzulande unter dem Titel Chucky – Die Mörderpuppe“ bekannt ist. Für die Inszenierung der neuen Version des brutalen Giftzwergs ist der Regisseur Lars Klevberg verantwortlich, der mit „Polaroid“ erst kürzlich einen alles andere als sehenswerten Horrorfilm vorgelegt hat.

Wir haben uns seine Chucky-Version, die ab dem 22. November 2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich ist, angeschaut, und verraten euch, ob sich das gelohnt hat.

Inhalt

In einer asiatischen Fabrik entfernt ein über seine Kündigung erboster Arbeiter sämtliche Sicherheitsprotokolle aus einer KI-Hightech-Puppe, der sogenannten „Buddi Doll“, die bei Kindern weltweit gerade der letzte Schrei ist. Besagte Puppe findet ihren Weg in die USA.

Obwohl er mit 13 Jahren etwas zu alt dafür ist, bekommt Andy (Gabriel Bateman) sie von seiner Mutter Karen (Aubrey Plaza) zum Geburtstag geschenkt, da er nur wenige Freunde hat. Buddi gibt sich prompt völlig selbstverständlich und emanzipiert den Namen Chucky und schickt sich an, Andys bester Freund zu werden. Der vaterlose Junge erfreut sich an dem neuen Spielzeug, das sein Sozialverhalten primär über das Fernsehen lernt. Wenn sich der Junge jedoch wünscht, der Lebensgefährte seiner Mutter (David Lewis) möge endlich verschwinden, nimmt die Hightech-Puppe dieses Anliegen sehr ernst und beginnt nach und nach die gesamte Nachbarschaft zu terrorisieren.

Kritik

Mit Child’s Play“ von 2019 präsentieren Regisseur Lars Klevberg und Drehbuchautor Tyler Burton Smith eher eine Neuinterpretation denn ein Remake von Chucky – Die Mörderpuppe“. Die Inszenierung arbeitet sich nicht Bild für Bild am Original ab, sondern versucht, ausgetretene Wege zu verlassen.

Das fängt schon damit an, dass die Macher die Optik der klassischen Puppe erheblich umgekrempelt haben. Der „glatte Look“ der Hightech-Puppe dürfte gerade für Kenner und Fans der bisherigen Chucky-Filmreihe befremdlich wirken. Manch einer wird sich wohl bis zum Ende nicht an dessen neue Gestalt gewöhnen. Weniger schwer dürfte es fallen, sich an die neue Stimme von Chucky zu gewöhnen. Diese wird im Original von Bösewicht-Experte Mark Hamill beigesteuert.

Ebenfalls völlig neu ist die Tatsache, dass es sich bei Chucky überhaupt um eine Hightech-Puppe handelt. In Abweichung zu der klassischen Origin Story von Chucky, also einer von dem Geist eines Serienmörders besessenen Puppe, werden wir hier mit einem intelligenten KI-Maschinenwesen konfrontiert, das in der Lage ist, mit anderen technischen Geräten zu kommunizieren. Seine Bösartigkeit verdankt dieser hüfthohe Kamerad lediglich der Sabotage durch einen frustrierten Arbeiter.

Chucky hat eine neue Visage, aber ist noch immer mörderisch unterwegs. (Copyright: capelight pictures)

Der zeitgemäße Ansatz ist – in Zeiten von internetfähigen „Smart Home“-Geräten, Alexa & Co. – sehr zu begrüßen, auch wenn der Film sich mit Ansätzen begnügt. Themen wie Kapitalismus- und Konsumkritik oder auch Kritik an der Generation der Millennials werden zwar angerissen, aber nicht ernsthaft oder gar vertieft verhandelt. Eine verpasste Chance. 

Im Übrigen ist Child’s Play“ ein Film, der charmant und kurzweilig funktioniert, liebevoll gemacht ist und die Gratwanderung zwischen Horror und Komödie weitgehend meistert. Allerdings sind Genre-Puristen darauf hinzuweisen, dass es hier nur selten wirklich gruselig wird und es auch bei abzählbaren expliziten Gewaltszenen bleibt.

Fazit

Nach dem einschläfernden Rohrkrepierer „Polaroid“ zeigt Lars Klevberg mit seiner Version der Mörderpuppe, dass mehr in ihm steckt. Solide Genre-Kost mit frischen Ideen und Ansätzen und das ganz ohne Überlänge. Das ist weit mehr, als sich über so manches Blockbuster-Remake heutzutage sagen lässt. 

 

Trailer

Inhalt

Chucky, die Mörderpuppe, ist wieder da!

Von den Produzenten von „Es“, Seth Grahame-Smith und David Katzenberg, und Regisseur Lars Klevberg („Polaroid“) kommt endlich das langerwartete Reboot des Horrorklassikers von 1988. CHILD’S PLAY bringt das Grauen zurück in die Kinderzimmer. In der US-Version wird Chucky von Mark Hamill („Star Wars“) gesprochen. Jetzt mit neuen technischen Features ausgestattet, hat Chucky ungeahnte Fähigkeiten, die garantiert Schrecken 2.0 verbreiten …

(Quelle: capelight pictures)

Details

Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: capelight pictures / Wild Bunch / Universum Film
Erscheinungstermin: 22.11.2019
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 90 Minuten

Copyright Cover: capelight pictures



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)