Review

Auf den ersten Blick sind Zombie-Nazis ein ziemlich ausgelutschtes Filmthema. In den unzähligen Reihen verschiedenster Produktionen – vom Hollywood-Blockbuster bis zur kleinen Indie-Produktion – hat das Thema viele Filmmacher begeistert. Trotzdem schafft es Regisseur Matthias Olof Eich, diesem für seinen zweiten Film „Bunker of the Dead“ noch guten Unterhaltungswert herauszukitzeln.

Die zwei ungleichen Kumpel Markus und Thomas schmeißen ihre geballten Kompetenzen zusammen, um in einem abgelegenen Bunker das verlorene Nazi-Gold zu entdecken. Während der wahnwitzige Markus sich also mit Protektoren und Kameras ausstatten lässt, bleibt Computernerd Thomas in sicherer Entfernung der Joker, der den Überblick behalten soll. Doch das ist schon kurz nach Beginn der Operation hinfällig, denn auf dem Weg zum Ziel trifft Raufbold Markus einige US-Soldaten, denen er nur knapp entkommen kann. Wie gut, dass die alle nicht schießen können!

Mit mehr Glück als Verstand findet er schließlich einen geheimen Eingang in den geheimen Bunker. Doch statt dort das erhoffte Edelmetall zu entdecken, findet er zunächst nur Leere, die sich wiederum schnell mit dem einen oder anderen Zombie füllt. Von da an wird Sprücheklopfer Markus in immer kürzeren Abständen mit neuen Gegnern konfrontiert.

Spätestens in diesen Gefechten zeigt sich die vermutlich größte Inspirationsquelle für die Optik des Films: Shooter! In bester First-Person-Shooter-Manier schlagen sich zwei schwebende Fäuste durch unterschiedliche Gegnertypen, sogar ein Endboss ist zweifelsfrei – und ziemlich amüsant – zu identifizieren.
Auch der Aufbau des Films orientiert sich an den üblichen Game-Klischees: 1. Finde den Schatz. 2. Besiege die Gegner. 3. Finde einen Ausweg. Sogar die obligatorische Escort-Mission gibt es zu sehen.
Trotz dieser vielen bekannten Elemente bleibt das Filmvergnügen erhalten, denn zum einen besinnt sich Regisseur Eich auf „In der Kürze liegt die Würze“, zum anderen hat er mit seinem Drehbuch so verdrehte, überzogene Charaktere und Ideen zusammengezimmert, dass die Spaßdichte stets hoch ist.

Zombie-Nazis, denen in First-Shooter-Manier der Garaus gemacht wird: Szenebilder aus "Bunker of the Dead". (Copyright: Koch Media)

Zombie-Nazis, denen in First-Person-Shooter-Manier der Garaus gemacht wird: Szenebilder aus „Bunker of the Dead“. (Copyright: Koch Media)

Weiterhin ausschlaggebend für den positiven Eindruck sind die beinah liebevoll inszenierten Effekte. Ein platzender Kopf, eine Zombiekrankenschwester oder auch ein Zombie, der keinen Stinkefinger erwidern kann – wenn hier etwas gemacht wird, dann richtig. Das lässt sich im Übrigen auch für die stimmungsvollen Kulissen sagen. Hier wurde das Optimale aus dem Budget herausgeholt, um trotz Bunker-Setting beim Zuschauer keine Langeweile aufkommen zu lassen. Übrigens liefert das Zusatzmaterial einige schöne Einblicke in den kreativen Entstehungsprozess, das auch die Filmumgebung bei Tageslicht zeigt. Ebenfalls durchaus sehenswert.

Einziges, auf Dauer allerdings wirklich nerviges Manko der Gestaltung ist die äußerst realistische Kamera auf dem Haupt des Protagonisten. In einigen Szenen ist der Verwacklungseffekt einfach zu stark, um noch Spaß zu machen. Ganz besonders, wenn man den Film auch in 3D sehen will. Immerhin: „Bunker of the Dead“ wurde sogar in 3D gedreht, eine respektable Leistung für einen B-Movie. Allerdings, quasi als kleine Ehrenrettung, wird die Wackelkamera immerhin in die Story eingebaut.

Damit ist „Bunker of the Dead“ zwar unterm Strich ein verrückter Nazi-Zombie-Horrorfilm, der das Rad nicht neu erfindet, aber dennoch gute Unterhaltung liefert. Die für ein B-Movie überdurchschnittliche Produktion wiegt dabei manche Schwäche auf. Wer sich für abgedrehte Formate begeistern kann, sollte hier zugreifen.

Trailer

Handlung

Die Freunde Markus und Thomas finden Zugang zu einer unterirdischen Militärbasis aus dem 2. Weltkrieg. Die mit dem Codenamen CERUSIT geführte U-Verlagerung diente den Nazis als geheime Forschungsanstalt und bis heute ranken sich auch Gerüchte um das seit Kriegsende verschollene Beutegold der Nazis. Ausgerüstet mit Funk und 3D-Kamera dringt Markus in das Höhlensystem ein und schon bald findet er tatsächlich die geheime Basis. Was er nicht weiß, ist, dass sich mit seinem Eindringen nicht nur das US-Militär an seine Fersen geheftet hat, sondern auch etwas, das seit über 70 Jahren auf vieles verzichten musste – allem voran auf Nahrung. Für Markus beginnt ein Rennen um sein Leben…

Nazis, Zombies und literweise Kunstblut: Mit dem für wenig Geld in Deutschland entstandenen Found Footage-Horror BUNKER OF THE DEAD präsentieren Regisseur Matthias Olof Eich und sein Team eine echte Neuheit: Den ersten auf Film gebannten „First Person Shooter“ der Welt, der den Zuschauer – nicht zuletzt dank innovativ eingesetzter 3D-Technologie – mittendrin sein lässt, statt nur dabei.

(Quelle: Koch Media)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Koch Media GmbH – DVD
Erscheinungstermin: 02.06.2016
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 73 Minuten

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer