Review

Während im Produktionsland Neuseeland bereits Staffel 5 produziert wird und Staffel 6 in Planung ist, erscheint hierzulande gerade mal die erste Staffel der Krimiserie „Brokenwood – Mord in Neuseeland“ im Fernsehen und Heimkino.

Erweiterung der Krimi-Landschaftskarte

Doch brauchen wir diese? Der Markt scheint zunächst gesättigt und deckt von Frankreich (u.a. „Candice Renoir“) über Skandinavien (u.a. „Blutsbande“) bis hin zu Großbritannien (u.a. „Inspector Barnaby“), Amerika (u.a. „Castle“) und sogar Ausflüge in paradiesische Gefilde (z.B. „Death in Paradise“) eigentlich schon alles – auch geografisch – ab, was das Krimi-Herz begehren könnte. Nun steht also auch ein Ausflug nach Neuseeland auf dem Programm.

Country im Krimi

Schon die Titelmelodie macht deutlich, dass es dabei eher ungewöhnlich zugeht. Country-Musik empfängt den Zuschauer – und das nicht ohne Grund, zählt diese Stilrichtung doch zur favorisierten Musikauswahl des Protagonisten Detective Senior Sergeant Mike Shepherd, besetzt durch Neill Rea.

Was zunächst nur bedingt zu einem Krimiformat passen möchte und nur schwer mit den eigenen Vorstellungen eines gelungenen Krimi-Soundtracks harmonieren will, entwickelt sich in kurzer Zeit zu einer Art Running Gag und wirkt zunehmend stimmiger. Die Hauptfigur selbst rechtfertigt seinen ganz eigenen musikalischen Geschmack, der immer wieder innerhalb der Serie thematisiert wird, wie folgt: „Country-Musik bietet die besten Drei-Minuten-Krimis, die je gesungen wurden.“.

Anders, aber doch klassisch

Insgesamt ist die Oldtimer fahrende, Kassetten hörende und scheinbar technisch noch nicht auf dem neuesten Stand befindliche Hauptrolle als kauziger, leicht verschrobener Charakter angelegt, der durch Intuition und Know-how auch die kniffligsten Fälle lösen kann. Dabei stößt er durch sein Vorgehen nicht selten auf Unverständnis bei seinen Kollegen. Dadurch entstehen Beziehungsgeflechte, die im Verlauf der ersten Staffel eine große Rolle spielen, und sowohl für humorvolle als auch für emotionale Momente sorgen.

Apropos Humor: Jener blitzt in „Brokenwood – Mord in Neuseeland“ immer wieder durch. Das ist gut, belebt die teils etwas altbacken wirkende Serie, hätte aber alles in allem (auch in Hinblick auf die Episodenlängen von 4 Folgen à 90 Minuten) noch weit mehr fokussiert werden müssen.
Denn obschon sich um Andersartigkeit und frischen Wind im Genre bemüht wird, greift „Brokenwood“ letztlich doch stets auf klassische Zutaten (sowohl hinsichtlich der Figuren, als auch bezüglich der (Mord)motive, Fälle und Ermittlungsarbeit) zurück.

Bei seinen Ermittlungen: Detective Senior Sergeant Mike Shepherd (Neill Rea) in „Brokenwood – Mord in Neuseeland (Staffel 1)“ | Copyright: Edel:Motion)

Das alles verleiht „Brokenwood – Mord in Neuseeland (Staffel 1)“ in der Konsequenz einen authentischen Touch, während der Zuschauer problemlos einen Einstieg und Zugang zur Serie findet. Diese bietet darüber hinaus viel Potenzial zum Mitermitteln, denn sowohl die Figuren als auch die einzelnen Fälle und ihre Komplexität gestalten sich überschaubar. Dazu trägt zudem die Tatsache bei, dass das Hauptaugenmerk permanent auf der Hauptfigur (und seiner konträr zu dieser Figur angelegten) Kollegin DC Kristin Sims (Fern Sutherland) liegt. Auf explizite Bilder wird demnach verzichtet, stattdessen nimmt die mal mehr und mal weniger dynamische Beziehung der beiden Ermittler deutlichere Züge an.

Fazit

So bietet „Brokenwood – Mord in Neuseeland (Staffel 1)“ gute Voraussetzungen, um bei weiteren Staffeln am Ball bleiben zu wollen, schöpft das Potenzial (insbesondere in Bezug auf die humorvolle Seite der Serie) jedoch noch nicht voll aus und dürfte stellenweise gerne auch etwas mutiger das Genre bereichern. Hier geht also definitiv noch mehr.

 

Trailer

Handlung

Kleinstädte können mörderisch sein …

Auf den ersten Blick ist Brokenwood ein ganz normales, ruhiges Städtchen auf dem Lande in Neuseeland. Die Menschen sind freundlich, das Gemeinschaftsgefühl ist groß. Es gibt einen Golfclub, regelmäßige Winzerfeste – eigentlich alles, was man erwarten würde … und ein paar Dinge, die man nicht erwarten würde, wie verborgene Geheimnisse, heimtückische Lügen und teuflische Morde.

So kommt es nicht von ungefähr, dass es Detective Senior Sergeant Mike Shepherd nach Brokenwood verschlägt. Der erfahrene Polizist – mit seinem 1971er Oldtimer und einer großen Leidenschaft für Country-Musik – wirkt zwar etwas zerknittert, ist aber scharfsinnig und verfügt über eine einzigartige Intuition. Seine Methoden sind äußerst unkonventionell, aber genau die richtigen, um die rätselhaften Mordfälle in Brokenwood zu lösen. Unterstützt wird er dabei von DC Kristin Sims, einer entschlossenen und gewissenhaften Ermittlerin, die fast 20 Jahre jünger als das Auto ihres Chefs ist. Und da die Mordrate in Brokenwood ziemlich hoch ist, haben die beiden alle Hände voll zu tun.

(Quelle: Edel:Motion)

Homepage zur Serie (engl.)
Facebookseite zur Serie

Episoden

01 Blut und Wasser
02 Bitterer Wein
03 Der letzte Abschlag
04 Tödliche Jagd

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Erscheinungstermin: 16.08.2019
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 363 Minuten
Extras: Interviews mit den Hauptdarstellern sowie dem Lead-Autor Tim Balme

Copyright Cover: Edel:Motion



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde