Review

Heutzutage werden Vampire in vielen Medien nicht mehr als in dunklen Schlössern lebende, Jungfrauen entführende Blutsauger dargestellt. Viele Veröffentlichungen haben sich mit dem Gedanken einer Gesellschaft beschäftigt, in der Menschen und Vampire einigermaßen friedlich miteinander leben können. Dieses Szenario findet sich auch in „Black Blood Brothers“ wieder.

Nach dem Heiligen Krieg zwischen der Menschheit und den Kowloon (den Urvätern der Vampirrasse) begibt sich Kriegsheld und Blutsauger Jirou nach Japan, um in die Kontrollzone zu gelangen. Dort leben Menschen und Vampire in der heutigen Zeit in Einklang miteinander. Dennoch ist der Zorn der Kowloon Children von damals noch nicht erloschen und auch sie bewegen sich in dieselbe Richtung.

Im Grunde bekommt der Zuschauer mit „Black Blood Brothers“ eine solide Vampirserie mit jeder Menge Action. Nicht mehr und nicht weniger. Generell geht es hier um zwei Vampir-Brüder, die sich auf die Reise in die Zivilisation begegnen und allerhand Gestalten begegnen, denen man sich widersetzen muss. Jirou selbst ist der scheinbar makellose Über-Vampir, der noch dazu klassisch seine große Liebe verloren hat. Dass er optisch an Alucard aus der Serie „Hellsing“ erinnert, lassen wir mal außen vor. Sein kleiner Bruder Kotarou besticht nicht nur mit seinem kindlichen Gemüt, sondern auch mit der Fähigkeit, einem durchgehend auf die Nerven zu gehen.

Zum Glück geht es hier nicht nur dem Zuschauer so, sondern selbst die Figuren des Animes scheint dieser Rotzlöffel gehörig zu stören. So ist es nicht verwunderlich, dass Kotarou (vielleicht auch zur Freude der Betrachter) regelmäßig eine physische Retourkutsche bekommt.

Tatsächlich gibt es in „Black Blood Brothers“ sogar mehr zu lachen, als es zunächst den Anschein hat. Dieser Slapstick-Humor ist vielleicht nicht innovativ, wurde aber recht unterhaltsam platziert, ohne dem Ganzen zu viel Ernsthaftigkeit zu nehmen.

Doch auch hier ist „generisch“ manchmal gar kein Ausdruck mehr. Der Plot dieses Animes gestaltet sich mehr als nur vorhersehbar. Man ahnt schon viel zu weit im Voraus, in welche Richtung sich die Geschehnisse bewegen werden. Überraschungen fallen daher sehr karg aus.

Ebenfalls bekommt das Vampir-Thema nicht unbedingt einen neuen Anstrich verpasst. Vielmehr versucht man sich auf Moral und Ethik zu konzentrieren bzw. auf die gesellschaftlichen Probleme, die in so einer Kultur auftreten. Dazu gesellt sich eine Menge Gewalt, Größenwahnsinn und noch viel mehr Theorie über den Ursprung der Vampire.

Nicht alle Vampire sind an einem friedlichen Zusammenleben interessiert. (Copyright: 2006 Kouhei Azano · Juuya Kusaka / Fujimishobo / BBB Partners)

Nicht alle Vampire sind an einem friedlichen Zusammenleben interessiert. (Copyright: 2006 Kouhei Azano · Juuya Kusaka / Fujimishobo / BBB Partners)

Die Animationen fallen hingegen nicht allzu schlecht aus. Zeitweise ergibt sich hier sogar ein äußerst flüssiges Bild – mit Ausnahme der Actionszenen, die durch viele Schnitte sehr schnell vonstattengehen. Dies sollte man allerdings nicht als Kritikpunkt auffassen, da es durchaus ein Stilmittel ist, mit dem „Black Blood Brothers“ für sich selbst wirbt.

Gleichermaßen überzeugt das Produktionsteam mit der musikalischen Untermalung. Weitab der modernen Klänge geht es mehr in die klassische Sparte. Und das gar nicht mal so schlecht. So differenziert sich „Black Blood Brothers“ wenigstens etwas von seinen Artgenossen.
Ein weiteres Plus ist die deutsche Synchro, wobei es zwischendurch Regelungen des Tons zu geben scheint, die die Lautstärke stark runterfahren.

Wenn „Black Blood Brothers“ den Charakteren wenigstens mehr Tiefe verliehen hätte, könnte man hier von einem Anime sprechen, der zwar storymäßig keine neuen, aber immerhin spannende Ansätze bringt. Dem ist leider nicht so und daher ist „Black Blood Brothers“ trotz der optischen Tadellosigkeit eher etwas für Fans der Blutsauger-Gemeinde.

Handlung

Als blutrünstige Vampire, die Kowloon Children, die Menschheit überrollten, brach ein unerbittlicher Kampf auf Leben und Tod aus, der auch als Heiliger Krieg bezeichnet wird. Der Vampir Jirou geriet zwischen die Fronten, nachdem seine große Liebe getötet wurde. Auf der Seite der Menschen tat er alles dafür, die Kowloon Children auszurotten. Der Krieg ist zu Ende und Jirou und sein Bruder Kotarou sind auf dem Weg in die Kontrollzone, ein Ort, an dem Menschen und Vampire in Frieden leben können. Allerdings ist dies auch das Ziel einiger Kowloon Children, die den Krieg überlebt haben, und schon bald muss sich Jirou seinen Feinden aus der Vergangenheit stellen …

(Quelle: Nipponart)

Details

Format: Dolby, PAL, Surround
Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Group TAC
Publisher: Nipponart / (Nipponart Shop)
Erscheinungstermin: 29.07.2016
Produktionsjahr: 2006
Spieldauer: ca. 300 Minuten
Extras: Sticker, Poster

Copyright Cover: Nipponart



Über den Autor

Christopher