Review

Die Werwölfe aus dem Romanuniversum „The Women of the Otherworld“ von Kelley Armstrong – verfilmt unter dem Titel „Bitten“ – sind nach der Erstausstrahlung auf dem Spartensender SIXX nun auch auf DVD und Blu-ray zurück auf dem Bildschirm.

Musste das Rudel von Werwolf-Alpha Jeremy Danvers (gespielt von Greg Bryk) bereits in Staffel 1 zahlreiche Verluste hinnehmen, knüpft Staffel 2 genau dort noch immenser an.

Erneut sehr körperbetont und actionreich: Staffel 2 von "Bitten". (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Erneut sehr körperbetont und actionreich: Staffel 2 von „Bitten“. (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Die Serie „Bitten“ spart schon in der ersten von insgesamt zehn Episoden der zweiten Runde nicht an blutrünstigen Momenten. Fern einer etwaigen Romantasy konzentriert sich „Bitten – Die komplette zweite Staffel“ zwar an genreüblichen Mustern, bettet diese aber verstärkt in actiongeladene Sequenzen und reichlich Horror-Einschübe. Vor allem Letztere lassen den Kunstblutverbrauch gravierend in die Höhe schnellen, dass eine Freigabe ab 16 Jahren durchaus plausibel scheint.

Beim Blutvergießen macht nicht nur die weibliche Hauptrolle Elena Michaels (gespielt von Laura Vandervoort) eine gute (und durch unzählige Stunts, Kampf- und Actionszenen) sportliche Figur, denn insgesamt geht es in Staffel 2 von „Bitten“ wieder einmal sehr körperbetont zu, und das sowohl auf kämpferischer als auch erotischer Ebene, sodass von allen Schauspielern und ihren Rollen einiges abverlangt wird.

Anders als noch in der ersten Staffel treffen die bereits ans Herz gewachsenen Werwölfe in vorliegender Fortsetzung allerdings auf Hexen, was (u.a. mit Tammy Isbell als Ruth Winterbourne, Tommie-Amber Pirie als Paige Winterbourne und Kiara Glasco als Savannah Levine) Figuren-Neuzugänge beschert.
Ungewöhnliche Allianzen werden geschlossen, um gemeinsam gegen das Böse zu kämpfen. Das ist prinzipiell nicht neu, kann hier aber durch frische Charaktere und ein harmonisches Zusammenführen einzelner unterschiedlicher Handlungsebenen sehr gut überzeugen.

Mit den Hexen halten zudem mehr Frauen Einzug in die bisher von Männern dominierte Serie. Dadurch entsteht eine zusätzliche Dynamik, die jede Episode antreibt.

Durch die damit einhergehende Magie, die in das bisherige urbane Fantasykorsett dringt, welches bis zu dieser Staffel großen Wert auf Realismus gelegt hat, verlagert sich der Schwerpunkt der Serie. Lag jener bislang auf dem Rudel der Werwölfe und auf der einzigen weiblichen Werwölfin, werden nunmehr viele verschiedene Handlungsstränge fokussiert.

Den Veränderungen passen sich sehr augenscheinlich auch die Spezialeffekte an, denn der magische Umgang (beispielsweise mit den Elementen) erfordert andere technische Finessen als das bisher eher körperliche Kämpfen, das mit einigen Stunts und diversen Kameraperspektivwechsel vorrangig durch die Schauspieler selbst in Szene gesetzt wurde. Zusätzlich stehen die Werwölfe als Wandelwesen in Staffel 2 nicht mehr allzu prominent im Vordergrund, entsprechend reduzierter nimmt der Zuschauer an deren „Verwandlungen“ teil, die – kommen sie dann doch mal vor – aber immer noch visuell begeistern können und mit ihrer Inszenierung fern von B-Movie-Qualitäten sogar manchen Werwolf-Kinokassenschlager weit hinter sich lassen. Für eine Serie ist dies äußerst beachtlich.

Hexen Ruth (Tammy Isbell) und Paige (Tommie-Amber Pirie) stoßen zum Werwolf-Rudel. (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Hexen Ruth (Tammy Isbell) und Paige (Tommie-Amber Pirie) stoßen zum Werwolf-Rudel. (Copyright: Studio Hamburg Enterprises)

Dass die Macher von „Bitten“ ihre Aufgabe ernst genommen haben, zeigt sich außerdem an der stimmungsvollen Farbgebung und dem Kulissenarrangement der zweiten Staffel.
Zum Beispiel stehen karge, sterile Räume und Versuchslabors im Kontrast zum großzügigen, einladenden, heimeligen Wohnsitz des Rudels; es herrschen überwiegend gedeckte, düstere Farben vor, die dem Erzeugen der gewünschten (Horror-)Atmosphäre dienlich sind.

Wer jedoch auf eine 1:1 Verfilmung der Romane von Autorin Kelley Armstrong hofft, der muss bereit für ein wenig Offenheit sein, denn zwar hält man sich mit „Bitten“ nah am Original, bildet die Romanreihe mit der Serie jedoch absichtlich nicht identisch nach. Ein Punkt, der angesichts der Qualität von „Bitten“ zu verschmerzen ist und jenen Zuschauern, welche Armstrongs Werke nicht kennen, das Gefühl nimmt, dadurch etwas verpasst zu haben. Da mit Staffel 1 jedoch bereits 13 Folgen vorausgegangen sind, empfiehlt es sich vor allem für diese „Neueinsteiger“, am Anfang der Serie zu beginnen, um Zusammenhänge, Hintergründe und zwischenmenschliche Beziehungen leichter nachvollziehen zu können.

Trailer

Handlung

Seit der großen Schlacht gegen die abtrünnigen Werwölfe in Stonehaven sind drei Tage vergangen. Elena und das Rudel sinnen auf Rache. Unerbittlich sind sie auf der Jagd nach dem Anführer Malcolm Danvers, der nicht nur Elenas Freund Philipp getötet, sondern auch die schwangere Verlobte von Logan in seiner Gewalt hat. Währenddessen wird Jeremy in seiner Position als Nordamerikas Leitwolf auf den Prüfstand gestellt. Der Rat der internationalen Alphas setzt ihm ein Ultimatum.

Als ein neuer Feind in Erscheinung tritt, entdecken Elena und ihre Familie einen Hexenzirkel, dessen Oberhaupt die mächtige Hexe Ruth ist. Da beide Gruppen anscheinend den gleichen Gegner bekämpfen, bilden sie eine ungewöhnliche Allianz, um das Überleben ihrer Spezies zu sichern …

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises)

Episoden

Disc 01
01 Böses Blut (Bad Blood)
02 Die Hexen (Scare Tactics)
03 Ich bin der Schlüssel (Hell’s Teeth)
04 Unterwerfung (Dead Meat)

Disc 02
05 Das Experiment (Rabbit Hole)
06 Neun Kreise der Hölle (Nine Circles)
07 Lily (Bad Dreams)
08 Schwarze Magie (Dark Arts)
Extras: Behind The Scenes

Disc 03
09 Die Verfluchten (Scavenger’s Daughter)
10 Das Ende der Zeit (Fine Temporum)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 30.10.2015
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 420 Minuten (10 x 42 Minuten) + Bonus (ca. 12 Minuten)
Extras: Behind The Scenes / Trailershow

Copyright Cover: Studio Hamburg Enterprises



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde