Review

Staffel 3 der Mystery-Fantasyserie „Bitten“, basierend auf den Romanen „Women of the Otherworld“ von Kelley Armstrong, nimmt seinen Status als Staffelfinale durchaus ernst. Final ist daher auch das Vorgehen der Protagonisten, entsprechend blutig fällt die Handlung aus.

Obwohl drei neue Figuren eingeführt werden, wird der gesamte Cast schon in der ersten Episode „Die andere Familie“ stark dezimiert. Düster inszeniert nimmt das Sterben und Töten auch in den weiteren neun Folgen seinen Lauf – und es ist nicht selten der Fall, dass sich der Zuschauer dabei auch von lieb gewonnenen Figuren verabschieden muss.

Es wird also gekämpft, gemordet, gefoltert und insgesamt somit nicht an Kunstblut gespart. Der Zuschauer partizipiert insofern daran, dass die Kamera diese Passagen sehr detailreich einfängt und ein Schnitt durch die Kehle damit das eine oder andere Mal hautnah miterlebt wird. Hier sollte man also starke Nerven haben und kein romantisches Werwolf-Einerlei erwarten, das von Liebesbeziehungen dominiert wird. Auch wenn es an Paarbildungen nicht mangelt und entsprechende Szenen ebenfalls in ihrer expliziten Erotik eingefangen werden, ist „Bitten“ weit davon entfernt, Romantasy-artige Züge anzunehmen. Stattdessen verdichtet sich die dunkle Atmosphäre und mit Auftreten der Figur „Der Albino“ (in gleichnamiger Episode) gewinnen der Horror- und Splatter-Faktor einmal mehr Gewicht, sodass „Saw“-artige Strukturen Einzug in „Bitten“ halten.

Ebenso wie diese Elemente begünstigen auch die zahlreichen Kampfszenen, die professionell choreografiert wurden, das Tempo des Staffelverlaufs. Schlag auf Schlag scheint die Handlung vonstattenzugehen – und doch dreht sie sich, konzentriert auf den Kampf Rudel gegen Rudel, während der gesamten zehn Folgen im Kreis.
Durch die vorherrschende Action und das stete Blutvergießen wird diese fehlende bzw. sich wiederholende Handlung zwar kompensiert, ferner räumt man den Hauptfiguren durch das Eliminieren überflüssiger respektive möglichst vieler Charaktere mehr Platz für den Showdown ein, insgesamt verliert „Bitten“ dadurch jedoch an Substanz. Die Folgen sind zu blass bleibende neue Figuren, ein geraffter Handlungsverlauf sowie das Verkommen einstiger Qualitätsmerkmale der Serie zu Randerscheinungen.

Neue Figuren bleiben zu blass (oben), alte eventuell am Leben - "Bitten - Die finale Staffel" | Copyright: Studio Hamburg Enterprises

Neue Figuren bleiben zu blass (oben), alte eventuell am Leben – „Bitten – Die finale Staffel“ | Copyright: Studio Hamburg Enterprises

Dies trifft vor allem die Werwölfe in ihrer animalischen Form, denn obschon jene und die Transformationen von Mensch zu Wolf für eine Fernsehserie hervorragend animiert sind, treten die possierlichen Vierbeiner in der finalen Staffel nur selten auf; lieber bewegen sich die entsprechenden Figuren auf zwei Beinen durch die Folgen und das, obschon sich gerade die blutrünstigen Sequenzen für ihr häufigeres Auftreten angeboten hätten.
Auch die Magie, die sich in Staffel 2 als weitere Fantasy-Zutat zum Werwolf-Motiv hinzugesellte, spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt verfolgen die Macher in „Bitten – Die finale Staffel“ daher nur bedingt den vorab aufgebauten Rahmen in aller Konsequenz und schöpfen auch ebenso wenig das damit erzeugte Potenzial der Serie aus.

Sparsam zeigt sich zudem das Bonusmaterial, das lediglich aus dem Clip „Dust In The Wind“ besteht. Wer hier aber ein vollständiges Musikvideo oder dergleichen erwartet, wird enttäuscht werden, denn mehr als ein wenige Sekunden dauernder Teaser steckt nicht hinter diesem Menüpunkt.

Bei aller Kritik muss man dem Finale von „Bitten“ jedoch zugutehalten, dass dem Zuschauer ein geschlossenes Ende geboten wird und wer auf (im doppelten Sinne) gewaltige Action steht, der wird mehr als auf seine Kosten kommen. Da die minder vorhandene Handlung trotzdem in sich schlüssig und temporeich dargeboten wird, sieht man über die mangelnde Tiefe großzügig hinweg. Ein Blutbad an Finale!

Trailer (englisch)

Handlung

Das epische Finale der düsteren Fantasyserie über den weiblichen Werwolf Elena Michaels und den Überlebenskampf ihrer Familie.

Nach den Bestseller-Romanen „Women of the Otherworld“ von Kelley Armstrong.

Während Jeremys Rudel auf der Jagd nach einer Gruppe von Verrätern ist, macht Elena eine schockierende Entdeckung: Sie trifft auf ihren Werwolf-Vater Sasha Antonov und ihre beiden Halbgeschwister, von deren Existenz sie bisher nichts wusste.
Zwischen Sasha und dem gnadenlosen Alpha des russischen Rudels, Roman Navikev, herrscht eine bereits Jahrzehnte andauernde Blutfehde. Um diese endlich zu beenden und ihr Rudel zu schützen, führt Elena ihre Familie in einen grausamen Krieg, in dem Navikev vor nichts zurückschreckt, um ihre Blutlinie auszulöschen.

(Quelle: Studio Hamburg Enterprises)

Bitten – Homepage (Space)
Bitten – Homepage (Sixx)

Episoden

DVD 01
01 Die andere Familie (Family, Of Sorts)
02 Unser Fleisch und Blut (Our Own Blood)
03 Die Übergabe (Right Behind You)
04 Die Verwandlung (A Quiet Dog)

DVD 02
05 Das Geheimnis (Of Sonders Weight)
06 Rachels Baby (Rule Of Anger)
07 Der Albino (On The Brink)
08 Das einsame Haus (Tili Tili Bom)

DVD 03
09 Zerreißprobe (Shock The System)
10 Die Wahrheit (Truth, Changes, Everything)

Details

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 18.11.2016
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 420 Minuten
Extras: Clip „Dust In The Wind“

Copyright Cover: Studio Hamburg Enterprises



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde