Review

2017 erschien der russische Science-Fiction-Actioner „Attraction“. Drei Jahre später legt Regisseur Fedor Bondarchuk mit der Fortsetzung „Attraction 2: Invasion“ nach, die durch capelight pictures nun ins Heimkino kommt.

Schwerer >Quereinstieg<

Die nahtlose Anknüpfung an den ersten Teil macht es für jene Zuschauer, die keine Kenntnis über die Handlung des Vorgängers haben, zunächst nicht leicht, hier den Anschluss zu finden. Die Figuren sind bereits etabliert, die Handlung baut auf vorausgegangene Geschehnisse auf und Hintergrundinformationen werden vorausgesetzt. Mit zunehmender Laufzeit werden jedoch mehr und mehr Klarheiten geschaffen und Zusammenhänge erkenntlich. Damit sollten auch „Quereinsteiger“ – mit etwas Geduld – Zugang zur Fortsetzung finden.

Erleichtert wird dies zusätzlich durch die in „Attraction 2: Invasion“ gebotene abgeschlossene Storyline. Zwar auf Charaktere und Erlebnisse des Vorgängers aufbauend, erzählt der Film unabhängig vom ersten Teil eine eigenständige Geschichte.

Worum geht es?

Zwei Jahre nach dem Absturz eines außerirdischen Raumschiffs auf die Erde sind Wissenschaftler immer noch damit beschäftigt, die fremdartigen Technologien, die aus dem Wrack geborgen werden konnten, zu erforschen, um sich gegen zukünftige Angriffe aus dem All zu wappnen. Alle Hoffnungen lasten diesbezüglich auf Julia, der Tochter von Oberst Lebedew, die eine romantische Beziehung zu einem der Aliens hatte, und die nun über Fähigkeiten verfügt, die der Schlüssel zum Schutz vor den Außerirdischen sein könnten. Doch Julias Wissen über deren Technologien droht ihr und der gesamten Stadt zum Verhängnis zu werden, als eine erneute Begegnung bevorsteht …

Bewertung

Während seiner Gesamtspielzeit von satten 134 Minuten kann „Attraction 2: Invasion“ vielleicht nicht gerade durch einen herausragenden, logischen oder innovativen Plot überzeugen, dafür punktet der düster inszenierte Film mit zahlreichen Schauwerten. Sowohl die Kulissen als auch die Spezialeffekte erzielen ihre Wirkung beim Zuschauer und liefern optisch eindrucksvolle Szenarien und Bilder. Eine dynamische Kameraführung rundet diesen positiven Eindruck ab. Damit wird „Attraktion 2“ durchaus seinem Namen gerecht und ist in visueller Hinsicht eine sehenswerte Attraktion.

Verzichten muss man indes an anderen Stellen auf vielerlei Gutes.
Allen voran kann die deutsche Synchronisation nur bedingt überzeugen. Überwiegend emotionslos und tonal eher monoton können die Sprecher ihren Figuren in der deutschen Fassung nur wenig Leben einhauchen. Einige (Neben)rollen wirken dadurch zuweilen äußerst statisch.

Sci-Fi-Actioner „Attraction 2: Invasion“ besitzt zahlreiche Schauwerte. (Copyright: capelight pictures)

Dadurch rückt auch die schauspielerische Leistung stark in den Hintergrund. Obschon sich u.a. Irina Starschenbaum und Rinal Muchametow sowie Alexander Petrow und Oleg Menschikow (beide auch gemeinsam in „Chroniken der Finsternis – Die Trilogie“ zu sehen) erneut als passende Besetzung erweisen, können sie eine gewisse unterschwellige Distanz zwischen den zu spielenden Charakteren und den Zuschauern nicht überbrücken.

Auch Action und Spannung fallen mäßig, teils gar nebensächlich aus, da sie durch die romantischen Aspekte im Film immer wieder in den Hintergrund gedrängt werden. Das könnte nicht jedem zusagen.

Fazit

Spektakulär breiten sich die Sci-Fi Bilder von „Attraction 2: Invasion“ auf dem heimischen Bildschirm aus und ziehen den Zuschauer in das hier gebotene Setting. Darin zu verweilen fällt allerdings aufgrund der genannten Kritikpunkte schon schwerer. Es besteht somit eine hohe Diskrepanz zwischen der visuellen und inhaltlichen Ebene des Films. Wer das verschmerzen kann, dem sei die russische Produktion empfohlen.

 

Trailer

Handlung

Zwei Jahre sind vergangen seit dem verheerenden Absturz eines außerirdischen Raumschiffes auf die Erde.

Um sich gegen zukünftige Angriffe aus dem All zu wappnen, erforschen Wissenschaftler nun die fremdartigen Technologien, die aus dem Wrack geborgen werden konnten. Auch Julia, die Tochter von Leutnant Lebedew, die als Einzige direkten Kontakt zu den Aliens hatte, wird von der Regierung einer Reihe von Tests unterzogen. Sie besitzt neue Fähigkeiten, die der Schlüssel zum Schutz vor den Außerirdischen sein könnten. Doch Julias Wissen über deren Technologien droht ihr und der gesamten Stadt zum Verhängnis zu werden, als eine erneute Begegnung bevorsteht.

(Quelle: capelight pictures)

Details

Format: Breitbild
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: capelight pictures
Erscheinungstermin: 13.03.2020
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: 134 Minuten
Extras: Promo-Featurette / Teaser / Trailer 1-3

Copyright Cover: capelight pictures



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde