Review

Unter der Regie von Adam Egypt Mortimer („Der Killer in mir“) kreieren die Produzenten von „Mandy“ und „Die Farbe aus dem All“ mit „Archenemy“ einen Sci-Fi-Action-Thriller, der einen neuen und etwas anderen Blick auf das Superhelden-Genre werfen soll.

Gefallener (Super)held oder Held der Strasse?

Max Fist (Joe Manganiello) behauptet ein Superheld aus einer anderen Dimension zu sein, der durch Zeit und Raum gefallen und dabei auf der Erde gelandet ist. Da er jedoch hier keinerlei Kräfte besitzt, glaubt ihm niemand außer dem Teenager Hamster (Skylan Brooks), der mit Max‘ Geschichten seine Follower beeindrucken möchte.
Gemeinsam schmieden sie den Plan, ein Gangstersyndikat und dessen teuflischen Boss, den man nur „The Manager“ (Glenn Howerton) nennt, zur Strecke zu bringen.

(Quelle: Koch Films)

Und damit befindet sich auf knapp 90 Minuten

Joe Manganiello im Kampf gegen die Unterwelt

Jener macht in seiner Rolle eine hervorragende Figur und trägt den Film über weite Strecken ganz im Alleingang. Dadurch verblassen gleichzeitig aber auch die hinzugedichteten Nebenhandlungsstränge rund um seinen jungen Begleiter „Hamster“ und dessen Schwester Indigo (Zolee Griggs). Ebenso nimmt man den Antagonisten, „The Manager“, in seiner Ausgestaltung und Screentime nur als Randnotiz wahr. Diesbezüglich wollte man (inhaltlich) eigentlich viel, schafft es aber nicht, alle angerissenen Fäden ausreichend auszuerzählen und darzubieten.

Visuell wird all das allerdings sehr stylish inszeniert, was bis zum Soundtrack hineinreicht. Wie bereits das Cover zeigt, greift Adam Egypt Mortimer auf seine bekannte Farbauswahl zurück, die bereits in „Der Killer in mir“ oder auch „Die Farbe aus dem All“ zum Einsatz kam.

Pink im Neon-Look dominieren das Geschehen, das immer wieder von Comic-Sequenzen unterbrochen wird. Jene erzählen zunächst die „Vorgeschichte“ des Protagonisten und dienen darüber hinaus als Rückblenden in dessen Vergangenheit. Diese bilden zugleich einen Schwerpunkt der Gesamthandlung und bringen den Zuschauer:innen diesen Helden – vermeintlich von einem anderen Planeten – näher. Dabei stellt sich beinahe bis zum Schluss die Frage, ob seine erzählte Geschichte stimmt oder diese eher seinen Fantasien entspringt, hervorgerufen durch seinen Hang zum Alkohol.
Über lange Strecken bleibt zudem – sowohl durch die Handlung als solche als auch durch die integrierten Comic-Sequenzen – der Eindruck, als gäbe es für „Archenemy“ tatsächlich eine reale Comicvorlage.

Joe Manganiello als tragende Rolle Max Fist im Sci-Fi-Action-Thriller „Archenemy“. (Copyright: Koch Films)

Zusammengenommen lässt der Film somit viel Raum für Spekulationen und Interpretationen, versäumt es aber zugleich, auf erzählerischer Ebene selbstständig in die Tiefe zu gehen – und das, obwohl der Film (trotz angekündigter Zuordnung zum Action-Genre!) vermehrt dialoglastig ausfällt.
Die wenigen Szenen, in denen es dann doch mal heiß hergeht, wirken aber gut choreografiert. Auch hier trägt aber vor allem Joe Manganiello zum Gelingen dieser Parts bei.

Platz für die eigene Fantasie der Zuschauer:innen räumt schließlich noch das Ende ein. Zwar abgeschlossen wirkt jenes gleichsam wie ein Start in eine Fortsetzung – wenngleich auch ohne Manganiello…

Fazit

„Archenemy“ hat vieles richtig gemacht, kann aber dennoch nicht auf ganzer Linie überzeugen. So reicht die Veröffentlichung lediglich für einen kurzweiligen, unterhaltsamen Filmabend, der zwar nicht wie eine Zeitverschwendung anmutet, aber auch kein Must-see offenbart.


Archenemy

Trailer

Handlung

Ist er ein gefallener Superheld? Oder ein Held der Straße, mit einem Herz aus Gold und einem Hang zu Gewaltausbrüchen?

Max Fist behauptet, ein Superheld aus einer anderen Dimension zu sein, der durch Zeit und Raum gefallen und dabei auf der Erde gelandet ist. Da er jedoch hier keinerlei Kräfte besitzt, glaubt ihm niemand, außer einem Teenager namens Hamster, der mit den Geschichten seine Follower beeindrucken möchte.
Gemeinsam schmieden sie den Plan, ein Gangstersyndikat und dessen teuflischen Boss, den man nur „The Manager“ nennt, zur Strecke zu bringen.

(Quelle: Koch Films)

Details

Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DTS-HD Master Audio 5.1
Bildseitenformat: 2.39:1 (16:9)
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Koch Media GmbH
Erscheinungstermin: 24.02.2022
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: ca. 90 Minuten
Extras: Trailer

Copyright Cover: Koch Media



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde