Review

Kiffen, kämpfen, killen – so könnte das Motto der Action-Komödie „American Ultra“ lauten und gleichzeitig spiegelt dies den Inhalt der humoristisch-abgedrehten Agenten-Splatter-Mixtur mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart in den Hauptrollen wider.

Was sich auf den ersten Blick recht stumpfsinnig anhört, und im Endeffekt auch auf unterhaltsame Art ist, entpuppt sich aber durch die Herangehensweise von Regisseur Nima Nourizadeh als innovatives und frisches Action-Gewalt-Komödien-Gemisch, das lustig, aber nicht lächerlich umgesetzt wurde.

Gut gemachte Splatter-Szenen, kreative und wenig stereotype Figuren, eine temporeiche Handlung und eine passende Besetzung zeichnen „American Ultra“ aus.
Kristen Stewart beschränkt sich dabei zwar immer noch auf ihren aus „Twilight“ bewährten einen Gesichtsausdruck, doch ihre leicht debil und begrenzt wirkende Mimik passt hier ebenso gut in das Szenario wie Jesse Eisenberg als verlotterter Kiffer, der unfreiwillig zur Superhelden-Kampfmaschine mutiert und mit den neuen Herausforderungen ein wenig überfordert ist – und das auch schauspielerisch sehr gut verdeutlicht.

Denn darum geht es in „American Ultra“: Mike (Jesse Eisenberg) lebt mit seiner Freundin Phoebe (Kristen Stewart) in einer US-Kleinstadt. Aber seine verschlafene Welt wird mit einem Schlag zerstört, nachdem er unerwartet herausfindet, dass er in Wahrheit ein CIA Schläfer-Agent mit tödlichen Kampfskills ist. Nicht nur das: Verfolgt von seiner geheimen Vergangenheit findet er sich plötzlich inmitten einer tödlichen Regierungsoperation wieder.

Stewart und Eisenberg bilden – nach ihrem gemeinsamen Auftritt im Film „Adventureland“ – auch in „American Ultra“ vor der Kamera ein eingespieltes Paar. Ihnen steht nicht nur der anarchische, antriebslose Look, sie meistern auch die actionreichen Szenen im harmonischen Einklang. Daneben spielt auch die Romantik eine minimale Rolle, welche glaubwürdig und nicht aufgesetzt in die ansonsten dynamische Handlung integriert wurde.
Doch es sind nicht nur die Protagonisten, die „American Ultra“ das gewisse Etwas verleihen. Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt, während die zu spielenden Rollen nicht austauschbar wirken. Sie haben zu Recht ihren festen Platz im Film und bereichern diesen durch kaum vorhersehbare Figureneigenschaften.

Die Geschichte selbst schreitet zügig voran, mit Längen hält man sich hier nicht auf. Dadurch fallen auch die humoristischen Einlagen pointiert aus und lassen den Zuschauer gar nicht erst darüber nachdenken, wie fies, dämlich oder sinnfrei jener Gag nun eigentlich war.
Insgesamt besitzt „American Ultra“ eine hohe Gagdichte, und trotzdem gewinnt man den Eindruck, diesbezüglich noch nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft zu haben. Stellenweise hätte es – der Dynamik und dem Tempo des Films entsprechend – einfach noch bissiger und lustiger zugehen können.

Von Kiffer zur Kampfmaschine - Jesse Eisenberg als Mike in "American Ultra" (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Von Kiffer zur Kampfmaschine – Jesse Eisenberg als Mike in „American Ultra“ (Copyright: Concorde Home Entertainment)

Eher beschränkt gibt sich auch das Setting. Begrenzt und konzentriert auf nur wenige Schauplätze unterstreicht dieser Umstand zwar die rasante Handlungsabfolge, etwas mehr Variationen hätten es aber dann doch sein können.

„American Ultra“ lässt schließlich trotz zufriedenstellendem Abschluss am Ende noch Platz für eine eventuelle Fortsetzung. Hier hat man mitgedacht und tatsächlich wäre es erfreulich, erneut in die unkonventionelle Agentenwelt von Jesse Eisenberg alias Mike und Kristen Stewart alias Phoebe abtauchen zu können. Dann aber mit noch mehr ausgeschöpftem Gagpotenzial und vielleicht auch dem einen oder anderen zusätzlichen Schauplatz.

Alles in allem bleibt ein großartiges Filmerlebnis, während „American Ultra“ trotz der Kritik zudem beweist, dass ein Trailer nicht schon die besten Szenen eines Films präsentiert, wie es oftmals bei Action-Komödien der Fall ist.

Trailer

Handlung

Das Leben des unmotivierten, glücklosen Kiffers Mike (Jesse Eisenberg) und seiner Freundin Phoebe (Kristen Stewart) in der amerikanischen Provinz verläuft alles andere als spektakulär. Den Großteil ihres Alltags verbringen die beiden mit ihren langweiligen Kleinstadt-Jobs und dem Konsumieren von Drogen. Doch dann wird das Leben des Paares schlagartig auf den Kopf gestellt. Denn was Mike selbst nicht (mehr) weiß: Er ist ein hochqualifizierter und zum effizienten Töten ausgebildeter Schläfer-Agent. Verfolgt von seiner geheimen Vergangenheit findet er sich plötzlich inmitten einer tödlichen Regierungsoperation wieder. Um zu überleben, muss er von seinem Trip herunterkommen und seinen inneren Actionhelden zum Leben erwecken …

(Quelle: Concorde Home Entertainment)

American Ultra – Homepage
American Ultra – Facebook

Details

Format: Dolby, DTS, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Erscheinungstermin: 25.02.2016
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: ca. 92 Minuten + Bonus
Extras: 3 Featurettes, Audiokommentar, Deutsche und Original-Kinotrailer, Programmtipps, Wendecover

Copyright Cover: Concorde Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde