Review

Als „durchgeknallte[n] Kinospaß, der das berühmte Märchen aus 1001 Nacht mit einem wahren Gag-Feuerwerk komplett auf links dreht“, kündigte man 2015 die Filmparodie „Aladin – Tausendundeiner lacht“ von Regisseur Arthur Benzaquen an – und sah sich in der Aussage durch den Erfolg an den Kinokassen (der Film dominierte immerhin mit über 4,2 Millionen Kinobesuchern drei Wochen lang die französischen Kinocharts) bestätigt.

Die neuen Abenteuer von Aladin

In einem Mix aus Märchen, Fantasy, Abenteuer und „Realfilm“ sollen die Abenteuer Aladins neu erzählt werden – und die Art und Weise, wie man dies hier tut, weiß zu gefallen:

„Sam und Khaled schleichen sich als Weihnachtsmänner verkleidet in die Galerie Lafayette ein, um dort nach Ladenschluss alles stehlen zu können, was ihnen in die Hände fällt. Ein unglücklicher Zufall führt dazu, dass Sam mit verschiedenen Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren festsitzt, die wollen, dass er ihnen eine Geschichte erzählt. Um nicht aufzufliegen, erzählt er eine eigene Interpretation von Aladins Märchen. Alle Hauptfiguren der Geschichte sind Menschen aus seinem wirklichen Leben.“

(Quelle: filmstarts)

Die nun fortan integrierten und den Film dominierenden parodistischen Erzählstränge von, mit und über Aladin kommen sehr modern daher und weisen entsprechend viele Referenzen zu bekannten Filmen und Comics, aber auch zu zeitaktuellen Themen auf.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Wie bei Parodien nicht unüblich, ist der darin präsentierte Humor aber immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks (vgl. u.a. „Die Pute von Panem – The Starving Games“). Seien es überzeichnete Figuren oder plumpe Sprüche – Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Dabei läuft der Film jedoch ab und zu Gefahr, von „Tausendundeiner lacht!“ zu „Tausendundkeiner lacht!“ zu werden.

Wer jedoch Komödien à la Monty Python mag (allen voran etwa „Das Leben des Brian“), sollte mit der vorliegenden Parodie des populären Märchens aus „1001 Nacht“ auf seine Kosten kommen. Denn nicht selten erinnern Mimik, Gestik und Witz an die Arbeiten der britischen Komikergruppe.

Szenenfoto aus „Aladin – Tausendundeiner lacht!“ (Copyright: 74 Films; Pathé Films, SquareOne Entertainment)

Das verrät auch bereits, dass der Komödien-Abenteuerfilm-Hybrid aus Frankreich für die ganze Familie (FSK ab 12 Jahren) geeignet ist, wenngleich gilt, je älter die zusehenden Kinder, desto zündender die Gags.

Fazit

„Aladin – Tausendundeiner lacht!“ kann bunt und schrill, aber auch abenteuerlich und actionreich. Mal popkulturell, mal Bollywood-esk angehaucht fährt man hier insgesamt einiges auf, was für Schauwerte sorgt. Ein Cast, dem es sichtbar Spaß macht, in die ihnen jeweils zugeteilten Rollen zu schlüpfen, darunter u.a. Kev Adams als Aladin/Sam, Jean-Paul Rouve als Wesir sowie Regisseur Arthur Benzaquen als Parfümeur und verrückter alter Zauberer, rundet das Ganze ab.

Es bleibt jedoch letztendlich nicht aus, dass nicht jeder Witz auf den Punkt getroffen und entsprechend zünden wird und hier eindeutig der persönliche Geschmack über das Ge- oder Missfallen der dargebotenen Albernheiten entscheiden wird. Für einen kurzweiligen Fernsehabend sollte die Parodie aber immerhin solide sorgen können.


Aladin – Tausendundeiner lacht!

Trailer

Handlung

Alle, die glauben, das Märchen von Aladin zu kennen, werden hier ungläubig an ihrer Wunderlampe reiben: Dass der junge Dieb mit Hilfe eines wunscherfüllenden Geistes versuchen muss, den bösartigen Wesir von Bagdad davon abzuhalten, den Sultan zu entmachten und das Herz von Prinzessin Shallia zu erobern, mag sich noch vertraut anhören. Dass dabei jedoch motorisierte fliegende Teppiche, ein Beyoncé-Song und sogar ein Massen-Flashmob zum Einsatz kommen müssen, wird den meisten Zuschauern jedoch neu sein …

(Quelle: SquareOne Entertainment)

Details

Sprache: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Ton: Dolby Digital 5.1
Bildseitenformat: 2.39:1 (16:9)
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: SquareOne Entertainment
Erscheinungstermin: 10.09.2021
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: ca. 102 Minuten
Extras: Deutscher Trailer / Making-of

Copyright Cover: SquareOne Entertainment



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde